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Eine neue Königin und überzählige Brutwaben

Wenn man selbst Bienenvölker durch Ablegerbildung vermehrt, sollte man darauf achten, dass die Qualität der Königinnen stabil bleibt oder sogar verbessert wird. Dazu kann es sinnvoll sein, auch einmal eine Königin von einem Züchter zuzukaufen. In diesem Fall waren durch das Einengen der Wirtschaftsvölker einige Brutwaben übrig. Mit diesen Brutwaben und Bienen aus starken Völkern wurde ein Sammelbrutableger gebildet, der eine zugekaufte Königin bekommen hat. So kann die überzählige Brut genutzt werden und es entsteht sehr schnell ein starkes neues Volk.

Nachdem die Begleitbienen aus den Transport- und Zusetzkäfig entlassen waren, blieb der Käfig für 1-2 Tage zwischen die Waben gehängt im Volk. In dieser Zeit haben sich die Bienen an ihre neue Königin gewöhnt und sie kann gefahrlos in das Volk entlassen werden.

Königin für 1-2 Tage im Zusetzkäfig
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Blühmischungen für Bienenweiden im Vergleich

Bei den Bottwarbienen unterstützen wir das Netzwerk Blühende Landschaft mit der Verwendung der Siegeletiketten. 5 Cent pro Honigglas gehen damit in die Projektarbeit, die zum Ziel hat „Eine blühende Landschaft zu gestalten, in der Menschen und Tiere sich wieder wohlfühlen können“.

Wir haben zwar artenreiche Streuobstwiesen und Bienenstände, aber selbst auch schon eine paar Quadratmeter mit Bienenweide neu angelegt. Eine Beschreibung, Bilder oder eine Auflistung der in der Blühmischung enthaltenen Pflanzenarten hilft in jedem Fall bei der Entscheidung, aber anschauen ist natürlich auch bei diesem Thema besser. Im Botanischen Garten der Universität Hohenheim hat man die Gelegenheit, sich die Bienenweiden anzuschauen. Hier werden einige Varianten nebeneinander kultiviert und mit detaillierten Infos präsentiert.

Übersichtstafel
Blühende Landschaft Süd
Blühende Landschaft Süd
Veitshöchheimer Bienenweide
Veitshöchheimer Bienenweide

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Bienenhistorie und Bienenkunst im Freilichtmuseum Beuren

Eigentlich ging es uns beim Besuch des Freilichtmuseums in Beuren garnicht um Bienen. Wir wollten dieses Museum gerne besuchen und einen Nachmittag hier verbringen. Ein sehr schönes und informatives Museum und eben doch auch etwas für Bienenfreunde.

Blick aus einem Fenster des Hauses aus Öschelbronn
Kunstinstallation: Colour Boxes / Bienenkästen
Diese Installation wurde von Bettina Bürkle entworfen. Auszug aus dem Flyer zum Projekt Lebens-Bühnen:

„Mit dieser abstrakten Arbei, die aus etwas zehn stark farbigen, monochromen Kästen besteht, möchte die Künstlerin au das eher unscheinbare und gleichzeitig stark gefährdete Leben der Bienen hinweisen. Reiche Ernten, üppiges Wachstum und natürliche Artenvielfalt hängen stark von der Bestäubung durch die Bienen ab. Viele Tierarten sichern sich dadurch die Nahrungsgundlage. Die Bienen, als Indikator für das Spannungsfeld Zivilisation-Natur, stehen für den gemeinsamen Lebensraum und die Erhaltung der Natur.“

Dass mir diese Installation sehr gut gefällt, erschließt sich leicht. Auch die Bienenkästen der Bottwarbienen werden nicht versteckt, sondern bunt und deutlich sichtbar aufgestellt.

Es gab aber auch traditionelleres zum Themenfeld Bienen:

Altes Bienenhaus von Graze
Das alte Bienenhaus von Graze ist mit Hinterbehandlungsbeuten bestückt und kann auch umgezogen werden. Noch einfacher wandern kann man natürlich mit einem Imkerwagen, den es hier auch zu sehen gibt.

