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Rückblick Saison 2025 – Wanderungen und Honige

Meine Bienen sind sehr gut über den Winter 2024/2025 gekommen. Die Überwinterungsquote war wieder extrem gut und sie sind auch gut im Frühjahr gestartet. Meine Völker sind meist nicht die allerstärksten beim Auswintern, bauen aber zügig auf und sind meist auch schon zur ersten Blüte im Frühjahr startklar.

Blütenhonig im Bottwartal

Im Frühjahr stehen alle Bienenvölker an den Heimatständen im Bottwartal und sind bereit, bei der Erhaltung der Streuobstwiesen zu helfen. Für die Stücklebesitzer gibt es dann eine gute Ernte im Herbst und bei meinen Bienen schon im Frühjahr einen feinen und vielfältigen Blütenhonig. Bisher haben wir den Blütenhonig immer nur cremig gerührt verkauft, aber dieses Jahr auch flüssig abgefüllt. Wenn sich dieses Angebot bewährt, bieten wir auch in Zukunft beide Varianten an.
Wie immer war Blüte unsere mengenmäßig stärkste Tracht – eigentlich auch klar, wenn alle Völker am Start sind.

Rapshonig von der Schwäbischen Alb

Ja, aus dem Bottwartal auf die Schwäbische Alb zu wandern ist ziemlich weit. Das hat aber auch zwei Pluspunkte für uns. Denn wenn der Raps dort zu blühen beginnt, ist bei uns meistens schon die Frühtracht zu Ende und der Raps schließt nahtlos an und ist dort die einzige Tracht. Das bedeutet einen sehr reinen und hellen Rapshonig. Zum anderen kann ich dann auch wieder mit meinem Imkerkollegen Dirk von der Imkerei Opa Stock`s Garten zusammenarbeiten. Das gemeinsame Wandern mit den Bienen hilft nicht nur, sondern macht auch immer viel Freude.
Auch die Zusammenarbeit mit der Bauernfamilie auf der Alb macht immer sehr viel Spaß. Sie interessieren sich für unser Arbeit und nehmen viel Rücksicht auf unsere Bienen. Im Gegenzug helfen unsere Bienen dabei, den Ertrag zu steigern. Wenn das kein „Win Win“ ist, weiß ich auch nicht. Außerdem mag ich Tauschgeschäfte und frische Eier gegen Honig ist eins davon.

Sommertrachthonig im Bottwartal

Die Bienenvölker, die nicht gerade auf Wanderschaft sind, konzentrieren sich auf den Sommerhonig zuhause. Der Nektar von Wiesenblumen und auch der Blatthonig von Bäumen ergibt einen aromatischen Honig, den wir immer flüssig abfüllen.
Zwei Völker sind am Bienenstand nahe Winzerhausen dieses Jahr etwas aus der Reihe getanzt und haben sich auch am Saft vollreifer Kirschen bedient. Das ist dann per Definition zwar nur Brotaufstrich und kein echter Honig, aber sieht toll aus und schmeckt auch so. Vielleicht füllen wir einen Teil davon für die Weihnachtsmärkte ab.

Lindenhonig bei Rielingshausen und Kirchentellinsfurt

Lindenhonig ist meistens eine Mischung aus Nektarhonig der Lindenblüten und dem Honigtau von Läusen auf den Lindenbäumen. Diese Tracht ist recht wetterempfindlich, aber dieses Jahr hat es ganz gut geklappt und wir konnten wieder den sehr aromatischen Honig ernten, den wir flüssig abfüllen.
In Rielingshausen war die Tracht zwar nicht perfekt aber ganz ok. In Kirchentellinsfurt war es dagegen wackelig und das Wetter war eher zu trocken. Aber die Qualität des Honigs ist gut und die Menge sollte auch bis zur nächsten Saison reichen.

Edelkastanienhonig im Pfälzer Wald

Bei diesem Honig scheiden sich die Geister. Ich persönlich finde ihn super. Manche unserer Kunden finden aber auch, dass er bitter schmeckt und das Aroma zu kräftig ist. Das ist dann eben Geschmackssache. Wer es trotzdem wagt, sollte ihn vielleicht zu Käse oder im Salatdressing probieren.
Dirk und ich haben die Kastanienblüte perfekt erwischt und das Wetter war auch stabil. Wir haben also weiterhin genug von diesem „starken“ Honig für unsere Kunden.

