Wir haben den Sommer über diverse Blumen und manchmal auch Bienenkästen vor der Haustüre stehen.
In diesem Fall war auch eine Spinne dabei, die Blumen und Bienen mochte.
Wir haben den Sommer über diverse Blumen und manchmal auch Bienenkästen vor der Haustüre stehen.
In diesem Fall war auch eine Spinne dabei, die Blumen und Bienen mochte.

Die bisherige Bilanz des Honigjahrs 2019 ist wirklich sehr durchwachsen.
Aber das ist für uns kein wirkliches Problem, denn das Honigjahr 2018 war ausgesprochen gut und wir haben ein sehr gut gefülltes Lager. Unsere Stammkunden und Neukunden können also weiterhin sehr gut versorgt werden.
Wir haben jetzt einen ersten Teil des Sommerhonigs geschleudert. Er ist wieder ein aromatischer Honig mit allem, was unsere Standorte im Bottwartal zu bieten haben. Wiesenblumen, wilde Brombeeren, Lindenblüten, usw.

Ein paar besonders gut ausgebaute und gefüllte Waben im 1/2-DN-Format (ca. 1-1,2kg Honig) haben wir bewusst zurückgehalten. Wer also frischen Wabenhonig probieren möchte, hat jetzt die Gelegenheit dazu. Wir geben diese Waben komplett ab. D.h. genau so, wie sie die Bienen gemacht haben: Wabenhonig pur und ein ganz besonderes Geschmackserlebnis.

Bei sehr schönem Wetter fand dieses Mal der Besuch für das Deutsche Bienenmonitoring (DeBiMo) statt.
Dieses Mal lag der Schwerpunkt auf folgenden Punkten:

Die Bienen machten einen sehr guten Eindruck und subjektiv finden sich dieses Jahr z.B. deutlich weniger Bienen mit verkrüppelten Flügeln (Flügeldeformations-Virus).
Soweit erkennbar und aus bisherigen Analysen abzuleiten, ist alles in bester Ordnung.

Wir lieben Waldhonig und das Wandern in den Schwäbische-Fränkischen Wald ist immer ein sehr schöner Teil des Imkerns im Sommer. Unser Platz liegt sehr abgelegen in Mitten des Waldes an einer Wiese, auf der früher die Bäume aufgezogen wurden. Eine Art Baumschule im Wald.

Vorletztes Jahr hatten wir den perfekten Waldhonig. Tolles Aroma und extrem geringer Wassergehalt.
Letztes Jahr hatten wir zuerst auch sehr guten Waldhonig, aber dann kam massiv Mellezitose und wir hatten große Mühe, den Honig aus den Waben zu bekommen. Wir haben daraus aber etwas sehr Gutes geschaffen: Waldhonig-Glühmet für die Weihnachtsmärkte.
Dieses Jahr?
Die Prognosen waren sehr schlecht. Thomas Lorenz – Trachtobmann des LVWI – hat schon auf dem Hohenheimer Tag im März ausgeführt, dass die nächsten 5-10 Jahre schwierig werden. Wörtlich: „Die nächsten 3 Jahre könnt ihr vergessen!“. Nunja, er hatte zumindest für dieses Jahr und für unseren Standort recht.
Ende Juni sind wir bewusst mit deutlich weniger Völkern als in den letzten Jahren aufgewandert. Mit dabei war dieses Mal aber ein Imkerkollege, der bislang noch nie mit seinen Bienen im Wald war.
Da wir dieses Jahr unsere eigene Stockwaage dabei hatten, konnten wir die Entwicklung sehr gut verfolgen und waren nicht auf die Waagen des Trachtnetzes angewiesen. Leider zeigte sich schnell, dass es keine Zunahme gibt und die Völker nur etwa ihr Gewicht halten. Auch die Waagen des Trachtnetzes zeigten unklare Daten oder keine Zunahmen.

Nach 2 Wochen haben wir den Ausflug in den Wald abgebrochen und die Bienen wieder ins Bottwartal zurück geholt. Die Kästen waren inzwischen leichter als beim Start.
Fazit: Ein schöner Waldausflug war es trotzdem und vielleicht haben wir nächstes Jahr wieder mehr Glück.