Bienenwagen, Sonderanfertigung von Kässbohrer
Wildbienenhaus und Infos
Museumsimkerei
Weitere Bilder finden sich in der Galerie.

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Auffüttern und erste Ameisensäurebehandlung

Nachdem alle Bienenvölker wieder an den Standorten im Bottwartal zurück sind, die Ableger sich gut entwickelt haben und alle Völker eine erste Portion Winterfutter erhalten haben, kann die erste Ameisensäurebehandlung beginnen. Ein paar Tage musste noch gewartet werden, bis die Wettervorhersage stabile Temperaturen von >20°C über einige Tage zeigte.

Die Bienenvölker sitzen auf einer Zarge
Nassenheider Ameisensäure-Verdunster

Nachdem auch die Untersuchungen der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim gezeigt haben, dass der Nassenheider professional die beste Funktionaliät bei maximaler Robustheit bietet, verwenden wir nur noch diesen Typ. Durch das System mit zwei Dochten (U-Docht in verschiedenen Größen  und Tuch auf der Wanne) lässt sich die Verdustung gut steuern und ist auch bei Temperaturschwankungen einigermaßen stabil.

Zweite Zarge für Verdunster

Halbzargen bzw. Vollzargen nehmen die Verdunster auf. Die Futterzargen bleiben bei den Wirtschaftsvölker auf den Bienenstöcken, sie werden zum Auffüttern noch gebraucht.

Schönes Wetter hilft bei der AS-Behandlung
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Aus dem Wald zurück im Bottwartal

Bei uns kommen die Bienenvölker aus dem Wald wieder rechtzeitig zur Vorbereitung für die erste Ameisensäurebehandlung zurück zu den Bienenständen im Bottwartal. Die Gesundheit der Bienen ist uns dabei wichtiger als eine paar Kilogramm mehr Waldhonig.

Bienenwanderung in Bildern

Morgens um 5:30 Uhr fertig zum Abtransport
Transport der Bienenkästen über die Lichtung zum Weg
Eine Ladung Bienenkästen
Zurück im Bottwartal
Aufstellung und Einfliegen
Am späten Nachmittag Einengen und Futterzarge aufsetzen
Erste Fütterung vor der Ameisensäurebehandlung
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Seminar Varroabiologie: Entwicklung, Lebensweise, Populationsdynamik, Parasit-Wirt-Interaktion

Die Varroamilbe ist DER Feind unserer Honigbiene. Seit diese Milbe vor 30-40 Jahren eingeschleppt wurde, ist sie die größte Bedrohung für die Gesundheit der Honigbienen. Ohne die Unterstützung der Imker kann bis auf bisher wenige bekannte Ausnahmen kein Bienenvolk überleben. Es ist also sehr wichtig, diesen Parasiten zu kennen und die Wirkmechanismen zu verstehen. Nur so ist eine zielgerichtete Eindämmung möglich.

Das Seminar wurde von Fr. Dr. Ziegelmann, Frau Häußermann und Hr. Dr. Rosenkranz gehalten. Auch dieser Kurs war wieder sehr interessant und lehrreich. In jedem Fall empfehlenswert.

