Beim Start-Up-Treffen des Imkervereins hat sich am Tisch eine wunderbar gemischte Gruppe von Hobbyimkern zusammengefunden. Von der Neuimkerin mit einem Bienenvolk bis zum Imker mit einer großen Erfahrung bei der Herstellung von Obstweinen und Met. Im Laufe des Abends wurden gleich die ersten Projekte diskutiert und gestartet. Es wird also z.B. bald eine größere Menge älterer Honig zu feinem Met veredelt.

Ein anderes Thema war Wabenhonig. Wir waren uns schnell einig, dass die Rähmchenkassetten aus Kunststoff kein besonders eleganter Weg sind. Bei mir haben die Bienen diese vorgefertigten Bauteile komplett ignoriert. Meinen Wabenhonig habe ich mit Drohnenrahmen gewonnen, den meine Bienen nach der Drohnenbrut bei starker Tracht im Wald komplett ausgebaut und darin Honig eingelagert haben. Das kann klappen, oder auch nicht.

Ein Neuimker hat zu diesem Thema einen Internetfund ins Spiel gebracht. Bei Handimania.com gibt es einen Beitrag namens „Beehive In A Jar“. Dabei lässt ein Imker die Bienen direkt in Honiggläser Waben bauen und diese mit Honig füllen. Danach werden die Gläser entnommen und einfach mit Honig aufgefüllt. Das Ergebnis ist frische Naturwabenbau mit Honig. Schön anzusehen und hygienisch verpackt.
Dass Bienen in Gläser Waben bauen, kann man auch an der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim sehen. Dort befindet sich als Ausstellungsstück ein Bienenstock, der in einen sehr großen Glasballon gebaut ist.

Die Suche im Internet nach passenden Gläser-Zargen brachte Ergebnisse. Es finden sich solche Aufbauten z.B. bei russischen Imkerhändlern. Aber irgendwie passt das alles nicht so richtig.

Beispiel auf http://rusuley.ru

Ich habe daher selbst mal einen Versuchsaufbau gebaut. Die Kiste hat das Format einer Halbzarge und passt mit dem entsprechenden bee-space direkt über einen Honigraum oder ein Absperrgitter. Als Gläser verwende ich meine 500g Standardgläser. Ich habe bewusst die Anzahl der Gläser nicht maximiert, sondern sie zur Mitte hin orientiert. Wie bei Honigräumen orientieren sich die Bienen über dem Brutnest in der Regel zur Mitte hin.

DN-Halbzarge als Basis für Kistengröße

Aufstiegslöcher und festgeschraubte Deckel

Die Versuchskiste ist sehr solide und schwer ausgefallen, aber die Verschraubung der Deckel sorgt dafür, dass die Gläser sicher in ihrer Position bleiben und keine Bienen ins Innere der Kiste kommen.

Soweit die Theorie. Sobald die Trachtverhältnisse entsprechend gut sind, wird die Gläserkiste zum Einsatz kommen. Mal sehen, was die Bienen von dieser Idee halten.