
Nachdem bei der Frühtracht der Wabenhonig so gefragt war…
Wir hätten jetzt auch Waben-Sommerhonig.

Nachdem bei der Frühtracht der Wabenhonig so gefragt war…
Wir hätten jetzt auch Waben-Sommerhonig.

Natürlich handelt es sich hier um eine einheimische Hummel.
Eigentlich nicht in ihr Habitat gehören die Zitronenbäumchen.
Aber den Hummeln scheint es aber zu gefallen, denn sie fliegen zielstrebig alle Blüten an.
Wir werden also wahrscheinlich hummelbestäubte Zitronen ernten können.

Nachdem der Blütenhonig – die Frühtracht – geschleudert ist, finden die Bienen im Bottwartal weniger Nektar. Da bereits die ersten Honigtauerzeuger (Läuse) zu finden sind, wandern wir mit einem Teil der Völker wieder in den Schwäbisch-Fränkischen Wald.
Letztes Jahr war ein tolles Waldhonigjahr und das Lager ist noch gut gefüllt. Es wäre also auch nicht schlimm, wenn es dieses Jahr weniger von unserem Lieblingshonig geben würde. Qualität ist uns sowieso viel wichtiger als die Menge.
Ein Teil der Völker bleibt natürlich im Bottwartal. Linde und Co werden auch noch blühen und es soll schließlich auch aromatischen Sommerhonig geben.

Ich weiß, es widerspricht wahrscheinlich dem schwäbischen Sinn für Ordnung und Sauberkeit. Aber warum müssen denn Streuobstwiesen schon Mitte Mai auf Golfrasenniveau runtergemäht werden? Es gibt doch noch kein Fallobst, das man im hohen Gras nicht finden würde.

Wie jedes Jahr machen wir das wieder nicht mit. Kaum fängt ein Stücklesbesitzer an zu mähen, scheinen alle nachziehen zu müssen. Egal, bei den Bottwabienen bleibt die Wiese stehen bis mindestens Mitte Juni. In jedem Fall aber so lange, bis alle Wiesenblumen, Kräuter und Gräser die Möglichkeit hatten, Samen auszubilden. Es ist kein Zufall, dass unsere Wiesen deutlich vielfältiger sind und neben den Bienen auch Heerscharen von anderen Insekten und Reptilien Heimat bieten. Wir haben mit einer klassichen Sense lediglich den Raum vor den Fluglöchern und hinter den Beuten etwas freigeschnitten. So können Bienen und Imker etwas einfacher arbeiten.

Gemäht wird im Juni dann mit dem Balkenmäher und an engeren Stellen mit der Sense von Hand.

Wenn schon knallgrünes Fahrzeug, dann doch auch gleich neue Bottwarbienen-Schilder, oder?
Schließlich halten wir es mit den Bienenkästen genauso: Farbig statt versteckt.

Wir könnten natürlich wieder Bilder vom Entdeckeln der Honigwaben und vom Schleudern zeigen. Oder wie der frische Honig durch die Siebe in den Honigeimer fließt. Aber warum nicht einfach Fakten?
Dieses Jahr haben wir erstmals auch Wabenhonig verkauft, was sehr gut ankam. Es blieb im Regelfall nicht bei einem einmaligen Versuch, sondern der Wabenhonig wurde im Familien- Freundeskreis weitergegeben. Wir freuen uns über die sehr positive Resonanz und werden nach Möglichkeit bei jeder Tracht Wabenhonig anbieten.
Und da das jetzt knapp beschrieben war, bleibt auch noch etwas Raum für das Drumherum am Bienenstand:




Raps ist so eine Sache. Soll man oder soll man nicht? Wie Bio kann Raps sein? Im Grunde ist Raps die Trachtpflanze in der Landwirtschaft, die ab und an aufgrund von Spritzmitteln noch negativ auffällt. Umso wichtiger ist es, dass man einen Standplatz hat, an dem verantwortungsbewusst und mit Rücksicht auf die Bienen gearbeitet wird.
Dieses Jahr haben zwei Völker der Bottwarbienen zum ersten Mal einen Ausflug auf die Schwäbische Alb in die Region von Bartholomä gemacht. Sie durften neben dem sehr praktischen Imkereianhänger eines Imkerkollegen aus Öhringen Quartier beziehen.

