Kategorie: BIENEN-BLOG
Völkerkontrolle mit Wärmebildkamera
Man möchte schon gerne wissen, wie es um die Bienenvölker steht. Stören möchte ich sie aber auch nicht. Lösung: Wärmebildkamera.
Am Besten stört man die Bienen den ganzen Winter überhaupt nicht. Also Deckel drauf lassen und auf den Frühling und die ersten warmen Tage warten. Andererseits bin ich als Imker natürlich auch neugierig, ob noch alle meine Bienenvölker am Leben sind. Kurz anklopfen wäre möglich, damit sich die Bienen mit kurzem Aufbrausen bemerkbar machen. Aber auch das stört und am besten ist also eine „berührungsfreie“ Methode.
An kalten Tagen ist eine Wärmebildkamera sehr gut geeignet, um sozusagen durch die Beutenwand zu schauen. Das Wärmebild zeigt sehr gut, wo in der Beuten die Wintertraube sitzt. So lässt sich sehr schnell und mit klarer Aussage eine Kontrolle vornehmen. Leider sind aber auch zwei Beuten dabei, die komplett kalt waren. Wahrscheinlich überstehen diese Völker den Winter nicht.






Spechtalarm
Ich mag Vögel und natürlich auch Spechte wirklich gerne. Manchmal machen sie es den Bienen und dem Imker aber auch schwer, diese Sympathie zu halten.
An zwei Standorten haben Grünspechte mal bei den Bienen angeklopft… Sie haben bei einigen Beuten versucht an die Bienen ranzukommen, indem sie teilweise recht große Löcher erzeugt haben. Die Löcher sind erstmal nicht das größte Problem dabei. Durch das Hämmern gerät das Bienenvolk in Unruhe und Aufregung. Das kann dazu führen, dass sie die Wintertraube auflösen oder mehr Energie benötigen. Es kann auch passieren, dass diese Völker sterben.
Ich hatte geplant, die Schutznetze erst nach der Winterbehandlung anzubringen, damit ich sie nicht nochmal komplett runternehmen muss. Leider hat das nicht funktioniert, weil die Spechte früher „angegriffen“ haben. Bei dem Volk, mit dem großen Loch an der Frontseite war der Schaden so schwerwiegend, dass es gestorben ist.






Impressionen von den Weihnachtsmärkten 2025
Wir waren mit unserem Honig und den Bienenwachskerzen in der Vorweihnachtszeit auf vier Weihnachtsmärkten. Das war anstrengend, hat aber auch sehr viel Spass gemacht. Besonders die vielen Gespräche mit Kunden und Besuchern waren sehr bereichernd.
Impressionen:


















Tafel Marbach – Spenden helfen!
Auch in diesem Jahr habe ich wieder die Spendenaktion des Imkervereins Marbach mitorganisiert und mich natürlich auch mit ein paar Kartons beteiligt. Ich möchte hier nicht explizit auf diese Aktion hinweisen, sondern ganz allgemein darauf aufmerksam machen, dass auch vermeindlich kleine Gesten große Wirkung haben können.
Den allermeisten von uns geht es gut genug, um auch etwas abgeben zu können. Bitte unterstützen/spenden, wenn es möglich ist! Ganz sicher findet jeder auch eine Organisation oder einen Zweck, der ihm am Herzen liegt oder der unterstützenswert ist. Das können international aktive Organisationen wie z.B. UNICEF sein, aber eben auch der kleine Tafelladen in der Nähe.
Beitrag zur Spendenaktion auf der Webseite des BV Marbach (Link):
Ein starkes Zeichen zum Jahresende
In den vergangene Samstag, den 20. Dezember, konnten wir die diesjährige Honigspendenaktion erfolgreich abschließen: Rund 250 Honiggläser aus den Beständen unserer Imkerinnen und Imker wurden an die Marbacher Tafel übergeben. Viele Kundinnen und Kunden der Tafel dürfen sich nun auf ein Glas regionalen Honig freuen.
Die Freude bei den Mitarbeitenden der Tafel war groß, die Dankbarkeit deutlich spürbar. Besonders erfreulich: Zum Jahresende hat sich auch die finanzielle Situation der Marbacher Tafel spürbar entspannt. Die Mitarbeitenden blicken wieder zuversichtlich ins kommende Jahr – das viel zitierte Weihnachtswunder ist also tatsächlich wahr geworden!
Ein ganz besonderer Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern, die Honig beigesteuert haben. Ebenso bedanken wir uns ausdrücklich bei jenen Mitgliedern und Unterstützenden, die dem zusätzlichen Aufruf gefolgt sind und ergänzend eine Geldspende geleistet haben. Diese finanzielle Unterstützung hat dazu beigetragen, die Arbeit der Tafel in einer herausfordernden Phase zu stabilisieren.
Solche Aktionen zeigen, was möglich ist, wenn viele einzelne zusammenkommen – getragen von Engagement, Verlässlichkeit und Gemeinschaftssinn – und gemeinsam etwas bewirken. Kommt uns das ein bisschen bekannt vor, mit Blick auf unsere Bienen?
Allen Beteiligten sagen wir herzlich DANKE – auch besonders im Namen der Marbacher Tafel – für den Honig, für zusätzliche Spenden und für das gemeinsame Zeichen der Unterstützung zum Jahresende!
Mehr Informationen über die Arbeit der Marbacher Tafel und Unterstützungsmöglichkeiten finden sich unter https://marbacher-tafel.org
Der Honigabfüller – ein sehr nützlicher Helfer
Schon seit ein paar Jahren habe ich mir immer wieder verschiedene Abfüllhilfen für den Honig angesehen. Die professionellen Abfüllmaschinen sind für meine kleine Imkerei zu teuer und den günstigen Alternativen aus China traue ich nicht wirklich und möchte diesen Trend zu möglichst billig auch nicht unterstützen. Am Ende muss die Ausrüstung immer „preiswert“ sein. Mit preiswert meine ich, dass sie ihren Preis wert sein muss. D.h. nicht unbedingt das beste, aber auch nicht unbedingt das billigste ist zielführend.