Das Netzwerk der Fachberaterinnen für Bienenprodukte hat beim diesjährigen Gaildorfer Imkertag verschiedene Workshops angeboten und auch eigene Produkte verkauft.
Unser Beitrag von Biene Baum Natur (http://bienebaumnatur.de/) war die Herstellung von Handbalsam. Wer Interesse hatte, könnte sein eigenes Handbalsam herstellen und nach Wunsch mit Duft versehen.

Da die Fachberaterinnen auch eigene Produkte vorstellen und verkaufen konnten, haben wir uns auch entschieden „ein paar Eulen nach Athen zu tragen“ und unseren Met und Honiglikör zum Verkosten und in Flaschen anzubieten.
Wir haben aber nicht nur etwas verkauft, sondern auch gleich selbst eingekauft. So steht jetzt auch bei uns eine liebevoll bemalte Holzbiene im Vorgarten. Sie sieht so ähnlich aus wie Remsi. Remsi ist das Maskottchen der Remstal-Gartenschau 2019 und kann an vielen Stellen im Remstal entdeckt werden. Die meist von Kindern bemalten Bienen weisen auf die Gartenschau und auch auf das Blühflächenprojekt hin. 200 Blühflächen sollen die Nahrungsversorgung für Bienen und vor allem auch der andere Insekten verbessern und sie sehen natürlich auch einfach toll aus.
Hier gibt es weitere Infos dazu und auch eine Anleitung zum Selberbasteln: https://remstal.de/gartenschau/entdecken/natur/bluehflaechenprojekt.html

Einerseits versucht man als Imker in der Regel das Schwärmen der Bienen zu verhindern. Andererseits ist es auch immer ein spannendes und beeindruckendes Erlebnis, einen Schwarm zu beobachten und idealerweise auch wieder einzufangen.
Aus einem unserer Bienenvölker ist ein sehr großer Schwarm abgegangen und die Bienen haben dazu einen Sonntag und regnerisches Wetter ausgesucht. Das ist gut für den Imker, denn so hat mich die Nachricht rechtzeitig erreicht und die Bienen sind aufgrund der Feuchtigkeit lange am Baum in der Nähe des Bienenstocks geblieben.
Zum Einfangen dieses Schwarms war ein Ablegerkasten zu klein, es musste gleich eine große Beute sein. Neu einlogiert haben diese Bienen in 2 Wochen zwei Zargen mit Mittelwänden komplett ausgebaut. Ein sehr starker Schwarm eben…

Eigenlich auch ein Thema, das sich immer wiederholt: Steuobstwiesen sollten mit Balkenmäher oder Sense gemäht werden und nicht mit dem Mulchmäher, der alles kurz und klein häckselt.
Ich kann verstehen, dass das für manche Wiesenbesitzer vielleicht nicht funktioniert, da das Mähen mit dem Balkenmäher und vor allem danach das zusammenrechen von Gras oder Heu zu anstrengend ist. Aber vielleicht ist es manchmal doch nicht eine Frage der Kondition, sondern eher der Bequemlichkeit.
Wir bleiben jedenfalls dabei: Der Balkenmäher ist die ökologischste Lösung.





Der Raps ist verblüht und im Bottwartal beginnen die Linden, Phacelia, Brombeeren, usw. Es ist also Zeit, den temporären Bienenstand auf der Alb wieder abzubauen und die Bienen nach Hause zurück zu bringen.
Damit möglichst wenige Bienen verloren gehen, starten wir schon vor Sonnenaufgang und bei kühlen Temperaturen am frühen Morgen. Die Fluglöcher wurden schon um 4:30 Uhr geschlossen und bis zum Sonnenaufgang um 5:15 Uhr waren die Bienenvölker bereits reisefertig.