Notizen

  • Varroamilben sind sehr nah mit den Zecken verwandt
  • Schmarotzertum
    • Leben auf Kosten des Wirts
    • Wirt wird geschädigt, bleibt aber in der Regel am Leben
  • Varroa: Makroparasit (Größe), Ektoparasit (auf Wirt), obligater Parasit (muss parasitieren),
  • Sinnesorgan auf erstem Beinpaar (Grubensinnesorgan)
  • 4 Varroaarten, Varroa destructor hat sich wahrscheinlich aus Varroa jacobsoni entwickelt, nachdem europäische Bienen nach Asien gebracht wurden, ursprünglicher Wirt ist Apis cerana, dort keine Völkerverluste und Verhältnis in Balance
  • Apis cerana: Vermehrung der Milben normalerweise nur in Drohnenbrut, Infizierte Arbeiterinnenbrut stirbt ab, wird entfernt oder eingesargt, Bienen putzen die Milben ab
  • Apis mellifera: keine balancierte Parasit-Wirt-Beziehung, Vermehrung in Drohnen- und Drohnenbrut, Drohnenbrut 8-10x höher befallen, Haplogyp Korea bei uns gefährlich und bei Apis cerana nicht
  • Wirtsfindung bevorzugt auf Ammenbienen um zur Brut zu gelangen (Erkennung über Duftstoffe), verdeckelungsreife Larven werden an Duft, Temperatur und Vibration erkannt
  • Muttermilben verstecken sich im Futtersaft, Eireifung beginnt innerhalb von 6 Stunden, 60h nach Verdeckelung wird erstes Ei gelegt (unbefruchtet = Männchen) weitere 4-5 Eier sind befruchtet
  • Ei mit Larve => Protonymphe => Deutonymphe => adulte Milbe
  • Paarung in Zelle solange bis nächstes Weibchen geschlechtsreif, ca. 35 Spermien pro Weibchen, Lebensdauer auf entsprechende Brutzyklen begrenzt
  • Weibchen durchlaufen rund 2-3 Zyklen
  • Verdopplung der Population ca. alle 4 Wochen, abhängig von Klima, Nektarangebot, Verfügbarkeit von Drohnen, Brutpause z.B. beim Schwärmen
  • Überschreiten der Schadenschwelle zwischen 1-3 Jahren
  • Grenzwert 6 Milben pro 100 Bienen im Oktober
  • Schäden: Blutverlust=Gewichtsverlust (Einfachbefall 7%, Mehrfachbefall bis zu 19%), Arbeiterinnen fliegen früher aus, Lebensdauer verkürzt, Lernen und Heimfinden ist beeinträchtigt, Schwächung Immunsystem = Sekundärerkrankungen (Viren)
  • Lückiges Brutnest und tote Bienen, zunehmend verkrüppelte Bienen
  • Schadenschwelle korreliert nicht mit fester Anzahl an Milben pro Volk
  • Flügeldeformationsvirus ist häufigster Virus, auftreten dieser Bienen ist Indikator für Varroaproblem, ohne Varroa in 6-13% der Völker, mit Varroa 75-100%

Praxis

  • Untersuchung von Brutwaben und Brut aus stark befallenen Forschungsvölkern
  • Suche nach Varroamilben in Brutzellen
  • Betrachtung von Varroastadien unter dem Binokular
Suche nach Milben in den Brutzellen
Verschieden Milbenstadien sammeln

Forschung

  • Fortpflanzungsverhalten und chemische Mechanismen
  • Behandlung mit Lithiumsalzen (Lithiumchlorid und weitere Lithiumsalze), Fütterung über 24h reicht aus, 96-100% der Milben fallen bis Tag 5 tot ab
  • „Milbennase“ der Varroa-Männchen
  • Spermienreifung (in Männchen und Weibchen)
  • Afrikanisierte Honigbiene kommt mit Varroa gut klar (Erfahrungen in Argentinien); können bei uns nicht überleben, weil sie bei Kälte keine Kugel bieten
  • Todesursache Varroa erkennen: lückiges Brutnest, Kotplätze der Milben erkennen, verkrüppelte Bienen
  • Befall ermitteln: Puderzuckermethode, Gemülldiagnose
  • Broschüre „Varroa unter Kontrolle“ der Bieneninstitute
  • Varroaresistenz versus Varroatoleranz
  • Apis cerana: befallene Arbeiterinnenbrut stirbt ab
  • Bond Test auf Gotland
  • Untersuchungen und Zucht zu Varroa Sensitiver Hygiene (VSH)

Praxis

Puderzuckermethode zur Bestimmung der Varroabelastung.

Etwa 300 Bienen werden 2 min. mit Puderzucker geschüttelt
Ausschütteln des Puderzuckers mit den Milben
Puderzucker und Milben
Sehr viele Varroamilben: Stark befallenes Forschungsvolk!