Schon bei ein paar Messen habe ich mir den „Honigabfüller“ angesehen. Ein kleines, aber ziemlich cleveres Gerät. Im Gegensatz zu den meisten Abfüllmaschinen pumpt er nicht aktiv den Honig ins Glas, sondern nutzt die sowieso schon in jeder Imkerei vorhandenen Abfüllkübel. Der Quetschhahn wird mit einem Servoantrieb automatisiert und die integrierte Waage steuert die Befüllung des Glases. Über viele leicht einstellbare Parameter lässt sich damit der Befüllvorgang so gut automatisieren, dass Abfüllen schneller und präziser möglich ist. Während die Gläser befüllt werden, können leere Gläser bereitgestellt werden und die vollen Gläser direkt verschlossen werden.
Es dauert zwar eine Weile, bis man für jeden Honig die richtigen Parameter kennt, aber dann geht es sehr fix. Da keine Schläuche oder eine Pumpe im Einsatz sind, entsteht auch kein zusätzlicher Aufwand für das Putzen der Gerätschaften. Den Abfüllbehälter braucht man ja sowieso immer.
Ich habe einen meiner 25kg-Behälter und einen meiner 50kg-Behäler mit der Servoeinheit ausgerüstet.






3 interessante Tage auf der eurobee2025 in Friedrichshafen
Auch 2025 war ich wieder für alle drei Tage auf der europäischen Imkermesse für Erwerbs- und Hobbyimker in Friedrichshafen. Hier sind immer fast alle namhaften Firmen für alles das mit Imkerei zu tun hat vertreten. Vom internationalen Unternehmen bis zum kleinen Start-up gibt es viel zu sehen und bei Bedarf natürlich auch zu kaufen. Meine Ausrüstung ist zumindest bei den größeren Geräten vorläufig stabil – ja, ich habe genug Edelstahl 😉
Man kann auf der eurobee aber immer wieder Neues entdecken und auch das begleitende Vortragsprogramm ist sehr interessant und hochkarätig.
Einen ganz wesentlichen Teil machen für mich aber die Gespräche mit anderen Imkerinnen und Imkern aus. Mit vielen anderen „Bienenfreaks“ bin ich zwar über Netzwerke oder Verbände verbunden, aber man trifft sich eben nur sehr selten persönlich. Das ist auf der eurobee anders, denn fast alle besuchen die Messe für mindestens einen Tag und mit einer Gruppe von Kolleginnen und Kollegen buche ich auch jedes Jahr das selbe Hotel. D.h. das fachsimpeln beginnt bereis morgens am Frühstücksbuffet und endet oft erst sehr spät an der Hotelbar.
Impressionen von der eurobee2025














Wachswerkstatt – Bienenwachskerzen für Weihnachten und ganzes Jahr / Mittelwände für die Bienen
Was mit ein paar Kerzen für den eigenen Bedarf angefangen hat, wurde mit den Jahren immer mehr. Nach und nach kamen weitere Formen dazu und auch die Menge hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert. Inzwischen bieten wir die neutralen Kerzen das ganze Jahr über an, wobei der Schwerpunkt für Kerzen natürlich weiterhin bei Weihnachten und der kühleren und dunkleren Jahreszeit liegt.
Unsere Kerzen bestehen aus 100% reinem gereinigtem Bienenwachs, das wir für diesen Zweck bei einer darauf spezialisierten Firma zukaufen. Unser eigenes Wachs verwenden wir für die Herstellung neuer Mittelwände für unsere Bienenvölker.










Rückblick Saison 2025 – Wanderungen und Honige
Meine Bienen sind sehr gut über den Winter 2024/2025 gekommen. Die Überwinterungsquote war wieder extrem gut und sie sind auch gut im Frühjahr gestartet. Meine Völker sind meist nicht die allerstärksten beim Auswintern, bauen aber zügig auf und sind meist auch schon zur ersten Blüte im Frühjahr startklar.
Blütenhonig im Bottwartal
Im Frühjahr stehen alle Bienenvölker an den Heimatständen im Bottwartal und sind bereit, bei der Erhaltung der Streuobstwiesen zu helfen. Für die Stücklebesitzer gibt es dann eine gute Ernte im Herbst und bei meinen Bienen schon im Frühjahr einen feinen und vielfältigen Blütenhonig. Bisher haben wir den Blütenhonig immer nur cremig gerührt verkauft, aber dieses Jahr auch flüssig abgefüllt. Wenn sich dieses Angebot bewährt, bieten wir auch in Zukunft beide Varianten an.
Wie immer war Blüte unsere mengenmäßig stärkste Tracht – eigentlich auch klar, wenn alle Völker am Start sind.
Rapshonig von der Schwäbischen Alb
Ja, aus dem Bottwartal auf die Schwäbische Alb zu wandern ist ziemlich weit. Das hat aber auch zwei Pluspunkte für uns. Denn wenn der Raps dort zu blühen beginnt, ist bei uns meistens schon die Frühtracht zu Ende und der Raps schließt nahtlos an und ist dort die einzige Tracht. Das bedeutet einen sehr reinen und hellen Rapshonig. Zum anderen kann ich dann auch wieder mit meinem Imkerkollegen Dirk von der Imkerei Opa Stock`s Garten zusammenarbeiten. Das gemeinsame Wandern mit den Bienen hilft nicht nur, sondern macht auch immer viel Freude.
Auch die Zusammenarbeit mit der Bauernfamilie auf der Alb macht immer sehr viel Spaß. Sie interessieren sich für unser Arbeit und nehmen viel Rücksicht auf unsere Bienen. Im Gegenzug helfen unsere Bienen dabei, den Ertrag zu steigern. Wenn das kein „Win Win“ ist, weiß ich auch nicht. Außerdem mag ich Tauschgeschäfte und frische Eier gegen Honig ist eins davon.