Am 09.06.2019 fand ein Aktionstag zum Thema Bienen im Freilichtmuseum Beuren statt. Einen ganz wesentlichen Beitrag hat das Netzwerk der Fachberaterinnen für Bienenprodukte geleistet indem verschiedene Workshops für die ganze Familie angeboten wurden. Beim Angebot zum Veredeln von Seife haben wir über BieneBaumNatur auch unterstützt.
Auszug aus dem Veranstaltungskalender des Museums:
„An Pfingstsonntag, den 9. Juni, dreht sich im Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen in Beuren von 13 bis 17 Uhr alles um Bienenhaltung, Imkerei und Naturschutz. Der Aktionsnachmittag „Es summt im Streuobstparadies! Die Welt der Bienen entdecken“ wird inmitten der Streuobstwiesen des Museumsdorfes im Bienenareal angeboten, dort leben auch die Museumsbienen. Fachleute gestalten das Programm für Erwachsene und Familien, dabei können interessante Entdeckungen rund um die Bienen gemacht werden und Kinder können unter Anleitung aktiv werden. Der Museumsimker stellt seine Arbeit vor, der historische Bienenwagen und das Immenheim stehen zur Besichtigung bereit. Für große und kleine Gäste steht eine Bienenquizwand zur spielerischen Wissensvermittlung bereit, ein Bienen-Kinderbuch wird vorgestellt, es gibt zahlreiche Mitmachstationen rund um Bienenprodukte und dem Imker kann über die Schulter geschaut werden.
Mitmachstationen rund um Bienenwachs
Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr werden die Fachberaterinnen für Bienenprodukte den Thementag bereichern. Renate Schlumpp zeigt, wie man einfach mit Bienenwachs “Knete” herstellen kann. Annerose Brändle veredelt mit den Besucherinnen und Besuchern Rohseife mit Bienenprodukten. Des Weiteren zeigt Raphaela Kälberer die Herstellung und Verwendung von Bienenwachstüchern. Bei jeder Aktion können die Interessierten selbst Hand anlegen und mitwirken. Speziell für Kinder gestaltet Nicole Franke einen Bastel- und Maltisch. Hier können Kinder Bienen ausmalen, ausschneiden und zusammenkleben oder sogar Bienen filzen.“
Impressionen vom Aktionstag:
Für mich war der Aktionstag die Gelegenheit, den Imkerwagen und das alte Bienenhaus auch einmal von innen zu besichtigen:

Es könnte wirklich einfacher sein, aber das ständig schlechte Wetter macht die Imkerei in diesem Jahr wirklich sehr schwierig. Die Bedingungen im Raps waren durchwachsen. Auf 1-2 gute Tage folgten meistens wieder mehr schlechtere Tage. Allerdings haben sich die Bienenvölker besser entwickelt als die daheim gebliebenen. Aus dieser Perspektive hat der Ausflug schon Sinn gemacht und am Ende wird es auch ein paar Kilogramm Rapshonig geben.
Wie man auf dem Bild im Titel sehen kann, ist der Raps verblüht und die Kornblumen sind in der Überzahl. Sie kommen aber nur am Rand des Feldes vor und reichen nicht für eine weitere Tracht der Bienen.
Teilweise verdeckelte Honigwaben
Die Bienenkästen wurden nochmal kontrolliert und schon mit den Spanngurten für die Rückreise versehenAuch in diesem Jahr befindet sich ein Feld mit Phacelia und Sonnenblumen in der Nähe des Heimatbienenstandes der Bottwarbienen. Wenn sie aus dem Raps zurück sind, finden sie dort etwas. Wie immer gutes Wetter vorausgesetzt.
Ganz in der Nähe des Heimatbienenstandes beginnt ein Feld mit Phacelia zu blühenUnsere eigene Sommerlinde blüht noch nicht, aber die Linden am Straßenrand im Ort blühen schon. So bekommen auch die Bienenvölker dort wieder etwas mehr Nahrung.
Bienen und die eigene Sommerlinde
Regelmäßige Schwarmkontrolle muss sein und die Baurahmen müssen auch ausgeschnitten werden. Die Stockwaage liefert zwar auch auf die Entfernung detaillierte Daten, aber diese Arbeiten müssen natürlich vor Ort erledigt werden. Dieses Mal habe ich mich mit meinem Imkerkollegen bei unseren Bienen getroffen und wir haben die nötigen Kontrollen und Arbeiten gemeinsam erledigt.


Seit langer Zeit ist uns mal wieder ein Schwarm zugeflogen. In diesem Fall sind es wahrscheinlich sogar unsere eigenen Bienen. Da die beiden Völker in unserem Garten am Haus sehr starken Schwarmtrieb entwickelt haben und sowieso keine gute Tracht gegeben war, haben wir den Schwarmtrieb zur Vermehrung genutzt. D.h. von den beiden Völkern wurden jeweils zwei sehr starke Ableger mit Schwarmzellen gebildet. Das bremst den Schwarmtrieb des Muttervolkes und ergibt im Regelfall sich schnell entwickelnde Ableger. Offenbar ist uns bei der Aktion auch eine der alten Königinnen in einen Ableger geraten. Jedenfalls hing an einer der Beuten der Ableger ein kleiner Schwarm.