Neben der Untersuchung von Bienen und von Proben aus dem Futterkranz, werden auch Pollen aus den Waben (auch Bienenbrot genannt) auf Rückstände von Spritzmitteln untersucht. Dazu werden die ersten Proben zur Blütezeit vom Raps entnommen und bis zur Analyse eingefroren.


Nachdem ich schon einige Male nach Wabenhonig gefragt wurde, gibt es dieses Angebot jetzt zum ersten Mal:
Frischer Honig direkt aus der Wabe!

Es gibt zwar auch spezielle Einsätze in die Waben für die Gewinnung von Wabenhonig, aber die Bienen haben diese Teile aus Kunststoff nicht angenommen. Eigentlich ist es uns auch viel lieber, wenn der Wabenhonig ohne Kunststoff oder andere Bauteile auskommt. Einziger Nachteil der Rähmchen ist natürlich die Verpackung und der Transport.

Wabenhonig können wir nur gegen Abholung abgeben. Bitte nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf, wenn Sie Wabenhonig kaufen möchten.

Laura und Daan besuchen die 4. Klasse der Wunnensteinschule in Großbottwar. Eine Präsentation über Honigbienen hat sie so begeistert, dass sich die beiden weiter mit dem Thema beschäftigt haben. Vielleicht werden sie sogar noch an einem Naturforscherwettbewerb teilnehmen.
Sie hatten sich sehr gut auf das Treffen auf dem Bienenstand vorbereitet und viele Fragen aufgeschrieben, die wir zuerst besprochen haben. Dann ging es an die Praxis: Imkeranzüge anziehen, Smoker anzünden und eines der kleineren Bienenvölker öffnen.
Zuerst haben wir uns die Waben im Honigraum angesehen. Wie genau bauen die Bienen die Waben und welche Farbe hat das Wachs, wenn es ganz frisch ist?
Natürlich haben wir auch den frischen Honig probiert. Mit dem Finger direkt aus der Wabe …

Dann haben wir gemeinsam und ganz vorsichtig den Brutraum des Bienenvolks geöffnet und uns die Brutwaben genauer angesehen. Die Königin haben wir zwar nicht gefunden, aber die Arbeiterinnen und Drohnen kann man sehr gut beobachten. Wie sieht eigentlich ein Bienenei aus?

Zum Abschluss haben wir dann auch noch in zwei größere Bienenvölker hineingeschaut. Hier war viel mehr los, aber im Schutz der Imkeranzüge waren auch die vielen umherfliegenden Bienen kein Problem, sondern faszinierend. Welche bringen Pollen und welche Nektar in den Bienenstock?

Ich wünsche den beiden Nachwuchsforschern weiterhin viel Spaß bei der Beschäftigung mit Bienen und Insekten!

In der Zeit, in der die Bienenvölker in Schwarmtrieb kommen können, d.h. sich auf das Schwärmen vorbereiten könnten, müssen die Bienenvölker mindestens einmal pro Woche kontrolliert werden. Als Teil der Bekämpfung von Varroamilben und zur Dämpfung des Schwarmtriebs werden auch sogenannte Baurahmen eingesetzt. In diesem Rähmchen ohne Spanndrähte und Mittelwand bauen die Bienen hauptsächlich Drohnenbrut. Da die Varroa gerne in den Drohnenzellen vermehrt, da diese eine um 3 Tage längere Entwicklungszeit haben, kann man mit der Herausnahme dieser Drohnenbrut die Vermehrung der Varroa reduzieren.

Die ausgeschnittene Drohnenbrut wird noch am gleichen Tag eingeschmolzen, um das Wachs zu gewinnen. Da die Bienen den Baurahmen komplett ohne Mittelwand ausgebaut haben, ist dieses Wachs sehr rein und wertvoll für die Herstellung von eigenen Mittelwänden.

Da einige der starken Wirtschaftsvölker schon Schwarmtrieb entwickeln, werden auch gleich noch die ersten Ableger gebildet. Sie kommen an einen anderen Standort, um sich dort zu entwickeln.


