Wenn ich im Herbst die nicht mehr benötigten alten Brutwaben ausschmelze, verwende ich normalerweise einen professionellen Dampfwachsausschmelzer mit einem großen Edelstahlbehälter und einem Bodensieb zum Auffangen der Puppenhäutchen und anderem groben Schmutz, der nicht in das Wachs gelangen sollte. Dieses Gerät kostet wie viele schöne und gute Gerätschaften in der Imkerei in der Anschaffung mehrere hundert Euro. Glücklicherweise kann ich mir dieses Gerät beim Imkerfachhändler meines Vertrauens  bei Bedarf ausleihen. Das ist okay für große Mengen.

Aber was tun, wenn man mal ein paar Waben anfallen und das Wetter auch nicht immer für den Sonnenwachsausschmelzer taugt?

Im Internet bin ich schon auf einige Wachsausschmelzer gestoßen, die auch nicht immer den Eindruck einer Serienfertigung gemacht haben. Zum Beispield die Kombination aus Alukiste und Dampferzeuger und ähnliches. Warum also nicht selbst einen kleinen und bewusst günstigen Dampfwachsausschmelzer bauen?

Dieses Gerät sollte einfach und sehr günstig sein, aber auch nicht allzu viel Platz beanspruchen.

Bestandteile:

  • Dampferzeuger (Tapetenablöser Wagner W14)
  • IKEA Kiste (diese Kisten verwende ich auch bei der Honigernte als Transportkisten)
  • Gewindestange, Fittings, Muttern und Dichtungen aus dem Baumarkt
  • Vorhangstoff als Seihtuch

Mit den Gewindestangen habe ich die Aufhängung für die Rähmchen dargestellt. In meinem Fall mit dem Abstand für Deutsch Normal. Ein Kugelhahn mit einem Rohrstück dient als Auslass, ein Doppelnippel mit Muffe als Einlass für den Dampf. Das Ganze ist in weniger als einer Stunde zusammengebaut. Es passen 8-10 Rähmchen in die Kiste. Die Gesamtkosten betragen rund 60-70 Euro. Wobei der Tapetenablöser (30 Euro) unverändert zum Einsatz kommt und daher natürlich weiterhin auch für seinen eigentlichen Bestimmungszweck verwendet werden kann.

Ausschmelzen der Rähmchen:

  • Vorhang/Seihtuch einhängen
  • Deckel auflegen und Tuch mit Verschlussclips zwischen Kiste und Deckel festklemmen
  • Dampferzeuger anschließen und starten
  • Dampf erhitzt Innenraum, Wachs läuft herunter und zusammen mit dem kondensierten Wasser durch das Tuch ab
  • Wasser und Wachs fliessen in den Eimer, wo das Wachs sich vom Wasser trennt und erstarrt

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Fazit:

Dieser einfache Wachsausschmelzer funktioniert tadellos. Er ist kompakt und schnell einsatzbereit. Für kleinere Mengen eine sehr gute Lösung abseits der Profigeräte.