Sommertrachthonig im Bottwartal
Die Bienenvölker, die nicht gerade auf Wanderschaft sind, konzentrieren sich auf den Sommerhonig zuhause. Der Nektar von Wiesenblumen und auch der Blatthonig von Bäumen ergibt einen aromatischen Honig, den wir immer flüssig abfüllen.
Zwei Völker sind am Bienenstand nahe Winzerhausen dieses Jahr etwas aus der Reihe getanzt und haben sich auch am Saft vollreifer Kirschen bedient. Das ist dann per Definition zwar nur Brotaufstrich und kein echter Honig, aber sieht toll aus und schmeckt auch so. Vielleicht füllen wir einen Teil davon für die Weihnachtsmärkte ab.
Lindenhonig bei Rielingshausen und Kirchentellinsfurt
Lindenhonig ist meistens eine Mischung aus Nektarhonig der Lindenblüten und dem Honigtau von Läusen auf den Lindenbäumen. Diese Tracht ist recht wetterempfindlich, aber dieses Jahr hat es ganz gut geklappt und wir konnten wieder den sehr aromatischen Honig ernten, den wir flüssig abfüllen.
In Rielingshausen war die Tracht zwar nicht perfekt aber ganz ok. In Kirchentellinsfurt war es dagegen wackelig und das Wetter war eher zu trocken. Aber die Qualität des Honigs ist gut und die Menge sollte auch bis zur nächsten Saison reichen.
Edelkastanienhonig im Pfälzer Wald
Bei diesem Honig scheiden sich die Geister. Ich persönlich finde ihn super. Manche unserer Kunden finden aber auch, dass er bitter schmeckt und das Aroma zu kräftig ist. Das ist dann eben Geschmackssache. Wer es trotzdem wagt, sollte ihn vielleicht zu Käse oder im Salatdressing probieren.
Dirk und ich haben die Kastanienblüte perfekt erwischt und das Wetter war auch stabil. Wir haben also weiterhin genug von diesem „starken“ Honig für unsere Kunden.
Wabenhonig Blüten- und Sommertracht
Drei Bienenvölker haben dieses Jahr wieder Halbzargen als Honigräume erhalten, die dann nicht geschleudert wurden. Diese Honigräume blieben die ganze Saison auf den Völkern und wurden erst zum Ende des Somers entnommen. Wir schneiden die verdeckelten Honigwaben in Stücke und bieten den vielfältigen Wabenhonig im Glas an. Ursprünglicher kann man Honig nicht geniesen.
Saisonabschluss
Nachdem alle Völker wieder im Bottwartal waren, wurde ein Teil der alten Waben zum Einschmelzen entnommen und frisches Wabenwerk in den Völkern belassen. Alle Völker haben dann eine erste Portion Futter erhalten und wurden gegen die Varroamilbe behandelt. In mehreren Stufen wurde dann das Winterfutter gegeben und damit sind die Völker ab Anfang Oktober schon fit für den Winter.

















Wir gehen auf Tour! Sehen wir uns auf einem der Herbst- oder Weihnachtsmärkte?
Nachdem die Arbeit mit den Bienen für dieses Jahr mehr oder weniger vorbei ist, gehen wir mit unserem kleinen Imkereistand auf Tour. Meistens „Open Air“ aber auch „Drinnen“ sind wir auf folgenden Märkten dabei.
Über ein Treffen und Austausch vor Ort würden wir uns sehr freuen – schließlich soll unser Honig „Local for local“ sein.
- Herbstfest des OGV Neckarrems
03.10.2025
Im Lehrgarten „Beim Rötelbrunnen“ beim Bauernhof und Hofladen Eppinger - Andreasmarkt Beilstein
25.10.2025
Rund um die alte Kelter in der Ortsmitte - Juxer Weihnachtsmarkt
15.+16.11.2025
Auf dem Dorfplatz in Spiegelberg, Ortsteil Jux - Adventsmärktle in Unterheinriet
29.11.2025
Brunnengasse Untergruppenbach, Ortsteil Unterheinriet - Marbacher Weihnachtsmarkt
06.+07.12.2025
In der Altstadt in Marbach am Neckar - Beilsteiner Weihnachtsmarkt
13.12.2025
Alte Schule Beilstein
Imkerverein Marbach: Treffen mit Tayfun Tok (MdL, Grüne) am Bienenstand
Im Rahmen seiner Sommertour hat Tayfun Tok unseren Verein zu einem Hintergrundgespräch besucht. Er ist im Bottwartal aufgewachsen und vertritt mit seinem Wahlkreisbüro von Marbach aus die Region für die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg.
Herr Tok hat uns kontaktiert, um sich über aktuelle Themen der Vereinsarbeit, möglichen Einflüssen der Bürokratie, aber natürlich auch unsere Honigbienen, den Honig und die Vermarktung zu informieren.
Das Treffen fand am 04.08.2025 an einem meiner Bienenstände in der Nähe von Großbottwar statt und neben Daniel Christen, dem persönlichen Mitarbeiter, war auch der Sohn von Herrn Tok mit dabei. Den BV Marbach haben Klaus Kärcher und ich vertreten.
Vereinsarbeit / Ehrenamt
Wir haben die Herausforderungen von Vereinsarbeit besprochen, und dass es generell für die meisten Vereine ein Herausforderung ist, Mitglieder zu aktivieren, das Ehrenamt zu stärken und Kontakte zu fördern.
Wir versuchen dies konkret durch interessante Vorträge, Workshops und den Imkerstammtisch, was sowohl zur Vermittlung aktueller Inhalte und Themen dienen, aber auch den Kontakt und Austausch untereinander fördern soll, umzusetzen. Aber auch der subventionierte Bezug von Behandlungsmitteln und die Gruppenversicherung der Bienenvölker machen die Mitgliedschaft im Imkerverein interessant.