Für die Teilnahme am ganzen Imkertag war keine Zeit, aber der Vortrag von Prof. Dr. Menzel hat mich sehr interessiert. Sonntags also Ausflug nach Unterkochen:

Wie Neonicotinoinde das Verhalten von Bienen stören
Prof. Dr. Dr. h.c. Randolf Menzel

Gesund, schlank und fit mit Honig – Honigirrtümern auf der Spur
Renate Frank
Neben Vorträgen und Workshops gab es auch eine Messe in und vor der Sporthalle, im Foyer war eine „Bienenvoliere“ aufgebaut.

Mehrere sehr starke Völker hatten schon vor einer Woche einen 1/2-Zargen-Honigraum erhalten, damit sie etwas mehr Platz haben und schon mal mit dem Ausbauen der Waben beginnen können.
Ein Volk hat in einer Woche diesen Honigraum schon zu etwa 50% mit Wabenwerk ausgebaut und schon etwa 30% Nektar eingetragen. Aufgrund dieser Entwicklung und der nun massiven Zunahme der Blüten bei Obstbäumen und Co. haben nun fast alle Völker einen Honigraum erhalten.
Lieber zu früh, als zu spät …




Sven de Vries @schafzwitschern | #SchäfereiRetten

Beim Frühjahrsbesuch zur Datenerhebung und Probennahme sollte der erste Brutsatz noch nicht geschlüpft sein. Das hat gepasst und das Wetter auch. Strahlender Sonnenschein und herrliches Bienenflugwetter gestalteten den Besuch an den Bienenständen angenehm. Die Bienen waren sehr mit sich beschäftigt und so war es ein entspanntes Arbeiten mit vergleichsweise wenig Rauch. Auch das manchmal sehr launische Basisvolk am Lerchenberg war sehr gechillt.

Die Aufgabe dieses Besuchs war unter anderem die Aufnahme der Volksstärken und der Brutmenge. Die 10 Völker im Monitoring sind teilweise recht unterschiedlich. Sie haben zwischen ca. 2.500 und 10.000 Bienen, wobei die vermeindlich schwächeren Völker teilweise viel Brut haben und in nächster Zeit sicher aufholen werden. Von jedem Monitoringvolk wurden ca. 50 Bienen mitgenommen. Diese Bienen werden auf Nosema und Tracheenmilben untersucht.

Später am Tag haben dann alle Bottwarbienenvölker noch einen Baurahmen erhalten. Dieses leere Rähmchen an Position 2 dient dazu, von den Bienen ohne Mittelwand ausgebaut zu werden. Durch diese Methode konzentriert sich auf diesem Rähmchen die Drohnenbrut, da sie etwas größere Zellen benötigt als das Raster der Mittelwände. Da Varroamilben sich in Drohnenbrut stärker entwickeln, dienen diese Brutrahmen als Milbenfalle. D.h. die Drohnenbrut wird im verdeckelten Zustand ausgeschnitten um die Varrroabelastung in den Bienenvölkern zu reduzieren.
Die stärksten Völker sind garnicht im Monitoring. Drei der Völker am Standort in Oberstenfeld sind enorm starkt und haben sehr viel Brut. Diese Völker werden in nächster Zeit förmlich explodieren (Zeitraum „verdeckelte Brut“ = 12 Tage) und bekommen daher schon jetzt die erste Halbzarge als Honigraum. So haben sie mehr Platz und sind schon mal mit Wabenbau beschäftigt bis es mit der Tracht losgeht.
Erst vor ein paar Tagen habe ich beim Weissacher Imkertag den Vortrag von Lea Kretschmer zum Insektensterben gehört. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich vieles nachteilig verändert und dass die Erhaltung der Biodiversität essentiell ist. Für einen kleinen Moment an diesem Mittag schien die Welt aber besser zu sein als gedacht. Mehrere Tagpfauenaugen flogen zwischen den Bienen herum und versorgten sich an den Schlehenbüschen mit Nahrung. Ein kurzer Moment von heilerer Welt.