Wabenhonig Blüten- und Sommertracht

Drei Bienenvölker haben dieses Jahr wieder Halbzargen als Honigräume erhalten, die dann nicht geschleudert wurden. Diese Honigräume blieben die ganze Saison auf den Völkern und wurden erst zum Ende des Somers entnommen. Wir schneiden die verdeckelten Honigwaben in Stücke und bieten den vielfältigen Wabenhonig im Glas an. Ursprünglicher kann man Honig nicht geniesen.

Saisonabschluss

Nachdem alle Völker wieder im Bottwartal waren, wurde ein Teil der alten Waben zum Einschmelzen entnommen und frisches Wabenwerk in den Völkern belassen. Alle Völker haben dann eine erste Portion Futter erhalten und wurden gegen die Varroamilbe behandelt. In mehreren Stufen wurde dann das Winterfutter gegeben und damit sind die Völker ab Anfang Oktober schon fit für den Winter.


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Großes Pfingstwandern – Linde, Edelkastanie und Wald

Als Imker geht man an Pfingsten sowieso nicht in den Urlaub. Pandemie hin oder her. Aber mit den Bienen wandern, das geht sowieso auch mit Abstand.

Dieses Jahr ist besonders und damit ist nicht Corona gemeint. Zumindest nicht hier, wo es um die Bienen und die Imkerei geht. Wir sind auch in den vergangenen Jahren schon zur Rapstracht und in den Wald gewandert. Dieses Jahr sind aber noch Linde und Edelkastanie dazu gekommen.

Lindentracht – an einer wunderschönen Allee

Linden sind klassische Straßen oder Alleebäume. Wir haben zwar selbst auch eine große Linde auf einem unserer Bienenstände, aber damit lässt sich natürlich kein reiner Lindenhonig bekommen. Also haben ein paar unserer Bienenvölker ein Plätzchen an einer Lindenallee bekommen. Glücklicherweise blühen nicht alle Bäume auf einmal und wir hoffen, dass es trotz der teilweise starken Regenfälle noch ausreichend Ertrag geben wird. Einerseits natürlich, damit wir Lindenhonig ernten können, aber in erster Linie sollen natürlich die Bienen nicht zu wenig Nahrung bekommen. Das Wohlbefinden der Bienenvölker ist immer wichtiger als der Ertrag und daher achten wir darauf, dass unsere Völker bei ausbleibender oder unterbrochener Tracht nicht hungern müssen.

Edelkastanien im Pfälzer Wald

Neu in diesem Jahr ist auch die Wanderung in die Region Weinstraße in der Pfalz. Hier gibt es viele Edelkastanien, die auch unter dem Begriff Maronen bekannt sind. Aber nicht nur die heißen Maroni auf den Weihnachtsmärkten sind eine Leckerei. Edelkastanienhonig ist auch etwas besonderes. Nicht jedermanns Geschmack, aber ganz explizit meiner …

Wikipedia: Edelkastanienhonig aus Maronenwäldern ist ein sehr kräftiger, herber, im Nachgeschmack etwas bitterer Honig. Typischer Standort in Deutschland ist der Pfälzerwald, der über große, mit Edelkastanien bestandene Flächen verfügt. Der Nektar wird dabei nur zum Teil aus den Blüten gesammelt, andernteils stammt er aus den Blattachseln (extraflorale Nektarien). Der Honig hat eine rotbraune Farbe und bleibt einige Monate flüssig.

Und wieder im Schwäbisch-Fränkischen Wald

Hier haben wir schon seit Jahren einen schönen Stammplatz mitten im Wald. Letztes Jahr allerdings mussten wir unsere Bienenvölker nach zwei Wochen wieder evakuieren. Es gab leider weder Waldtracht, noch andere Tracht, um die Bienenvölker ausreichend zu ernähren. Der Wald war insgesamt viel zu trocken und so haben sich weder die Läuse gut genug entwickelt, um Honigtau in der nötigen Menge zu erzeugen, noch gab es Nektar zu finden. Aber neues Jahr, neues Glück. Zumindest ist es aktuell viel feuchter im Wald. Allerdings ist zu viel Regen auch nicht gut für die Honigtauerzeuger. Wir werden sehen, bisher finden die Bienen etwas.