Bürokratie, Behörden und Co.
Die Gründe für bürokratische Regeln oder Prozesse sind im Regelfall absolut berechtigt, trotzdem ergeben sich manchmal Stolperstellen. Als Beispiele hierzu können die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse und der Datenschutz dienen.
Im Fall der Asiatischen Hornisse hat es trotz der klaren Gefahr sehr lange gedauert, bis man sich auf eine Vorgehensweise verständigt hat. Leider kam das Monitoring und die Bekämpfung damit so spät, dass man die Maßnahmen zur Bekämpfung teilweise schon wieder aufgeben musste, weil sie nicht mehr erfolgverprechend sind.
Wenn man sich als Imker für einen möglichen Standplatz für Bienen interessiert, dann erhält man aus Gründen des Datenschutzes von den örtlichen Behörden keine Kontaktdaten zum Eigentümer. Auch hier im Grunde nachvollziehbar, aber wie soll man so jemanden ansprechen können?
Honig und Vermarktung
Auch mit Bezug auf die aktuellen Berichte in den Medien zu „Fake Honig“ haben wir über die Qualität unseres Honigs und allgemein über die Bedeutung von lokaler Versorgung mit Lebensmitteln gesprochen. „Local for local“ kann hier einen kleinen Kontrapunkt zum globalen Handel setzen und das klassische Haustürgeschäft beim Imker des Vertrauens oder der Einkauf auf dem Markt oder anderen Verkaufsstellen von heimischen Imkern ist sinnvoll. Die Bestäubungsleistung der Bienen spielt dabei auch eine Rolle. Unsere Streuobstwiesen, etc. werden schließlich nur vor Ort bestäubt.
Klimatische Veränderungen
Die Varroa-Milbe ist schon länger bei uns heimisch geworden und inzwischen auch gut genug zu managen. Zunehmende Extreme, wie Hitzephasen, lange Trockenheit und Starkregenereignisse zeigen aber auch bei uns, dass Veränderungen stattfinden, mit denen wir umgehen müssen. Invasive Arten wie die Asiatische Hornisse oder zukünftig vielleicht auch die Tropilaelaps-Milbe stellen dabei konkrete Gefahren für unsere Honigbienen dar, aber auch Insekten insgesamt sind bekanntermaßen sehr stark gefährdet.
Nachdem wir uns zu den Themen theoretisch ausgetauscht hatten, gab es auch noch ein wenig praktische Imkerei. Wir haben in eines der Bienenvölker geschaut und noch etwas „Bienenwissen“ weitergegeben.




Vielen Dank an Tayfun Tok und Daniel Christen für die Kontaktaufnahme und den interessierten und offenen Austausch.
Asiatische Hornisse im Bottwartal angekommen
Seit die Vespa Velutina nigrithorax 2014 zum ersten Mal in Südfrankreich entdeckt wurde, breitet sich diese invasive Art in Europa aus. Schon länger ist sie auch in Baden angekommen, z.B. gab es schon viele Nester im Raum Karlsruhe, aber auch bei Heidelberg ist sie schon aktiv. Im Herbst stillen diese Hornissen ihren hohen Proteinbedarf auch durch das gezielte und massive Erbeuten von Honigbienen. Dabei können ganze Völker ausgelöscht werden oder durch die Angriffe zugrunde gehen.
Die Asiatische Hornisse ist damit eine bedeutende Gefahr für unsere Bienen, aber auch für alle anderen Insekten in der Nähe ihrer Nester.
Seit Mitte Juli haben wir nun auch mindestens zwei Nachweise im Bottwartal. Am 14.07.2025 wurde ein Exemplar am Lehrbienenstand unseres Vereins in Murr beim Zinsser-Gewerbepark entdeckt und am 19.07.2025 hat ein Imker in Oberstenfeld im Gewann Strohlauxen in der Nähe der Kneipp-Anlage Asiatische Hornissen an seinen Bienenkästen fotografiert. Bisher handelt es sich um einzelne Exemplare, aber wo sie auftauchen muss auch irgendwo ein Nest sein. Zu dieser Jahreszeit kann es sich nicht mehr um überwinterte Königinnen handeln, d.h. in der Nähe der Funde sollte sich also auch ein Primärnest in Bodennähe oder schon ein Sekundärnest hoch in den Bäumen befinden.


Jeder Imker und und interessierte Natur- und Insektenfreund sollte darauf achten, ob diese Räuber irgendwo auftauchen und dann idealerweise per Foto dokumentieren oder darauf achten, ob der Weg zu einem Nest zu erkennen ist.
Sichtungen und Funde bitte unbedingt über die Meldeplattform melden.
Link zu Meldeplattform und Fundortkarte: https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse
Weitere Informationen finden sich unter anderem hier:
Link Landesanstalt für Bienenkunde: https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/vespavelutina
Link Imkervereins Marbach: https://imker-marbach.de/asiatische-hornisse/
ZDF frontal die doku: Fake Honig – Eine süße Illusion
Letztes Jahr im November war ich bei der eurobee2024 in Friedrichshafen beim dem Vortrag, der auch in der Doku vom ZDF kurz gezeigt wurde und dessen Referenten auch im Film zu Wort kommen. Es war zu erwarten und zu befürchten, dass dieses Thema immer weitere Kreise zieht.
Früher war ich der Meinung, dass es bei Fälschungen in der Regel um Gemälde, Geldscheine oder Dokumente geht. Dass Lebensmittelfälschung aber das viel größere Geschäft ist, wusste ich nicht. Dass es auch Honig massiv betrifft ist erschreckend.
https://www.zdf.de/video/dokus/frontal-doku-100/fake-honig-eine-suesse-illusion-100
Es gibt zum Glück einen ganz einfachen Schutz vor gepanschtem Honig:
Einfach den Honig beim lokalen Imker des Vertrauens kaufen.
Ostermontagsmarkt in Beilstein – wir sind dabei!