Abschluß

  • Information und Diskussion zu Behandlungskonzept und praktischer Umsetzung
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Letzte Honigernte 2017

Die Bienenvölker im Schwäbisch-Fränkischem Wald haben nach der ersten Ernte Mitte Juni nochmal soviel Honig eingetragen, dass sich das Schleudern lohnt. Nach den starken Regenfällen und dem damit einhergehenden Rückgang der Honigtauerzeuger ist es wie im Juni kein reiner Waldhonig, sondern ein sehr aromatischer und dunkler Sommerhonig.

Die „Waldbienen“ haben dieses Jahr einen überaus leckeren Beitrag zur Honigernte der Bottwarbienen geleistet und wir werden sehr wahrscheinlich auch nächstes Jahr wieder in paar Wirtschaftsvölker in dieser Gegend aufstellen.

An dieser Stelle auch nochmals vielen Dank an den Revierförster, der unsere Waldwanderung hervorragend unterstützt hat. Vielen Dank für die sachkundige und unkomplizierte Zusammenarbeit!

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Honiglikör nebenbei gemacht

Honiglikör ist auch ein sehr leckeres Produkt der Imkerei. Man kann ihn ganz klassisch mit Honig und Alkohol ansetzen, was wir auch machen, es gibt ihn aber auch ganz einfach als Nebenprodukt bei der Honigernte.

Das beim Entdeckeln der Honigwaben anfallende Wachs füllen wir teilweise zusammen mit dem ebenfalls beim Entdeckeln auslaufenden Honig in große Einmachgläser, füllen mit Alkohol auf und lassen diese Mischung einfach sehr lange ruhen. Es entsteht ein leckerer Likör und das Wachs kann nach dem Herauslösen des Honigs selbstverständlich in den Wachskreislauf gegeben werden.

Honiglikör aus Entdeckelungswachs, Honig und Alkohol
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Sommerhonig aus dem Bottwartal

Die Witterung hat es den Bienen nicht leicht gemacht. Hitzephasen und starker Regen wechselten sich ab. Die Bienen haben das Beste daraus gemacht, einen leckeren Sommerhonig mit Anteilen von Blatthonig und Wald.

Die Standorte im Bottwartal bieten von Wiesenblumen über Gärten im Ortsbereich, Streuobstwiesen und Weinbergen bis hin zu Waldstücken eine vielfältige Vegetation.

Honigwaben in der Schleuder
Verschiedenfarbige Pollen zwischen den ausgeschleuderten Honigwaben

 

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Seminar Vorbeugen, Erkennen und Behandeln von Bienenkrankheiten

Bei uns steht im Fokus, dass es unseren Bienen gut geht. Deshalb ist es sehr sinnvoll, auch das Thema Bienenkrankheiten immer wieder aufzufrischen und durch neue Informationen zu ergänzen. Aus diesem Grund stand auch dieses Seminar an der Landesanstalt für Bienenkunde an der Uni Hohenheim auf dem Programm.

Dozent an diesem Tag war Dr. Peter Rosenkranz, der sehr gut strukturiert, umfassend und präzise auf den Punkt gebracht alle Informationen zu den relevanten Bienenkrankheiten vermittelt hat. Ein sehr empfehlenswerter Kurs!

Grundsätzlich: Gute imkerliche Praxis ist entscheidend!

  • Standortwahl
  • Volksentwicklung und Brutverhalten genau beachten
  • Spätsommerpflege: Varroabekämpfung, Auffütterung
  • Ablegerbildung

Bienenkrankheiten

  • Nosemose „Frühjahrsschwindsucht“: Nosema apis, Nosema ceranae, einzellige Pilze, viele Arten auch bei Hummel, Wildbienen, Eidechsen, etc., früher Hauptgrund für Winterverluste, Symptome: Krabbler, Kotflecken in Beute, schlechte Volkentwicklung, N. apis wurde in Süddeutschland von N. ceranea verdrängt, Sporen werden durch Erhitzen >70’C vernichtet (Wachsausschmelzer), Nosema reduzieren durch starkes Volk = höherer Volksumsatz, d.h. geringere Lebensdauer der Bienen, Standort mit guter Pollenversorgung und gutem Klima, konsequentes Auflösen von schwachen Völkern
  • Amöbenruhr: Symptome und Bekämpfung analog zu Nosema
  • Tracheenmilbe: wird teilweise durch Vorroabehandlung mit erfasst (Ameisensäure), Milbe sitzt in Luftröhrchen und saugt wie Varroa, Gesamtentwicklung ca. 3 Wochen, d.h. kurze Lebensdauer reduziert