Aus welchem Ableger dieser Schwarm abgegangen ist, war nicht festzustellen. Sie schienen alle noch in etwa gleich stark zu sein. Bei dem schlechten Wetter hat es unser kleiner Schwarm wohl vorgezogen erst einmal nicht weiterzuziehen, sondern halb unter dem Schutz des Beutendeckels auf den Imker zu warten. Wie man auf der Beutenwand sehen kann, haben die Bienen bereits erste Wachspunkte gesetzt, um ggfs. noch länger zu bleiben.



Im Ablegerkasten kann sich der kleine Schwarm entwickeln, bis er in eine normale Beute umziehen kann.

Seit wir den Bienenstand am Forstberg bewirtschaften hat sich die Zahl unserer Bienenvölker dort erhöht. Aber nicht nur die Population der Honigbienen hat sich erhöht. Auch zum Beispiel die Zahl der Wildbienen, Schmetterlinge und Eidechsen scheint sich auf unserem Grundstück von Jahr zu Jahr erhöht zu haben. Besonders auffällig ist das bei den Eidechsen und Mauerbienen. Ihnen scheint die extensive Bewirtschaftung zu helfen.

Eigentlich kann man bei jedem Standbesuch Eidechsen sehen. Oft sitzen sie zwischen den Bienenkästen und wärmen sich in der Sonne. Wir haben schon an einem Nachmittag mindestens 7 verschieden ausgewachsene Männchen und Weibchen am Hauptbienenstand gezählt und dazu noch ein paar kleinere Exemplare gesehen.

Die Völker im Bottwartal finden noch immer kaum ausreichend Nahrung, um sich gut zu entwickeln. Ganz anders sieht das bei den Völkern im Raps aus. Das Überangebot an Pollen und Nektar unterstützt eine gute Entwicklung der Völker.
Es herrscht extrem starker Flugbetrieb, wenn das Wetter es zulässt. Es regenet immer wieder und die Bienen wollen offenbar jede Minute nutzen, wenn die Verhältnisse gut sind. Ein Arbeiten ohne Schutzausrüstung ist dann auf keinen Fall möglich. Das Feld liegt etwas abgelegen und daher sollten hoffentlich keine Wanderer direkt vorbei kommen.
Auf der Hochebene weht häufig ein kräftiger Wind, der es den Bienen nicht leicht macht, mit voller Ladung das Flugloch direkt anzufliegen.

So ein richtiger Wonnemonat war der Mai dieses Jahr nicht. Leider haben wir dieses Jahr dieses Jahr keine Frühtracht, d.h. Blütenhonig ernten können. Mitte Ende Mai musste sogar darauf geachtet werden, dass die Völker nicht verhungern. Im Bottwartal war Ebbe in der Tracht. Folgerichtig ist nur von den Völkern im Raps auf der Ostalb ein Honigertrag zu erwarten und wir konzentrieren uns an den Heimatstandorten mehr auf die Völkervermehrung, etc.
Was man so machen kann in der trachtlosen Zeit:
Dieser neue Beutenständer steht auf sogenannten Gerüstspindeln, das sind die Füsse von Baugerüsten. Der Vorteil ist, dass sie sich auch auf unserem unebenen Gelände ideal waagrecht ausrichten lassen und dass die Höhe zum idealen Arbeiten leicht verstellt werden kann. Die Beute auf dem Ständer ist noch leer und diente nur zum Ausprobieren.

Während der Schwarmzeit werden die Drohnen- oder Baurahmen regelmäßig ausgeschnitten. Das ist ein biotechnisches Verfahren zur Varroabekämpfung und dient auch dazu das Volk zu beschäftigen und den Schwarmtrieb etwas zu dämpfen. Da das Wachs frisch und sauber ist, schmelzen wir es für unseren Eigenwachskreislauf aus.
Die eigene Nachzucht ist wichtig. Dabei erstellen wir Ableger von Völkern, die sich überdurchschnittlich gut entwickeln, gut Honig eintragen und friedfertig sind. Je nach Situation halten wir die Ableger in speziellen Ablegerkästen, die sich leichter transportieren lassen oder manchmal auch direkt in Beuten. Um Räuberei zu vermeiden, müssen sie meistens an einem gesonderten Standort aufgestellt werden. Wenn sie stark genug entwickelt sind, werden die Jungvölker in Beuten umgesetzt und an einen der Heimatstandorte zurück geholt.