Nachdem es uns beim Herbstmarkt in Beilstein schon sehr gut gefallen hat, sind wir auch am Ostermontag mit dabei.
Es werden viele lokale Vereine und Anbieter dabei sein, es gibt aber auch einen klassischen Krämermarkt. Der Markt hat von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet und auch die Beilsteiner Geschäfte öffnen von 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr.
Der Markt findet im Bereich der Gartenstraße, des Birkenwegs, der Kelterstraße und auf dem Kelterplatz statt.
Die Vergabe der Stellplätze findet leider in letzter Sekunde statt und wir wissen daher noch nicht, wo wir mit unserem Imkerei-Pavillion stehen werden.
Praxistag der Buckfastimker-Süd bei Kay Reichert
Am 12.04.2025 traf sich eine teilweise weit angereiste Gruppe von Imkerinnen und Imkern von Buckfast Süd bei Kay Reichert in Langenbrettach. Kay ist dabei, seine Imkerei noch weiter auszubauen und hat an diesem Tag detaillierten Einblick in seinen Betrieb und seine Vorgehensweisen gegeben.
Kay bewirtschaftet rund 60 Wirtschaftsvölker und dazu noch eine größere Anzahl Mini-Plus-Einheiten zur Königinnenzucht. Die Zuchtarbeit ist ein sehr wesentlicher Teil der Imkerei und durch eine ausgeklügelte Strategie bis hin zur eigenen Anpaarungszone und der Versorgung der umliegenden Imker mit seinen Königinnen, erreicht Kay dabei eine hohe Qualität. Er lässt seine Königinnen ausserdem auf mehreren Belegstellen begatten.
Man merkt, dass Kay als Prozessingenieur das strukturierte Arbeiten beherrscht und die vielen Tätigkeiten klar plant. Sonst wäre eine Imkerei in dieser Größe im Nebenerwerb auch kaum zu schaffen.
Neben den imkerlichen Themen war auch das leibliche Wohl an diesem Tag sehr gut vorbereitet. Besonders die Pizza aus dem mit Weymouth-Kiefer angeheizten Backhäuschen war ein Highlight zum Abschluss.
Neben den Praxis-Vorführungen und Erläuterungen blieb aber auch noch genug Zeit für Gespräche mit anderen Teilnehmern. Dieser Austausch macht solche Treffen besonders wertvoll und ist eine echte Bereicherung.
Danke an Kay Reichert für das Angebot für diesen Praxistag und an die Kollegen vom Landesverband Baden-Württemberg Buckfastimker-Süd e.V. für die Organisation und den Austausch.
Frühlingsmarkt Tamm – wir sind dabei!
Pflanzenschutz, Bienenschutz und Kernarbeitszeiten!
Am 28.03.2025 war Dr. Wallner bei uns im Imkerverein zu einem seiner bekanntermaßen sehr interessanten, aber auch unterhaltsamen Vorträge. Unter der Überschrift „Pflanzenschutz – Bienenschutz. Was der Imker wissen sollte“ gab es sehr viele wertvolle Informationen zu der Entwicklung, der Anwendung und auch den Wechselwirkungen und möglichen Gefahren.
Dieser Vortrag war jedoch nicht einseitig pro oder contra Pflanzenschutz. Er hat das nötige Zusammenspiel von Pflanzen und Insekten, aber insbesondere auch die nötige Zusammenarbeit von Imkern und Landwirten ausgeleuchtet.
Einige Stichworte:
- Herbizide und Fungizide sind für Bienen kein grundsätzliches Vergiftungsrisiko, das Nahrungsangebot wird dadurch aber reduziert und die Biodiversität geht zurück.
- Fungizide können Rückstände im Honig verursachen.
- Abdrift: ab 5m/s darf nicht mehr gespritzt werden.
- Gefährlich für Bienen können Insektizide / Akarizide sein.
- Neonicotinoide sind sehr viel gefährlicher als alle früheren Wirkstoffgruppen.
- Regelwerk für Anwendung von Mitteln wird regelmäßig angepasst (Anpassung nach Schaden), die Bienenschutzverordnung regelt den Umgang mit bienengefährlichen Präparaten.
- Die Dosis ist relevant: Richtig eingesetzt wird die „kleine“ Laus geschädigt und „große“ Biene kann damit klarkommen. Die richtige Verwendung eines bienenungefährlichen PSM führt zu keinen erkennbaren Effekten gegenüber der Kontrollgruppe. Als bienengefährlich eingestuftes Präparat ist bei sachgerechter Anwendung nicht bienengefährdend.
- Raps: nur eine einzige Blütenbehandlung mit Fungizid, vor der Blüte mit Insektizid. Dropleg-Düsen würden PSM sparen und es gäbe keine Rückstandsprobleme mehr.
Kategorien für Bienengefährlichkeit:
- B1 bienengefährlich und bei Blütenpflanzen verboten
- B2 bienengefährlich und spritzen nach Bienenflug bis 23:00
- B3 aufgrund der Art der Anwendung sind Bienen nicht gefährdet (Saatgutbeizmittel, Gewächshaus, o.ä.)
- B4 nicht bienengefährlich
Wann fliegen die Bienen? Die Kernarbeitszeiten!
Unsicherheit bei den Landwirten: Was genau meint „nach dem Bienenflug“?
- Nektar und Pollen => 9:00-19:00 Uhr
- Honigtau bei starkem Lausbefall => 6:00-10:00/18:00-20:00
- Wasser (Tau) => ab 6:00 ganztags
Landwirte brauchen fachgerechte Beratung durch Imker, z.B. Flugbetrieb an Bienenvölkern dient als Gradmesser.
Hohenheimer Tag 2025
Wie immer startete der Hohenheimer Tag am 09.03.2025 mit der Mitgliederversammlung der Gesellschaft der Freunde der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim e.V. Der Fokus lag auf dem Kassenbericht und den sich daraus ergebenden Förderoptionen für die Landesanstalt für Bienenkunde. Dieser Förderverein ist in der Lage kleinere Projekte auch kurzfristig und flexibel zu unterstützen.
Kurzvorträge der Landesanstalt für Bienenkunde im Rahmen der Mitgliederversammlung
Von der Kristallisation bis zum Ausschmelzen – Untersuchungen zu melezitosereichen Honigen (Manuel Treder)
- 819 Honigproben, 3.500 Einzelanalysen
- 44,4% der Honige wiesen einen erhöhten Wassergehalt auf (>18% DIB)
- 40% der Honige fielen durch eine fehlerhafte Etikettierung auf
- 75 Honigproben zur besonderen Fragestellung im Rahmen der EU-Förderung
- Melezitose: vor allem Fichten und Lärchen, Große Fichtenrindenlaus, auftreten durch Umweltfaktoren beeinflusst, schnelle Kristallisation
- In Baden-Württemberg rund 50% der Imker betroffen
- Nicht oder nur schwer schleuderbar
- Trennen von Wachs und Honig mittels Temperatur – Wärmeschäden?
- Analysen von Honigproben inkl. Fragebogen
- 55 Honige erwärmt, 20 Honige geschleudert
- Enzymatische untersucht (Invertase, Diastase, auch HMF)
- HMF entsteht bei Erwärmen => Indikator für Temperatureinfluss
- HMF: DIB max. 15mg/kg, HonigV max. 40mg/kg
- Wenige Honige zeigten erhöhte HMF-Werte, d.h. alle Honige in den Grenzen der HonigV
- 42% der erwärmten Honige wiesen zu niedrige Invertase auf
- Diastase: alle Honige noch oberhalb der Grenze zur Vermarktung
- Honige neigen nach Sorte unterschiedlich zu Wärmeschäden, es gibt keine klare Korrelation zu Temperatur oder Dauer der Erwärmung
- Alle erwärmten Honige entsprechen der HonigV
- Problem: HonigV sieht formal keinen „ausgeschmolzenen Honig“ vor


Bewertung integrierter Behandlungsmethoden: Wirksamkeit der Behandlung (Leon Reinhold)
- Es wurden verschiedene Behandlungsmethode untersucht
- Bannwabenverfahren, 60% Ameisensäurebehandlung, Bayvarol-Streifen, Teilen und Behandeln
- Sublimieren von OX nicht untersucht, da im Sommer nicht zugelassen
- Bannwabenverfahren sehr effektiv, aber wenige Ausreißer von nur 50%
- AS-Behandlung ebenfalls sehr effektiv (80-90%) und in dieser Untersuchung ohne Ausreißer
- Bayvarol nur 70% Effektivität und Gefahr von schneller Resistenzbildung (nicht dauerhaft anwendbar und Gefahr von Rückständen)
- Teilen und Behandeln deutlich am Schlechtesten
- Fazit: Wahl der Methode ist abhängig von der individuellen Betriebsweise
Lithium als neue Perspektive beim Varroamanagement (Dr. Sandra Mustafa)
- Bisherige Untersuchungen zeigen Wirksamkeit
- Nachteil Brutschäden und schwierige Zulassung
- Lithium ist Nanospurenelement und kommt in sehr vielen Lebensmitteln vor
- Lithiumchlorid schwierig zuzulassen und wenig beschrieben
- Alternativ wird derzeit Lithiumcitrat untersucht
- Untersuchung zu idealer Dosis für „LIDOFEX“ für Varolis GmbH
- 30 Völker mit 800-3000 Milben untersucht
- Versuchsaufbau: Königinnen gekräftigt zur Brutfreiheit (sonst Brutschäden)
- Gabe von Lithiumcitrat in verschiedenen Dosierungsgruppen in 1:1 Zuckerwasser
- Schneller Milbenfall nach Futtergabe
- Wirksamkeit rund 98% (Vergleich OX nur 64-80%)
- Kurzzeitig erhöhter Totenfall, aber schnell wieder normalisiert
- Fazit: hohe Wirksamkeit, leicht zu handhaben, weitgehend witterungsunabhängig, keine Rückstände
- Noch keine endgültige Aussage zu Bienenschäden, d.h. Weitere Versuche insbesondere zur Zulassung sind zwingend erforderlich.
Varroa Toleranzzucht (Dr. Kirsten Traynor)
- Varroa-Diagnostik dient der Gesundheitsvorsorge von Honigbienen
- Schadschwelle von 3% kann ab Juli erreicht werden und würde ohne Behandlung eine Peak im Oktober erreichen => hohe Schäden bei Winterbienen = hohes Risiko für Winterverluste
- Derzeit Projekte zu Varroa-Bekämpfung an LAB
- Ergebnisse SETBie-Projekts vorgestellt (Dauer 2019-2022)
- Höherer MNR-Wert bedeutet mehr Milben ohne Nachkommen
- VSH vererbt sich mit sehr hoher Schwankungen => jedes Volk prüfen
- Merkmal also nicht stabil vererbbar
- Keine Stabilität bei der Auswertung in kleinen MiniPlus versus Weiterführung in Wirtschaftsvölkern
- Fazit: MNR ist instabil, VSH ist zu zeitintensiv
- Verfahren zum Schnelltest entwickeln
- Mögliche Lösungen?
- Breites Monitoring, um resistente Völker zu finden
- Verfahren zum Schnelltest entwickeln
- Mögliche Lösungen?


