Beim Frühjahrsbesuch zur Datenerhebung und Probennahme sollte der erste Brutsatz noch nicht geschlüpft sein. Das hat gepasst und das Wetter auch. Strahlender Sonnenschein und herrliches Bienenflugwetter gestalteten den Besuch an den Bienenständen angenehm. Die Bienen waren sehr mit sich beschäftigt und so war es ein entspanntes Arbeiten mit vergleichsweise wenig Rauch. Auch das manchmal sehr launische Basisvolk am Lerchenberg war sehr gechillt.

Bereit für das Bienenmonitoring

Die Aufgabe dieses Besuchs war unter anderem die Aufnahme der Volksstärken und der Brutmenge. Die 10 Völker im Monitoring sind teilweise recht unterschiedlich. Sie haben zwischen ca. 2.500 und 10.000 Bienen, wobei die vermeindlich schwächeren Völker teilweise viel Brut haben und in nächster Zeit sicher aufholen werden. Von jedem Monitoringvolk wurden ca. 50 Bienen mitgenommen. Diese Bienen werden auf Nosema und Tracheenmilben untersucht.

Königin unterwegs

Später am Tag haben dann alle Bottwarbienenvölker noch einen Baurahmen erhalten. Dieses leere Rähmchen an Position 2 dient dazu, von den Bienen ohne Mittelwand ausgebaut zu werden. Durch diese Methode konzentriert sich auf diesem Rähmchen die Drohnenbrut, da sie etwas größere Zellen benötigt als das Raster der Mittelwände. Da Varroamilben sich in Drohnenbrut stärker entwickeln, dienen diese Brutrahmen als Milbenfalle. D.h. die Drohnenbrut wird im verdeckelten Zustand ausgeschnitten um die Varrroabelastung in den Bienenvölkern zu reduzieren.

Die stärksten Völker sind garnicht im Monitoring. Drei der Völker am Standort in Oberstenfeld sind enorm starkt und haben sehr viel Brut. Diese Völker werden in nächster Zeit förmlich explodieren (Zeitraum „verdeckelte Brut“ = 12 Tage) und bekommen daher schon jetzt die erste Halbzarge als Honigraum. So haben sie mehr Platz und sind schon mal mit Wabenbau beschäftigt bis es mit der Tracht losgeht.

Erst vor ein paar Tagen habe ich beim Weissacher Imkertag den Vortrag von Lea Kretschmer zum Insektensterben gehört. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich vieles nachteilig verändert und dass die Erhaltung der Biodiversität essentiell ist. Für einen kleinen Moment an diesem Mittag schien die Welt aber besser zu sein als gedacht. Mehrere Tagpfauenaugen flogen zwischen den Bienen herum und versorgten sich an den Schlehenbüschen mit Nahrung. Ein kurzer Moment von heilerer Welt.

Tagpfauenauge am Forstberg