Vieles in der Imkerei ist eigentlich archaisches Handwerk. Holzkisten, Bienen, das Wissen und handwerkliche Geschick des Imkers. Passt ja auch, wenn es um ein seit der Zeit der Dinosauriere auf der Erde lebendes Insekt geht. Manchmal aber auch nicht. Und zwar dann, wenn aus dem fantastischen Rohstoff Honig ein perfektes Produkt werden soll. Unsere Kunden sind zurecht sehr anspruchsvoll und wir versuchen daher alles was wir tun immer noch eine Spur besser zu machen.

Eine Sache, die wir schon länger etwas besser machen wollten, ist die Konsistenz des cremigen Honigs. Es gibt verschiedene Verfahren, den Honig cremig zu rühren und wir haben bisher mit einem kräftigen Handrührgerät gearbeitet. Üblicherweise kennt man solche Geräte eher zum Herstellen von Beton oder Zement, aber auch der Honig ist in fester Form sehr schwer zu rühren und braucht daher einen kräftigen Motor. Sozusagen als Rührstab haben wir verschiedene Rührer eingesetzt. Der prominenteste ist der originale Rapido von Dr. Wallner (Uni Hohenheim / Biorat: http://www.biorat.de/honigruehrer-rapido.html). Das funktioniert ausgesprochen gut, aber hat eben nicht alle Anforderungen perfekt erfüllt. Mehr Möglichkeiten bietet ein professionelles Rührwerk, das idealerweise über einen Wassermantel auch noch temperiert werden kann.

Nachdem wir mit Imkereigeräten der ungarischen Firma Königin Trade bereits sehr gute Erfahrungen gemacht haben, haben wir uns für ein Rührwerk dieses Herstellers entschieden: Rührflügel über die ganze Höhe, ein Wassermantel mit stufenlos regulierbarer Heizung, eine sehr fein einstellbare Drehzahl des Rührwerks mit einem sehr starken Getriebemotor.

Den ersten Versuch haben wir mit Rapshonig vorgenommen. Bisher sozusagen unser „Problemhonig“, was das Rühren bzw. die feincremige Konsistenz angeht. Perfekter Rapshonig sollte sehr fein und fast weiß sein, was wir bisher meist nicht erreicht hatten. Unser gerührter Rapshonig sah eher wie heller Blütenhonig aus. Also haben wir rund 30kg Rapshonig in das Rührwerk gefüllt und den Honig langsam cremig gerührt. Das Ergebnis war überzeugend. Der Rührprozess ist bei Raumtemperatur erfolgt, aber zum leichteren Abfüllen wurde der Honig wieder ganz leicht erwärmt.

Der Rapshonig sieht im Glas aus, als hätte man weiße Dispersionsfarbe abgefüllt. Sehr fein und strahlend weiß.

Das Rührwerk kann zwischendurch auch mal zum Verflüssigen von Honig für unsere Honigweinherstellung eingesetzt werden und der weitere Versuch mit Blütenhonig war wieder erfolgreich.

Sicher ist ein Rührwerk in dieser Ausprägung nicht die klassische Ausstattung einer Freizeitimkerei, aber manchmal hilft zielgerichteter Technikeinsatz eben doch, um das Ergebnis zu verbessern oder die Arbeit zu erleichtern.