Vortragsveranstaltung
Neues aus der LAB (Dr. Kirsten Traynor)
- Beispiele detaillierter beschrieben
- Aktivitäten zur Vespa Velutina (Koordination, Meldeplattform, Infobrief)
- Projekt BEEVISION, Innovative Bestäubererkennungm durch Dynamic Vision Sensoren und KI zur Auswertung, Erfassung von Bestäubervielfalt für verschiedenste Forschungsbereiche
- Kurze Erläuterungen zu weiteren Projekten und Aufgaben
- Zukünftige Themen: Neue Parasiten und Klimawandel, Toleranzzucht, Lithiumcitrat, Bienen-Ernährung für verbesserte Resilienz


Zeitweise Brutfreiheit bei Völkern zur Varroareduzierung (PD Dr. habil. Annely Brandt, LLH Kirchhain)
- Externe Faktoren wie Trachtverlauf und Wetterextreme beeinflussen die Brutaktivität und die Entwicklung von Parasiten
- Frühling inzwischen schon rund 2-2,5 Wochen früher
- Phänologische Uhr für Leitphasen verschiebt sich
- Je früher der Frühling, desto früher auch Varroa-Probleme
- Günstige Bedingungen für AS Langzeitverdunstung als Sommerbehandlung werden zunehmend seltener (zu sehr temperaturabhängig)
- Beispiel: Käfigen der Königin für 25 Tage zur Herstellung von Brutfreiheit und dann behandeln (temperaturabhängige Sommerbrutpause, Projekt Vitalbiene)
- Winterbrutpause (Ende Okt-Mitte Jan) scheint auch positiven Effekt zu haben, ganz sicher aber nicht zu schaden








Meine Bioland-Imkerei am Fuße des Hohenstaufen bei Göppingen, Betriebsvorstellung Bioland Betrieb „Unterer Merzenhof“ Imkerei und Gemüsegärtnerei (Berengar Weber)
- Betrieb mit Gärtnerei, Imkerei und Pensionsvieh (Bioland-Rinder Mai bis Ende der Saison)
- Gemüsejungpflanzen im Frühjahr zum Verkauf und danach Gemüse zum Verkauf auf dem Wochenmarkt
- Das ganze Jahr Verkauf von Imkereiprodukten
- 8x Gebauer’s Edeka, 3x Wochenmarkt
- 200 Wirtschaftsvölker auf 4 Wandergruppen aufgeteilt
- Ablauf über das Jahr: Frühjahr, Raps, Sommer, Wald, Tanne, Überwinterung
- Problem: Ungleichgewicht Helle zu dunkle Honige (hell immer mehr/zu viel)
- Einsatz von Bienenfluchten, Aufladen nach kurzem Ausblasen per Kran
- Schröpfen der Völker während Apfelblüte mit frühen Sammelbrutablegern. Völker sind dann schwächer im Raps (sowieso zuviel Rapshonig)
- Edelkastanie ist sichere Tracht, Wald und Tanne ist riskant
Waldtrachtprognose 2025 (Thomas Lorenz)
- Letzter Vortrag – Thomas hört als Obmann für Trachtbeobachtung und Wanderung beim LVWI auf
- Lecanien brauchen trockenen Sommer,
- Generell für Waldtracht feuchten Herbst und Kälteeinbrüche
- Aktuell nur sehr wenige Lecanien gefunden, Tendenz daher eher wenig bis kein Waldhonig
- Waldhonig braucht extrem starke Völker
- Prognosen
- Grundlagen sehen gut aus
- Herbst Niederschlag 129%
- Lecanien (Schildläuse): Sommer 2024 zu feucht => geringe Wahrscheinlichkeit durch Winterlarvenverluste
- Lachniden (Rindenläuse): wahrscheinlich Tannentracht möglich
„Betriebsweise der modernen Imkerei“ mit Ernst Wagner
Man lernt nie aus und bei jeder Schulung oder jedem Vortrag findet sich ganz bestimmt eine Kleinigkeit, die für die eigene Imkerei nützlich ist. Hier waren es viele Kleinigkeiten.
Für Buckfast-Süd hat sich Ernst Wagner einen ganzen Tag Zeit genommen und hat Themen für zwei Tage Schulung in einen Tag gepackt. Das war sicher anspruchsvoll, aber schließlich waren die meisten Teilnehmer wie ich eher Profis als Anfänger. Wer die Chance hat, eine Schulung von Ernst Wagner zu besuchen, der sollte das unbedingt tun.
Die Schulung fand in der Schlossbrauerei in Aulendorf statt. Schade natürlich, dass für ein gutes Bier keine Zeit blieb.
Fazit: Sehr gute Schulung auf Basis der jahrzehntelangen Erfahrung und dem unermütlichen Engagement von Ernst Wagner.
Hier ein paar Stichworte zu Themen, die für mich interessant waren:
- Aktuelle Herausforderung ist die Asiatische Hornisse. Wagner sieht große Gefahr für weniger erfahrene Imker mit wenigen Völkern.
- Velutina Falle Anfang September bis November 1/3 Bier, 1/3 Wein Honigwein oder Apfelwein, 1/3 Sirup, besser auch noch Schwammtuch auf Boden
- Gute Betriebsweise: „in der Realität bleiben“, d.h. lernen kann man nur über die Analyse von Schwächen und nicht mit besonders guten Beispielen.
- Konflikt: Wohl der Biene versus Interesse des Imkers. Konsens muss gefunden werden, um beiden Seiten gerecht zu werden.
- Biene => Beute <= Imker
- Dadant modifiziert = Dadant Beute mit Langstroth Rähmchen, die von Dadant einfach höher gemacht wurden. Bruder Adam hat die Beuten aus USA bezogen. Um Deutschland herum ist daher eher Dadant Blatt verbreitet.
- Unabhängig vom Beutentyp haben hohe Böden immer Vorteile.
- Trapezförmige Bienenflucht von Nicot präferiert.
- Ablegerbildung im Raps (frühes Schröpfen als Ableger oder Kunstschwarm).
- Sauberes Wabenmaterial ist sehr wesentlich.
- Bei Kunstschwarm darauf achten, dass Pollen in den Waben ist oder eingetragen wird. Königin beginnt dann schneller zu stiften.
- Wagner lagert honigfeuchte Honigwaben eingestretcht ein. Honig kandiert und Bienen gehen dann schneller in die Honigräume zu Beginn der Tracht.
- Pollenfallen müssen so gebaut sein, dass nichts aus dem Brutraum in den Pollen fallen kann.
- Gute Königinnen sind entscheidend.