Raps anwandern ist immer so eine Sache. Auf der einen Seite gibt es einen leckeren Honig, auf der anderen Seite besteht immer das Risiko, dass die Bienen durch Spritzmittel geschädigt werden. In unserem Fall ist das dieses Jahr aber eine einfache Entscheidung.
Das Frühjahr hat zwar schön begonnen, aber leider haben die Bienen nichts davon gehabt. Die Obstbaumblüte war sehr früh, alles blühte nahezu gleichzeitig und nach dem Kälteeinbruch und dem viele Regen war es auch sehr schnell vorbei. Die Bienenvölker waren daher zu Beginn der Obstbaumblüte noch nicht weit genug entwickelt, um davon richtig profitieren zu können. Die Folge: Wir haben keine Frühjahrstracht geerntet, sondern den Bienen den wenigen Honig gelassen, um sich zu ernähren und zu entwickeln.
Das Wohlergehen der Bienen ist uns wichtiger als die Honigernte. Für uns und unsere Kunden ist das nicht so tragisch, denn das Lager ist mit Blütenhonig aus 2018 noch gut gefüllt.
Wir haben kurzfristig entschieden, einige Völker auf die Ostalb zum Raps zu wandern. Dabei haben wir das Glück, diese Wanderung mit einem Kollegen aus Hohenlohe gemeinsam machen zu können. Er kennt den Bauern persönlich und wir haben so die Sicherheit, dass bei der Bewirtschaftung der Felder auf unsere Bienen geachtet wird.
Seit Februar ist unsere Stockwaage im Einsatz, bisher allerdings nur an unserem Heimatbienenstand im Bottwartal. Mit den Bienenvölkern haben wir auch die Waage zum Raps umgezogen und haben damit die rund 1,5h Fahrzeit entfernten Bienen trotzdem im Blick. Die Arbeit mit der Stockwaage bringt viele interessante Informationen und es lässt sich detailliert verfolgen, wie sich z.B. das Wetter und die Bienen verhalten. Natürlich ist es jeden Tag spannend zu sehen, wie viel eingetragen wird.
Wir haben übrigens in der kurzen Zeit des Einsatzes schon sehr gute Erfahrungen mit der Waage gemacht. Die Auswertung der Daten ist sowohl über die Webseite aber auch ganz besonders einfach über das Smartphone möglich und man ist immer gut informiert. Auch der Service ist hervorragend. Das Ersatzteil für den beim Wandern durch ein Ungeschick abgebrochenen Propeller des Windsensors wurde innerhalb von ein paar Tagen geliefert und als die Waage online einige Störmeldungen angezeigt hat, konnte das Problem schon während des Telefonats mit Richard Wolf geklärt und behoben werden. Falls also jemand eine Stockwaage kaufen möchte, ich hätte da eine klare Empfehlung.

Die Völker entwickeln sich gut, das Wetter ist gut und ich habe ein paar Tage frei. Ideale Voraussetzungen, um etwas mehr Zeit auf dem Bienenständen zu verbringen und die ersten Ableger zu bilden.
Eines meiner DeBiMo-Völker war bei der ersten Kontrolle im Rahmen des Monitoring sozusagen besonders auffällig, d.h. es hat sich hervorragend entwickelt und war zudem auch noch sehr gechillt. Folgerichtig war es auch einer der Kandidaten, für die ersten Ableger in diesem Jahr.
Nachdem es immer noch sehr trocken ist, kommen die Hühner- bzw. allgemeiner formuliert, die Geflügeltränken wieder zum Einsatz. Letztes Jahr haben die Bienen dieses Angebot sehr gut angenommen. Irgendwie verlagert das die Arbeit. Statt der Bienen schleppt jetzt der Imker das Wasser herbei. Naja …