Brutkrankheiten

  • Amerikanische Faulbrut: jeder Verdacht ist von jedem anzuzeigen, sehr ansteckend, kaum Selbstheilung, Sperrbezirk und Sanierung durch Amtsveterinär, Paenibacillus larvae, Larve wird von Sporen aufgelöst, Sporen kommen in geringer Menge häufig vor, nicht gepflegte Völker werden Seuchenherd, eingefallene Zelldeckel sind Alarmzeichen, Löcher in Brut, bestellter Bienensachverständiger muss Bienen prüfen, Steichholztest zu fadenziehender Masse (>1cm) in Zelle, selten auch ohne fadenziehende Masse, Sporen im Futterkranz sind nachweisbar, Sperrgebiet 1-3km, aller Völker im Sperrbezirk werden untersucht, Dauer Sanierung 2-6 Monate, Antibiotika in EU nicht zugelassen, stärker befallene Völker werden vernichtet, leicht befallene Völker werden über Kunstschwärme saniert, Material: Eintauchen 2-3 min. in Natronlauge min. 3% oder abflammen (>129’C)
  • Europäische Faulbrut „Sauerbrut“: saurer Geruch, keine Fäden und selten eingefallene Deckel, mehrere Erreger, Verlauf analog AFB, große Probleme in der Schweiz (Klima, kleine Kästen, mangelndes Know-how)
  • Kalkbrut: tritt unregelmäßig auf, selten Totalverlust, meist nur „lästig“, Pilzerreger, Larve wird zu Mumie, schwächer Befall wird häufig übersehen, temperaturempfindlich, Königin entscheidend, Volk umweiseln

Bienenviren

  • Wichtiger Forschungsschwerpunkt, rund 100 Forschergruppen in Europa
  • Parasiten von Wirtszellen, keine lebenden Organismen
  • derzeit keine konkrete Behandlung
  • Verkrüppelter Flügel Virus, Sackbrutvirus
  • Injektion bedeutet höchste Ansteckungsgefahr = Varroa!
  • Viren alleine kein Problem, mit Varroa daher sehr großes Problem
  • Chronischer Bienenparalysevirus, Zitterbienen verlieren Haare (Schwarzsucht), meist erholt sich das Volk wieder

Schädlinge / Lästlinge

  • Wachsmotten: keine dunklen Waben, 60% Essigsäure in Wabenturm
  • Specht: Netze, mit Platten oder Planen abdecken

Neue Krankheitsprobleme

  • Tropilaelaps-Milbe, gefährlicher als Varroa, meldepflichtig um Einschleppung aus Asien zu behindern
  • Kleiner Beutenkäfer, seit 10/2014 in Kalabrien
  • Vespa velutina, Asiatische Hornisse, Frankreich, Südbaden, Südpfalz

Meldepflicht besteht für

  • Amerikanische Faulbrut
  • Kleiner Beutenkäfer
  • Trophilaelaps-Milbe

Bienenschäden (Verdacht auf Vergiftungen, o.ä.)

  • Verfahrensablauf bei Bienenschäden beachten
  • Bienensachverständigen, Veterinär informieren
  • Bei Verdacht auf Vergiftung auch Pflanzenbauberater

Praxis: Versuch zum Hygieneverhalten der Bienen

  • Rund 100 verdeckelte Zellen (Puppenstadium) werden mit Nadel durchstochen
Brut auf Wabe aus schwachem Volk mit Kalkbrut
  • Bei gesundem Volk mit gut ausgeprägtem Hygienverhalten werden von den Bienen etwa 50% der Zellen in 10 Stunden ausgeräumt
  • Im durchgeführten Versuch zeigt das schwache und kranke Volk kein Hygieneverhalten, d.h. keine der Zellen wurde von den Bienen ausgeräumt. Bei den beiden gesunden Völkern (Wirtschaftsvolk und Ableger) wurden rund 30-35% in 6 Stunden ausgeräumt bzw. es wurden die Zelldeckel aufgeknabbert um die Puppen zu entfernen.

