Am Samstag Nachmittag machte sich eine Gruppe Imkerinnen und Imker aus dem Bottwartal auf den Weg zum Spatzenhof in Wüstenrot. Dort betreibt Markus Schwarz seine Imkerei „Honigmanufaktur Spatzenhof“, eine moderne Vollerwerbsimkerei mit Bioland-Zertifizierung.

Zuerst stand eine Einführung bei den Bienenkästen auf dem Programm. Einige wenige Bienenvölker, vor allem Reinzuchtvölker, stehen direkt neben den Betriebsgebäuden. Markus Schwarz nutzt für seine Wirtschaftsvölker Dadant-Beuten, Honigräume mit halber Höhe und Adam-Fütterer. Die Beutenböcke und andere Details der Ausrüstung wurden nach den eigenen Anforderungen maßgefertigt und zeugen von einer sehr durchdachten Vorgehensweise. Um eine Erwerbsimkerei, wie diese praktisch alleine zu führen, bedarf es bis in die Details optimierte Strategien und Abläufe.

Im Inneren der Imkereigebäude wurde es dann noch interessanter. Ein klarer Materialfluss und clevere Lösungen, wie z.B. die beheizbaren Schleuse zwischen der Lager- und Logistikfläche zum Umschlag der Honigräume und dem Schleuderraum dokumentieren eine sehr strukturierte und strikt effiziente Vorgehensweise. Warum sollte man Honig beim Umfüllen der Behälter oder dem Abfüllen in Gläser mit einer Pumpe fördern, wenn das die Schwerkraft bei einer cleveren Anordnung der Behälter genauso gut kann und es damit weniger aufwändig für den Imker wird? So müssen z.B. weniger Geräte und Schläuche geputzt werden.

Besonders eindrucksvoll war auch die Honigschleuder. Wobei hier Honigschleuder natürlich nicht der richtige Begriff ist, denn diese Anlage besteht aus einer Hubeinheit, die die Honigwaben automatisch aus den Zargen der Honigräume drückt, einer automatischen Entdeckelungsstation von der aus das Entdeckelungswachs und der beim Entdeckeln auslaufende Honig sofort getrennt werden, eine Fördereinheit, die die entdeckelten Waben automatisch der Schleuder zuführt, der eigentlichen Schleuder und am Ende zwei Speichereinheiten, an denen die ausgeschleuderten Waben wieder abgenommen und in die Zargen zurückgesetzt werden können.

Entdeckelung, Fördereinheit und Schleuder

Demonstration: Abnahme von leeren Honigwaben nach dem Schleudern

Der Honig wird in Edelstahltanks und größeren Honigeimern im separaten Honiglager eingelagert. Ähnlich effizient wie der Vorgang des Schleuderns, ist auch das Abfüllen organisiert. Möglichst kurze Wege und wenige Handgriffe garantieren einen optimalen Ablauf, der auch große Mengen handhabbar macht.

Zum Schluß der Betriebsführung ging es im Verkaufsraum der Imkerei noch um das Produktspektrum des Spatzenhofs, bei dem z.B. Honig-Senf, Honigwein und -Likör das umfangreiche Angebot verschiedener Honigsorten ergänzt. Der meiste Honig wird über Wiederverkäufer wie Hofläden, Reformhäuser und Bio-Läden verkauft. Jeden Donnerstag zwischen 16:00 und 19:00 Uhr ist aber auch der Honigladen auf dem Spatzenhof geöffnet und man kann sich direkt vor Ort beim Probieren von der Qualität des Honigs überzeugen und Bioland-Honig kaufen.
Natürlich ist es nicht überraschend, dass Imker nach solch einer Führung nicht zwingend Honig einkaufen. Schließlich hat jeder ja seinen eigenen Honig zuhause. Aber einige Gläser Honig-Senf haben die Hobbyimker vom Profi dann doch gerne gekauft.

Die Honigmanufaktur Spatzenhof ist hier zu finden: www.honigmanufaktur-spatzenhof.de

Herzlichen Dank an Markus Schwarz für die sehr interessante und ausführliche Führung durch seine Imkerei und weiterhin viel Erfolg!