Ich mag Vögel und natürlich auch Spechte wirklich gerne. Manchmal machen sie es den Bienen und dem Imker aber auch schwer, diese Sympathie zu halten.
An zwei Standorten haben Grünspechte mal bei den Bienen angeklopft… Sie haben bei einigen Beuten versucht an die Bienen ranzukommen, indem sie teilweise recht große Löcher erzeugt haben. Die Löcher sind erstmal nicht das größte Problem dabei. Durch das Hämmern gerät das Bienenvolk in Unruhe und Aufregung. Das kann dazu führen, dass sie die Wintertraube auflösen oder mehr Energie benötigen. Es kann auch passieren, dass diese Völker sterben.
Ich hatte geplant, die Schutznetze erst nach der Winterbehandlung anzubringen, damit ich sie nicht nochmal komplett runternehmen muss. Leider hat das nicht funktioniert, weil die Spechte früher „angegriffen“ haben. Bei dem Volk, mit dem großen Loch an der Frontseite war der Schaden so schwerwiegend, dass es gestorben ist.
Massives SpechtlochSofortmaßnahme mit Grasbüschel, später dann mit Sägespänen und Holzleim verschlossenSchutznetze über den BeutenAuch ein zweiter Standort ist dieses Mal betroffen
Für manche Aufgaben bleibt während der Hochsaison auch einfach keine Zeit oder man kann manches auch gut im Winter erledigen. Es bleibt immer noch etwas zu tun. Egal bei welchem Hobby. Man könnte doch noch …
Oxalsäurebehandlung (Restentmilbung)
Die klassische Winteraufgabe schlechthin. Muss sein und muss auch genau dann sein. Bei uns in diesem Jahr am zweiten Weihnachtsfeiertag. Das Datum ist dabei aber nicht entscheidend. Wichtig für diese auch Restentmilbung genannte Behandlung der Bienentraube mit einer Oxalsäurelösung ist die Brutfreiheit. Da die Oxalsäure im Gegensatz zur Ameisensäure der Sommerbehandlung nicht in die Brutzellen hinein wirkt, sollte das Volk bei der Behandlung brutfrei sein. Das ist im Regelfall rund 2-3 Wochen nach dem ersten Frost gegeben. Wir hätten also schon früher behandeln können, aber Weihnachten passte ganz gut in die terminliche Planung. Es fanden schließlich keine sonstigen Begegnungen statt.
Wie ich in diesem Blog schon öfter geschrieben habe, praktiziere ich das Hohenheimer Konzept. Es besteht aus verschiedenen Maßnahmen, die die Varroamilben im Zaum halten sollen: Ausschneiden von Drohenbrut aus dem Baurahmen, Ameisensäurebehandlung im Sommer (Verdunsten) und Oxalsäurebehandlung im Winter (Träufeln). Ganz los wird man die Milben nie, aber es ist wichtig, die Milbenpopulation unter der Schadschwelle zu halten. In den letzten Jahren hat das auch immer sehr gut funktioniert.
Beispielsweise wurden bei der Laboruntersuchung meiner 10 Völker im Deutschen Bienenmonitoring in den Bienenproben im Herbst gar keine Varroamilben gefunden. Das heißt jedoch nicht, dass diese Völker überhaupt keine Milben haben. Es ist davon auszugehen, dass in jedem Bienenvolk Varroamilben sind. Manche haben mehr, manche haben weniger. Meine Völker offenbar weniger. Das heißt aber nicht, dass man auf die weitere Behandlung verzichten kann. Schließlich habe ich noch mehr Völker als diese 10 genau kontrollierten. Ich mache die Behandlung daher auch bei einem sehr guten DeBimo-Ergebnis, reduziere aber gegebenenfalls die Dosis etwas, um die Völker nicht zu sehr zu belasten. Auch wenn es sich um natürlich vorkommende organische Säuren handelt, belasten die Behandlungen die Bienenvölker.
OX-Lösung wird mit Zucker angerührt
Bienentraube unter dem Deckel
OX wird in den Wabengassen handwarm auf die Bienen geträufelt
Selbstverständlich muss bei dem Umgang mit der Oxalsäure auch darauf geachtet werden, dass man nicht in direkten Kontakt damit kommt. Eigenschutz und vorsichtiger Umgang ist daher selbstverständlich.
Wer es noch genauer wissen möchte, kann sich auch im nachfolgenden Flyer zu diesem Behandlungskonzept informieren:
Honig cremig rühren und verschiedene Honige in Gläser abfüllen
Vor Weihnachten ging es hoch her und wir waren froh, dass wir von den meisten Honigsorten genug Gläser auf Vorrat bereit hatten. Nach dem Vorweihnachtsgeschäft war dann wieder Zeit für das Auffüllen des Gläserlagers. Zur Abfüllung wird der in speziellen Honigeimern gelagerte Honig langsam und nur soweit wie maximal notwenig erwärmt. Der Blütenhonig kommt dann zum cremig rühren in das Rührwerk, andere Honige wie zum Beispiel Waldhonig und Sommerblütenhonig können direkt abgefüllt werden.
Und wenn man dann gerade am Abfüllen ist, schadet es auch nicht, das Lager der Met-Flaschen noch etwas aufzufüllen. Die nächsten Fässer sind ja auch bereits schon in der Reifelagerung.
Video: Waldhonig fließt aus dem Abfüllbehälter in ein 500g-Glas. Starkes mäandern des Honigs ist ein Zeichen für einen geringen Wassergehalt (hier 15%) und damit eine hohe Qualität.
Spechtalarm am Forstberg
Über die Jahre kam es selten mal vor, dass Spechte die Bienenkästen angepickt haben. Dieses Mal hat es aber gleich ein paar Völker erwischt. Wahrscheinlich hat ein Grünspecht versucht, an die Bienen zu kommen, indem er Löcher in die Frontseiten gemeiselt hat. Er hat die Bienen auf diesem Weg nicht erreichen können, aber das Hämmern stört die Bienen in ihrer Ruhe und bedeutet großen Streß. Da die Bienenkästen über die Löcher Wärme verlieren und vielleicht noch mehr ungebetene Besucher animiert werden, gilt es die Löcher schnell zu verschließen. Das Loch ausbohren und ein Stück Holz einsetzen geht natürlich nicht. Als pragmatische Übergangslösung bis zum Frühjahr habe ich die Löcher ganz einfach mit einer Mischung aus Hanf-Rauchmaterial für den Smoker und Holzleim zugespachtelt. Mal sehen, ob das seinen Zweck erfüllt.
Webshop
Von Zeit zu Zeit muss auch bei digitalen Daten mal aufgeräumt und durchgeputzt werden. Die ruhige Weihnachtszeit war daher ideal, um mal wieder ein paar neue Produkte aufzunehmen, Fotos zu aktualisieren und die Struktur anzupassen. Wir verkaufen unseren Honig und alles andere zwar viel lieber direkt lokal, aber der Webshop leistet auch als eine Art Online-Katalog gute Dienste.
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