- Aktive Auslese muss erlernt werden, bzw. viel Erfahrung ist erforderlich.
- Honigräume immer nur oben aufsetzen und nicht dazwischen.
- Bei Wagner wird das Wachs beim Umarbeiten gewaschen und mit Oxalsäure behandelt. Wasser nimmt Honigreste und Schmutzpartikel auf (OX max. 200-300g auf 300kg).
- Carnica stoppt Brut, wenn Tracht fehlt. Buckfast brütet durch.
- Die meisten guten Völker verhungern im März – Futterkontrolle essentiell.
- Es braucht keinen offenen Boden.
- Drohnenrahmen gibt wichtige Informationen zum Zustand des Volkes.
- Wagner: Wir kommen heutzutage ohne Honigtrocknen nicht mehr aus.
- Bei Kunstschwarm Königin direkt zusetzen. 48h Dunkel und kühl stellen. Feucht machen. Ableger/Kunstschwärme immer nur abends an den Bienenstand stellen.
- Keine Apideas verwenden, sondern mindestens Mini-Plusoder Ablegerkästen.
- Königinnenzucht Mai/Juni.
- Unverdeckelte Brutwaben für Sammelbrutableger. Umgelarfte Zellen früher einhängen, nicht erst nach 9 Tagen. Direkt neben offene Brut hängen. Mittelwand am Rand, um Volk zu beschäftigen.
- Mini-Plus: Warmbau, vorne zuerst Futterwabe, dann 3 Brutwaben, dann Mittelwand und nochmal Futterwabe, Flugloch klein mit Gitter Zellen stecken am 10. Tag






Nachfolgend ein Auszug aus der Ausschreibung der Schulung von Buckfast-Süd:
Ernst Wagner ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in der Imkereiwelt, sowohl als erfolgreicher Unternehmer als auch als Berufsimker mit umfassender Erfahrung. Sein Unternehmen, Imkertechnik Wagner, hat seinen Sitz in Mudau im Odenwald und ist seit 1994 auf die Produktion und den Vertrieb von Imkereibedarf spezialisiert.
Imkerliche Tätigkeit: Berufsimkerei und Königinnenvermehrung
Neben seinem Handel betreibt Wagner eine Berufsimkerei mit über 400 Bienenvölkern. Seine intensive praktische Erfahrung als Imker und Königinnenzüchter ermöglicht es ihm, gezielt auf die Herausforderungen der modernen Imkerei einzugehen. Die Königinnenzucht und -vermehrung ist dabei ein zentrales Element seiner Tätigkeit, wodurch er zur Verbesserung des Zuchtmaterials und zur Sicherung vitaler Bienenvölker in der Region beiträgt.
Expertise und Ansehen:
Mit seinem umfangreichen Wissen in verschiedenen Bereichen der Imkerei gilt Ernst Wagner als angesehener Experte. Seine lange Präsenz im Markt und der Erfolg seiner Imkerei verdeutlichen seinen hohen Stellenwert in der Imkergemeinschaft.
Ernst Wagner bietet Imkern die Möglichkeit, in seinen Betriebsweisenschulungen wertvolles Wissen und praxisorientierte Techniken zu erlernen. Basierend auf seiner langjährigen Erfahrung als Berufsimker und Unternehmer, kombiniert er traditionelle Imkereimethoden mit modernen Ansätzen, die speziell auf die Anforderungen der Großimkerei abgestimmt sind.
Die Schulungen richten sich sowohl an Hobbyimker als auch an Berufsimker, die ihre Betriebsweise optimieren möchten.
Durch die Kombination von Theorie und Praxis (siehe Praxistag) vermittelt Ernst Wagner wertvolle Einsichten in die Imkerei – von der Zucht bis zur Großimkerei. Teilnehmer profitieren von seiner langjährigen Erfahrung und erhalten praktische Tipps, die direkt im eigenen Betrieb angewendet werden können.
Bienenzuchttage Baden-Württemberg und 25 Jahre Buckfast-Süd am 25./26.01.2025
Rund 350 Teilnehmer waren an diesem Wochenende im Veranstaltungszentrum der SSB in Stuttgart bei den Bienenzuchttagen von Buckfast-Süd zusammengekommen. Der Landesverband Baden-Württemberg Buckfast-Süd e.V. hat sein 25jähriges Bestehen mit einer herausragenden Veranstaltung gefeiert.
Diese Veranstaltung war hervorragend gut organisiert und auf dem Programm standen hochkarätige Vorträge mit dem Fokus auf der Bienenzucht. In den Pausen war aber immer auch ausreichend Zeit für gute Gespräche mit den Experten, Rednern und selbstverständlich auch mit Imkerkolleginnen und -kollegen aus „Süd“ und darüber hinaus.
Tino Lorz
Erfolge der Resistenzucht in Dresden im Projekt Dresden 33.
Marie Förster
Varroaresistenz 2033 und seine 4 Säulen
Paul Jungels
Vererbung und Genetik in der Varroaresistenzzucht
Dr. Natuschka Lee
Teil 1: Gibt es eine Konkurrenz Wildbiene und Honigbiene?
Teil 2: Gesunde Bienen züchten: Die Rolle des Mikrobioms in der modernen Imkerei
Marian Meyer
Arista Projekt zur Resistenzzüchtung
Brutraumgespräch
u.a. mit Eugen Neuhauser, Paul Jungels, Klaus Fehrenbach
Dr. Frank Mallwitz
Buckfastzucht und autochthone Honigbienen: Eine Herausforderung und kein Widerspruch?
Charles Bureau
Kohlenhydrate und Bienengesundheit
Matthias Engel
Der Stammbaum: Ein wichtiges Zuchtwerkzeug
Dr. Kirsten Traynor
Aktuelles aus Hohenheim
Matthias Arndt
Zukunft der VSH-Zucht
Stimmig ergänzt wurden Vorträge durch die Aussteller Graze, Bliesgau Beute und Dehner-Bienen.

















