Dieses Mal lag der Schwerpunkt auf folgenden Punkten:
Probennahme von Bienen der 10 Monitoring-Völker zur Laboruntersuchung von Varroabelastung, etc.
Pollen- bzw. Bienenbrotentnahme zur Zeit der Maisblüte. Die Pollenprobe bei der Rapsblüte hatte ich selbst bereits während er Wanderung in den Raps entnommen und eingefroren.
Begutachtung der Bienen: Sind sie agil und machen gesunden Eindruck? Finden sich vielleicht verkrüppelte Bienen oder andere Auffälligkeiten?
Honigprobe von 2019 geschleudertem Honig. Bei uns bisher nur Rapshonig den wir Mitte Juni geschleudert haben.
Unerschiedliche Pollen sind schichtweise in die Zellen eingelagert
Die Bienen machten einen sehr guten Eindruck und subjektiv finden sich dieses Jahr z.B. deutlich weniger Bienen mit verkrüppelten Flügeln (Flügeldeformations-Virus).
Soweit erkennbar und aus bisherigen Analysen abzuleiten, ist alles in bester Ordnung.
Wir lieben Waldhonig und das Wandern in den Schwäbische-Fränkischen Wald ist immer ein sehr schöner Teil des Imkerns im Sommer. Unser Platz liegt sehr abgelegen in Mitten des Waldes an einer Wiese, auf der früher die Bäume aufgezogen wurden. Eine Art Baumschule im Wald.
Frühstückskaffee im Wald kurz nach Sonnenaufgang und Aufstellen der Völker – das Highlight der Waldwanderung 2019!
Vorletztes Jahr hatten wir den perfekten Waldhonig. Tolles Aroma und extrem geringer Wassergehalt.
Letztes Jahr hatten wir zuerst auch sehr guten Waldhonig, aber dann kam massiv Mellezitose und wir hatten große Mühe, den Honig aus den Waben zu bekommen. Wir haben daraus aber etwas sehr Gutes geschaffen: Waldhonig-Glühmet für die Weihnachtsmärkte.
Dieses Jahr?
Die Prognosen waren sehr schlecht. Thomas Lorenz – Trachtobmann des LVWI – hat schon auf dem Hohenheimer Tag im März ausgeführt, dass die nächsten 5-10 Jahre schwierig werden. Wörtlich: „Die nächsten 3 Jahre könnt ihr vergessen!“. Nunja, er hatte zumindest für dieses Jahr und für unseren Standort recht.
Ende Juni sind wir bewusst mit deutlich weniger Völkern als in den letzten Jahren aufgewandert. Mit dabei war dieses Mal aber ein Imkerkollege, der bislang noch nie mit seinen Bienen im Wald war.
Da wir dieses Jahr unsere eigene Stockwaage dabei hatten, konnten wir die Entwicklung sehr gut verfolgen und waren nicht auf die Waagen des Trachtnetzes angewiesen. Leider zeigte sich schnell, dass es keine Zunahme gibt und die Völker nur etwa ihr Gewicht halten. Auch die Waagen des Trachtnetzes zeigten unklare Daten oder keine Zunahmen.
Dieses Mal nur 4 Völker und die Stockwaage
Nach 2 Wochen haben wir den Ausflug in den Wald abgebrochen und die Bienen wieder ins Bottwartal zurück geholt. Die Kästen waren inzwischen leichter als beim Start.
Fazit: Ein schöner Waldausflug war es trotzdem und vielleicht haben wir nächstes Jahr wieder mehr Glück.
Das Netzwerk der Fachberaterinnen für Bienenprodukte hat beim diesjährigen Gaildorfer Imkertag verschiedene Workshops angeboten und auch eigene Produkte verkauft.
Unser Beitrag von Biene Baum Natur (http://bienebaumnatur.de/) war die Herstellung von Handbalsam. Wer Interesse hatte, könnte sein eigenes Handbalsam herstellen und nach Wunsch mit Duft versehen.
Workshop HandbalsamInformationen über das Netzwerk der Fachberaterinnen
Da die Fachberaterinnen auch eigene Produkte vorstellen und verkaufen konnten, haben wir uns auch entschieden „ein paar Eulen nach Athen zu tragen“ und unseren Met und Honiglikör zum Verkosten und in Flaschen anzubieten.