Wie immer am Mittwoch nach Ostern trafen sich viele Vertreter aus dem Regierungspräsidium, anderen Behörden, den Imkerverbänden und Vereinen aber natürlich auch viele Imker in der Strudelbachhalle in Weissach-Flacht.
Die besten Beiträge waren dieses Jahr aus meiner Sicht die differenzierte Betrachtung zum Thema Insektensterben von Lea Kretschmer, der Ansatz von Markus Schwarz zur Völkerteilung und der klassische Statusbericht aus Hohenheim von Dr. Peter Rosenkranz.
Nachfolgend ein paar Notizen zu den Vorträgen.

„Ziele und Maßnahmen des Sonderprogramms des Landes zur Stärkung der biologischen Vielfalt“, Dr. Gerhard Schaber-Schoor Leiter Koordinierungsstelle Biodiversität und Landnutzung MLR
„Varroabekämpfung: Aktuelle Situation und Beurteilung neu zugelassener Mittel“, Dr. Peter Rosenkranz Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim
„Insektensterben – Begriffserklärung, Hintergrundwissen und Fakten“, M.Sc.Agr. Lea Kretschmer ehemalige Mitarbeiterin der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim

„Fachberatung Imkerei 2017 – Ausblick 2018“, Thomas Kustermann Regierungspräsidium Stuttgart
„Spannungsfeld: Pflanzenschutzmittel und Imkerei“, Alexander Weissbarth Imker und Mitarbeiter im Obstbau Beratungsdienst Hohenlohe-Neckar e.V.
„Schwarmvorbeuge durch Volksteilung nach der Frühtracht“, Markus Schwarz Imkermeister HonigManufaktur Spatzenhof

Feinsteifer Blütenhonig in wenigen Minuten ?!
Der effiziente Ansatz des Rapido ist es, dass man nicht direkt nach der Ernte den Blütenhonig cremig rührt, sondern erst dann, wenn man ihn braucht. Dazu ist es nur erforderlich, den Honig etwas zu temperieren und ihn in einem Durchgang von 2-3 Minuten in die cremige Konsistenz zu bringen.
Hier findet sich der Rapido von Dr. Klaus Wallner und das Video, das zeigt, wie es gehen kann.
Erster Versuch:
Mein erster Versuch lief nicht so ideal. Einen Eimer festen Blütenhonig habe ich auf knapp 30°C temperiert und dann mit dem Rapido und meinem Rührwerk gerührt. Das Ergebnis ist leider nicht so feincremig wie ich mir das gewünscht hätte. Der Honig enthält noch viele größere Kristalle, die sich aufgrund der inzwischen recht flüssigen Konsistenz nicht mehr zerkleinern lassen.



Zweiter Versuch:
Offenbar waren die Kristalle zu groß oder aber der Honig bereits zu warm. Als zweiten Versuch habe ich einen Eimer Blütenhonig ohne ihn zu erwärmen direkt bei Zimmertemperatur gerührt.
Auszug aus FAQ von Biorat: „Wenn der Honig sehr grob kristallisiert, dann muss die Aufwärmtemperatur etwas reduziert werden, damit die Kristalle den nach unten stehenden scharfkantigen Barren nicht ausweichen können – dann müsste auch dieser Honig gehen. Kristalle, die man auf der Zunge noch spüren kann, beeinflussen de spätere cremige Konsistenz nicht. Nur das interessiert die Honigkunden wirklich.“
Das Ergebnis ist beim zweiten Versuch zwar etwas besser, aber auch dieser Honig enthält für meinen Geschmack immer noch zu viele große Kristalle. Da ich kurzfristig cremigen Honig im Glas benötige, habe ich ihn trotzdem abgefüllt. Geschmacklich ist er perfekt.





Den ersten Eimer werde ich in den nächsten Tagen nochmal rühren. Mal sehen, wie sich die Konsistenz dann einstellt.

Noch ist etwas Zeit bis zur ersten Tracht, aber nachdem es inzwischen deutlich mehr Bienenvölker sind, muss auch die Vorbereitung früher beginnen.
Mit der Routine der letzten Jahren geht es eigentlich ganz fix:



