Dabei war es doch so gut gemeint, solle man meinen…!

Das Bundesumweltministerium von Ministerin Barbara Hendricks hat in einer aktuellen Kampagne „Gut für die Umwelt. Gesund für Alle.“ neue Bauernregeln getextet. Damit sollen aktuelle Probleme, wie zum Beispiel Massentierhaltung, Belastung des Grundwassers mit Dünger, Ackergifte und so weiter thematisiert werden. Im Grunde eine charmante Idee. Denkt man so.

Der oberste Bauer in Deutschland, Agrarminister Christian Schmidt, denkt da offenbar ganz anders. Der Chef des Bundeslandwirtschaftsministeriums sieht mit diesen Reimen den Berufsstand des Landwirts verunglimpft. Die beiden Kabinettsmitglieder schreiben sich nun offene Briefe und im Netz formiert sich schon eine Initiative gegen das staatliche Mobbing des landwirtschaftlichen Berufsstandes.

Ich erspare uns an dieser Stelle die Argumentationen beider Seiten aufzuführen. Das führt im Grunde zu nichts und zeigt allenfalls, dass es diese beiden Ministerien nicht schaffen, an einem Strang zu ziehen. Wenn man sich zwar in einer Koalition befindet, aber unterschiedlichen Parteien angehört, mag das vielleicht zu erklärbar sein. Dass man das so wichtige Thema Umweltschutz und Tierwohl aber so leichtfertig und brachial unterpflügt, um verfrühten Wahlkampf zu betreiben, schadet der Sache. Sehr schade!

Hier sind die 11 kleinen Regeln zu finden: www.neue-bauernregeln.de.

Bilden Sie sich bitte Ihre eigene Meinung oder ignorieren Sie diesen medialen Aufstand ganz einfach. Hat übrigens 1,6 Mio. € gekostet. Wenig Geld für einen ministerialen Haushalt, aber eine ganze Menge, wenn man damit zum Beispiel Bieneninstitute unterstützen würde. Es macht durchaus Sinn, mit einem vertretbaren Aufwand für ökologische Ideen Werbung zu machen. Am Ende entscheidet aber das Handeln. Wir sollten die beiden Ministerien also besser an ihrem Tun messen und nicht an den Streitereien ihrer Chefs.

Quelle der Bilder: Bundesministerium für Umwelt- und Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, www.bmub.bund.de