Waben aus schwachem/krankem Volk: Nach 6 Stunden war nichts ausgeräumt (leere Zellen waren auch zu Beginn nicht besetzt)

Waben aus Wirtschaftsvolk: Nach 6 Stunden ca. 30-35% ausgeräumt

Waben aus Ableger: Nach 6 Stunden ca. 30-35% ausgeräumt

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Im Sommer schon an das Winterfutter denken

Bei der Honigernte „stehlen“ wir Imker den Bienen ihre Wintervorräte. Daher sollte man bei der Honigernte auch schon an das Winterfutter denken. Bei uns heißt das, dass beim Reinigen der Honigschleuder und der sonstigen bei der Honigernte benötigen Utensilien auch schon mal die Kanister für das Winterfutter gesäubert werden.

In diese Kanister wird der Futtersirup beim Händler aus den richtig großen Tanks befüllt. Der Händler kauft den Sirup üblicherweise in Tankzugladungen von jeweils 20 Tonnen pro Lieferung. Da auch IBC-Container von rund 800-1.000 kg nur schwer zu handhaben sind, ist die Lösung mit Kanistern am einfachsten umzusetzen. Ein Kanister enthält rund 14kg und damit die ungefähr die Futtermenge für ein Volk.

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Versuch mit Dunkler Biene

Apis Mellifera Carnica, die Kärntner Biene, ist die am weitesten verbreitete Unterart der westeuropäischen Honigbiene. Die Bottwarbienen sind bis auf ein Volk mit Buckfast-Einschlag auch Carnicas. Ursprünglich heimisch in unserer Region war aber eine andere Bienenart, die Dunkle Biene. Apis mellifera mellifera ist die einzige auf der Alpennordseite ursprünglich einheimische Honigbiene und der Urtyp aller Honigbienen.

In den letzten Jahren hat das Interesse an der Dunklen Biene wieder zugenommen. Bei normalen Trachtverhältnissen oder Massentrachten hat sie eine rund 20% geringere Honigleistung als die Carnica. Wenn die Trachtverhältnisse aber schwierig sind, hat sie oft sogar eine bessere Honigleistung, da sie auf wechselhafte  Klimaverhältnisse auf der Alpennordseite besser reagieren kann.

Von einem Imkerkollegen konnte ich zwei Weiselzellen einer dunklen Reinzuchtkönigin bekommen (Dankeschön nochmal :-). Damit kann ein erster Versuch starten und zwei Ableger aus Flugbienen bekamen diese Weiselzellen eingesetzt.

Mal sehen, wie sich die Ableger entwickeln. Wenn die Königinnen schlüpfen und hier auf dem Hochzeitsflug begattet werden, werden die Völker 50% Gene der Dunklen Biene haben.

Ableger aus Flugbienen für Versuch mit Dunkler Biene
Weiselzelle aus Königinnenzucht in neu gebildetem Ableger

 

Nachtrag 30.07.2017: Der Versuch ist leider misslungen. Eine der Königinnen ist nicht geschlüpft und die andere ist nicht vom Hochzeitsflug zurückgekehrt.

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Sommerhonig aus dem Wald

Nach etwas mehr als 2 Wochen im Wald war es schon Zeit, das erste Mal Honig zu schleudern. Es gibt zwar Honigtau in dieser Region, aber die Bienen tragen noch hauptsächlich Nektar, zum Beispiel von wild wachsenden Himbeeren und Brombeeren, ein. Der Honig ist recht dunkel und schmeckt fruchtig.

Honigwaben in DN Halb- und Ganzzargen

Wir entdeckeln die Waben ganz klassisch von Hand und arbeiten mit einer einfachen 4-Waben-Schleuder. Es hat daher von der Entnahme der Honigwaben bis zum Verschließen der Lagerbehälter einen ganzen Tag gedauert. Das Wandern der Bienen und die Arbeit hat sich für diesen feinen Honig in jedem Fall gelohnt.