Noch während des Imkertags in Weissach kam die Aussage „… das kann ich dann doch sicher heute Abend schon auf deiner Seite lesen, oder?“
Nein, so schnell geht das nicht immer.
Aber ja, ich schreibe etwas dazu. Hier also ein paar Notizen vom diesjährigen Imkertag in Weissach.
Die Vorträge sollen hier zum download bereitgestellt werden: https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/MLR.RP,Lde/Startseite/RP+Stuttgart/Weissacher+Imkertage
Begrüßung
Dr. Kurt Mezger, Regierungspräsidium Stuttgart
Projekt Blühende Naturparke
Manfred Kraft, Leiter des Projekts Blühende Naturparke (www.bluehende-naturparke.de), Obmann für Bienenweide des Landesverbandes Badische Imker e.V.
Aktuelles aus der Landesanstalt für Bienenkunde
Dr. rer. nat. Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim
Fachberatung Biodiversität der Abteilung 3 RPS
Leon Wurtz, Regierungspräsidium Stuttgart
Neue Präparate zur Varroabekämpfung – Anwendungsweise und gesetzliche Regelungen
Thomas Kustermann, Imkerfachberatung Regierungspräsidium Stuttgart
Fachberaterinnen für Bienenprodukte
Silvia Heider, Fachberaterin für Bienenprodukte, Netzwerk Einkommen schaffender Dienstleistung
Rückenschonendes Betriebssystem
Friedmann Sigrist, Tierwirt Imker

Aufgrund von Bauarbeiten auf dem Schulgelände des Friedrich-Schiller-Gymnasiums waren die Bienenkästen der Bienen-AG schon seit mehreren Jahren ausgelagert. Sie standen in einer Ecke von Schillers Obstgarten, unterhalb der Schillerhöhe und des Literaturmuseums der Moderne. In dieser eingezäunten Sammlung von alten Obstbaumsorten, die auf Johann Caspar Schiller, der Vater von Friedrich Schiller, zurückgeht, konnten die Schüler ihre Bienen bisher pflegen. Aber der Weg war weit und die Bienen sollten nun wieder an die Schule zurückkehren.

Damit sie an der Schule wieder einen sicheren Standplatz haben, wurden aus Gerüstbaustützen und stabilen Balken neue Beutenständer gebaut. Die alten Beutenständer waren schon in die Jahre gekommen und nicht mehr stabil genug. Der bisher verwilderte Platz im Garten der Schule musste zuerst aufwändig von Gestrüpp befreit werden.


Die Bienen-AG hat aber nicht nur einen neuen Platz für die Bienenvölker an der Schule bekommen, sondern auch eine eigene neue Hütte in der die Gerätschaften verwahrt werden können und die groß genug ist, um dort auch imkerliche Tätigkeiten durchzuführen.

Die Bienen-AG finanziert einen wesentlichen Teil der Kosten für Material, etc. durch den Verkauf des selbst geernteten Honigs. Ohne die Unterstützung der Schule wäre die AG in dieser Form aber nicht möglich. Es ist toll, dass die Schulleitung das Engagement der Schülerinnen, Schüler und Lehrer für „ihre Bienen“ so tatkräftig unterstützt und die FSG-Bienen jetzt wieder eine schönen Platz an der Schule haben.

Die Bienenvölker geben Gas. Sie nutzen die wärmeren Tage und das reichhaltige Nahrungsangebot an Pollen und Nektar um das Volk zu entwickeln. D.h. sobald mehr neue Bienen schlüpfen werden die Winterbienen ersetzt und dann beginnt das Volk zu wachsen. Einige der einzargig geführten Völker besetzen bereits den vollen Brutraum und einen Honigraum. Sie beginnen den Honigraum auszubauen und den ersten Nektar dort einzulagern.
Zur Bekämpfung der Varroamilben haben die Völker leere Baurahmen an den Rand des Brutnestes eingesetzt bekommen. Inzwischen haben sie diesen sogenannten Drohnenrahmen ausgebaut und mit Drohnenbrut belegt. Da bei Wildbau das Zellenmaß nicht durch eine Mittelwand vorgegeben ist, bauen sie in diesem Rähmchen vorwiegend die etwas größeren Drohnenzellen. Varroamilben bevorzugen diese Zellen zur Vermehrung, da sie länger verdeckelt bleiben.

Man kann also mit der Entnahme dieser noch verdeckelten Zellen einen Teil der Milben aus dem Volk holen. Dies funktioniert ohne das Volk durch andere Mittel zu belasten. Es bleiben trotzdem genug Drohnen im Bienenvolk und außerdem wird durch die Bautätigkeit auch noch der Schwarmtrieb reduziert.

Da aus dem Bereich von Hohenheim bereits die ersten abgegangenen Schwärme gemeldet wurden, werden die Bienenvölker ab sofort wieder regelmäßig kontrolliert.