„Bio“ ist eine klasse Sache und die Produkte unserer kleinen Imkerei sollen die Anforderungen an eine biologische Erzeugung immer erfüllen. Sowohl was den Umgang mit den Bienen angeht, aber natürlich auch bei der Verarbeitung von Honig, Wachs oder Propolis.

Aber da gibt es dieses „Apfelsaft-Phänomen“. Welcher Apfelsaft ist besser, naturtrüb oder klar? Was die formale Qualität angeht, macht das keinen wirklichen Unterschied. Und jedem Trinker von naturtrübem Apfelsaft ist klar, dass ein kurzes Schütteln die am Boden abgesetzten Schwebstoffe wieder gleichmäßig verteilt.

Aber wie ist das beim Met? Beim Glühmet auf dem Weihnachtsmarkt spielt das meistens keine Rolle, denn er wird im Porzellan- oder Tonbecher ausgeschenkt und der Kunde sieht garnicht so genau, welche Farbe o.ä. der Glühmet hat.

Und beim Met in Flaschen? Natürlich kann man immer erwähnen, dass ein bisschen Trübstoffe okay sind, und dass das nun mal Bio ist. Und wenn man den Käufer nicht ansprechen kann, oder die Flaschen zum Beispiel verschenkt werden? Bio hin oder her, es ist einfach nicht schön, wenn sich am Boden der Flasche etwas absetzt.
Man könnte den Met natürlich auch in Tonflaschen verkaufen, aber dann sieht man nicht die herrlichen Farben unterschiedlicher Honigweine. Von ganz hell mit mehr Blütenhonig bis zu ganz dunklem Bernstein mit hohem Waldhoniganteil.

Dann vielleicht trotz Bio besser klaren Met? Einfaches Filtern mit Hilfe der Schwerkraft und einem Faltenfilter funktioniert nicht. Der Filter setzt sich nach kürzester Zeit zu.
Es gibt für Kellereien jedoch technische Lösungen. Wie bei anderen Getränken auch, wird der Wein mit Druck durch sogenannte Schichtenfilter gepresst. Durch den Einsatz vieler Schichten wird die aktive Filterfläche massiv vergrößert und der Druckaufbau durch eine Pumpe sorgt dafür, dass der Met diese Barriere überwinden kann und die Trübstoffe aber im Filter gebunden werden.
Das Resultat ist klarer Apfelsaft. Quatsch … klarer Met natürlich!

Zukünftig gibt es daher den Met der Bottwarbienen auch „ganz klar“. Nach längerem Suchen habe ich mich für einen Schichtenfilter aus dem professionellen Kellereibedarf entschieden. Dort gibt es auch Lösungen für kleine Kellereien oder Nebenerwerbswinzer. Spätestens bei der Auswahl der Filtermedien wird es aber wieder schwierig. Lange Erfahrung mit klassischem Wein auf Traubenbasis ist bei den Fachleuten selbstverständlich vorhanden. Aber die Frage nach den richtigen Filtermedien für Honigwein und Honiglikör kann leider nicht beantwortet werden. Die Auswahl hat aber dennoch auf Anhieb gepasst und der erste Versuch perfekt funktioniert.

Klarer Met: Optisch ein deutlicher Unterschied, aber geschmacklich kein Unterschied festzustellen. Die Verkostung vor und nach dem Filtern hat keinen wahrnehmbaren Unterschied gezeigt. Aber da das Auge eben auch einen wesentlichen Beitrag zur Einschätzung der Qualität liefert, wirkt der klare Met natürlich hochwertiger.

Met – ganz klar!