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Seminar zur Einführung in die Methoden der Honigmikroskopie

Dieses Jahr sind mehrere Kurse an der Landesanstalt für Bienenkunde auf dem Programm. Der zweite Kurs war die Einführung in die Honigmikroskopie bei Dr. Dr. Horn. Herr Horn ist bekanntermaßen ein Spezialist für Palynologie, d.h. die wissenschaftliche Untersuchungen über den Aufbau und die Struktur der Sporen und Pollenwandung. Vereinfacht könnten man auch sagen, dass es um das Erkennen und Unterscheiden von Pollen geht.

Durch die Bestimmung von Pollen in einer Honigprobe, den Anteilen in der Probe und die Kombination der Pollenarten lässt sich ein Honig nicht nur bezüglich seiner botanischen Zusammensetzung, sondern auch seiner örtlichen Herkunft analysieren.

Nach der theoretischen Einführung in die Formen und den Aufbau von Pollenkörnern ging es an den praktischen Teil. Zuerst wurde allerdings im Labor gezeigt, wie solche Proben aus Pflanzen bzw. aus Honig erstellt werden können.

Jeder Seminarteilnehmer hat verschiedene Präparate erhalten, um die Pollenkörner selbst unter dem Mikroskop zu suchen und zu bestimmen.

  • Echte Sal-Weide
  • Wald-Kiefer
  • Zier-Apfel
  • Zitter-Pappel
  • Krokusse
  • Eibe
  • Erle
  • Hänge-Birke
  • Linde
  • Rosskastanie
  • Spitz-Ahorn
  • Buschwindröschen
  • Stiel-Erle
  • Raps
  • Löwenzahn
  • Blütenhonig

Die Präparate der einzelnen Pflanzen wurden direkt aus Pollen erstellt und man konnte daher diese Pollenart jeweils in allen Formen und Lagen sehr gut sehen. Besonders schön ist dabei der Pollen des Löwenzahns. Der Blütenhonig enthielt eine Mischung verschiedener Pollen dieser Tracht und es lässt sich damit gut nachvollziehen, wie aufwendig es ist, einen Honig zu analysieren indem man die Pollen identifiziert und auszählt.

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Imkerlicher Triatlon?

Drei Tage im Einsatz für die Bienen.
Gute Ergebnisse, aber sehr anstrengend.

Irgendwie eine Art imkerlicher Triatlon:

  1. Disziplin/Tag: Mähen von mehreren Streuobstwiesen mit dem Balkenmäher
  2. Disziplin/Tag: Podeste aus Einwegpaletten bauen und aufstellen
  3. Disziplin/Tag: Schwarmkontrolle bei allen Wirtschaftsvölkern, Ableger pflegen, weitere Honigräume aufsetzen

Diese drei Disziplinen bzw. Tage haben sich so ergeben. Podeste baut man ja nicht so oft und ein Tag lang Honig mit einer handbetriebenen Schleuder zu schleudern kann auch anstrengend sein.

Wie beim Sport eben, danach kann man sich richtig über das Erreichte freuen.

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Neue Bienenpodeste aus Einwegpaletten

Vor einiger Zeit haben wir die Palettenpodeste an unserem ebenen Bienenstand am Lerchenberg um 2 Lagen Europaletten erhöht. Das macht das Arbeiten deutlich komfortabler und die Bienen stehen auch etwas höher über dem Gras, das bei uns voll auswachsen darf, bevor es geschnitten wird.

Damit auch am Bienenstand am Forstberg etwas einfacher gearbeitet werden kann, sollte das Podest auch hier erhöht werden. In diesem Fall kommt erschwerend hinzu, dass der Bienenstand am Hang steht und von hinten bearbeitet wird. D.h. man steht fast auf Höhe des Podests und muss sich stets tief bücken. Die Aufstockung der vorhandenen Plattform wurde wieder aus Einwegpaletten gebaut.

Einwegpaletten von Bauelementen für Wintergärten und Terrassendächern
Podestelemente aus Palettenholz gebaut
Neue Podeste liegen bereit, aufgestockt wurde erst in der Nacht

Die Podestelemente wurden so gebaut, dass sie noch von einer Person transportiert und aufgebaut werden können. Bei schönem Wetter und der Kulisse einer Blumenwiese im Gewerbegebiet von Bönnigheim wurden die Elemente gebaut. Die oberste Ebenen ist nahezu geschlossen, damit unterschiedlich große Bienenkästen mit und ohne Anflugbrettern gut aufgestellt werden können. Auf die vorhandene Plattform wurden die Elemente erst nachts gestellt. Nur nachts und bei niedrigeren Temperaturen können die Fluglöcher der Bienenkästen verschlossen und für die Zeit des Umbaus beiseite gestellt werden. Das ist aktuell natürlich viel einfacher, da die Wirtschaftsvölker für die Waldtracht in den Wald gebracht wurden und nur ein Wirtschaftsvolk und Ableger am Forstberg stehen.

Vielen Dank an VIL Bausysteme in Bönnigheim für die Überlassung der nicht mehr benötigten Einwegpaletten!

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Wiesen mäht man mit dem Balkenmäher

Einige Grundstücksbesitzer haben ihren „Golfrasen“ unter den Obstbäumen der Streuobstwiesen schon viele Male auf 3-5cm rasiert. Einige dieser Streuobstrasen sind nach den heißen Tagen total ausgetrocknet und das Gras verbrannt.

Nachdem jetzt die meisten Blumen auf den Wiesen der Bienenstände aber inzwischen verblüht sind, wird auch bei uns gemäht. Möglichst spät und mit dem Balkenmäher. Mit einem solchen Mäher kann man zwar nicht ganz so filigran um die Bäume mähen, aber das ist hier auch absolut nicht notwendig. Die Vielzahl der Insekten und Eidechsen, die sich vor dem Mäher in Sicherheit bringen und nach dem Mähen auf dem geschnittenen Gras zu finden sind, zeigt was ein Mulchmäher hier alles vernichten würde.

Frisch gemähte Streuobst- und Bienenwiese
Wir haben das schon oft thematisiert. aber wahrscheinlich kann man es nicht oft genug tun: Bitte mit einem Balkenmäher o.ä. und seltener mähen. Streuobstwiesen sind kein Golfplatzgrün, sondern ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Reptilien, Vögel und andere Tiere.

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Bienen wandern in den Wald

In Absprache mit dem verantwortlichen Förster, können ein paar Bienenvölker die frische Waldluft im Schwäbisch-Fränkischen Wald geniesen. Sie sind jetzt am Rand einer Waldwiese aufgestellt. Im direkten Umfeld haben wir nach kurzer Suche „Honigläuse“ gefunden und da es im Wald derzeit ausreichend feucht ist, könnte es auch eine entsprechende Waldtracht geben.

Transport der Bienenkästen
Die Waagstockdaten, die über den Landesverband Württembergischer Imker online abgerufen werden können, zeigen für dieses Gebiet Zunahmen für die ersten Junitage. Während dem schlechten Flugwetter der letzten beiden Tage, wurde allerdings nur wenig eingetragen.

Lecanien in direkter Nachbarschaft zu den Bienenstöcken (Fichtenquirlschildlaus)
Wir werden sehen, was passiert und hoffen darauf, dieses Jahr wieder Waldhonig ernten zu können.

Bienenkästen mit Kontaktdaten und Gesundheitszeugnissen
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Erste Ableger ziehen um

Die Ableger sind weit abseits der dauerhaft genutzten Bienenstände aufgestellt. So haben sie mehr Ruhe, um ihre Königinnen zu bilden und sich zu entwickeln. Die ersten dieser Ableger sind nun so weit, dass sie die Ablegerkästen komplett füllen und werden daher zu den Bienenständen umgezogen und in normale Beuten umgesetzt. Sie werden weiterhin noch etwas zugefüttert, um den Wabenbau zu stimulieren.

Ableger sind auf den Bildern daran zu erkennen, dass sie nur eine Zarge benötigen. Wirtschaftsvölker haben je nach Größe und Leistungsfähigkeit eine weitere Halb- oder Ganzzarge bzw. manchmal auch zwei Honigräume.