Probieren macht Spass
Wir haben aber nicht nur etwas verkauft, sondern auch gleich selbst eingekauft. So steht jetzt auch bei uns eine liebevoll bemalte Holzbiene im Vorgarten. Sie sieht so ähnlich aus wie Remsi. Remsi ist das Maskottchen der Remstal-Gartenschau 2019 und kann an vielen Stellen im Remstal entdeckt werden. Die meist von Kindern bemalten Bienen weisen auf die Gartenschau und auch auf das Blühflächenprojekt hin. 200 Blühflächen sollen die Nahrungsversorgung für Bienen und vor allem auch der andere Insekten verbessern und sie sehen natürlich auch einfach toll aus.
Einerseits versucht man als Imker in der Regel das Schwärmen der Bienen zu verhindern. Andererseits ist es auch immer ein spannendes und beeindruckendes Erlebnis, einen Schwarm zu beobachten und idealerweise auch wieder einzufangen.
Aus einem unserer Bienenvölker ist ein sehr großer Schwarm abgegangen und die Bienen haben dazu einen Sonntag und regnerisches Wetter ausgesucht. Das ist gut für den Imker, denn so hat mich die Nachricht rechtzeitig erreicht und die Bienen sind aufgrund der Feuchtigkeit lange am Baum in der Nähe des Bienenstocks geblieben.
Zum Einfangen dieses Schwarms war ein Ablegerkasten zu klein, es musste gleich eine große Beute sein. Neu einlogiert haben diese Bienen in 2 Wochen zwei Zargen mit Mittelwänden komplett ausgebaut. Ein sehr starker Schwarm eben…
Eigenlich auch ein Thema, das sich immer wiederholt: Steuobstwiesen sollten mit Balkenmäher oder Sense gemäht werden und nicht mit dem Mulchmäher, der alles kurz und klein häckselt.
Ich kann verstehen, dass das für manche Wiesenbesitzer vielleicht nicht funktioniert, da das Mähen mit dem Balkenmäher und vor allem danach das zusammenrechen von Gras oder Heu zu anstrengend ist. Aber vielleicht ist es manchmal doch nicht eine Frage der Kondition, sondern eher der Bequemlichkeit.
Wir bleiben jedenfalls dabei: Der Balkenmäher ist die ökologischste Lösung.
Nebenbei gibt es Kirschen zur StärkungEine Akkuheckenschere für die Ecken, an die der Balkenmäher nicht dran kommtFrisch gemähte Streuobstwiesen
Damit die Artenvielfalt der Wiese erhalten bleibt, muss das Heu entfernt werden
Der Raps ist verblüht und im Bottwartal beginnen die Linden, Phacelia, Brombeeren, usw. Es ist also Zeit, den temporären Bienenstand auf der Alb wieder abzubauen und die Bienen nach Hause zurück zu bringen.
Damit möglichst wenige Bienen verloren gehen, starten wir schon vor Sonnenaufgang und bei kühlen Temperaturen am frühen Morgen. Die Fluglöcher wurden schon um 4:30 Uhr geschlossen und bis zum Sonnenaufgang um 5:15 Uhr waren die Bienenvölker bereits reisefertig.
Als erstes werden die Fluglöcher verschlossen und die Spanngurte richtig platziert
Alle Kästen und Paletten sind verladen
Nur sehr geringer Schaden am Feldrand, aber sehr viel Nutzen durch Bestäubungsleistung auf dem ganzen Schlag
Der Anhänger meines Kollegen – Perfekt zum Wandern!
Am 09.06.2019 fand ein Aktionstag zum Thema Bienen im Freilichtmuseum Beuren statt. Einen ganz wesentlichen Beitrag hat das Netzwerk der Fachberaterinnen für Bienenprodukte geleistet indem verschiedene Workshops für die ganze Familie angeboten wurden. Beim Angebot zum Veredeln von Seife haben wir über BieneBaumNatur auch unterstützt.
Auszug aus dem Veranstaltungskalender des Museums:
„An Pfingstsonntag, den 9. Juni, dreht sich im Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen in Beuren von 13 bis 17 Uhr alles um Bienenhaltung, Imkerei und Naturschutz. Der Aktionsnachmittag „Es summt im Streuobstparadies! Die Welt der Bienen entdecken“ wird inmitten der Streuobstwiesen des Museumsdorfes im Bienenareal angeboten, dort leben auch die Museumsbienen. Fachleute gestalten das Programm für Erwachsene und Familien, dabei können interessante Entdeckungen rund um die Bienen gemacht werden und Kinder können unter Anleitung aktiv werden. Der Museumsimker stellt seine Arbeit vor, der historische Bienenwagen und das Immenheim stehen zur Besichtigung bereit. Für große und kleine Gäste steht eine Bienenquizwand zur spielerischen Wissensvermittlung bereit, ein Bienen-Kinderbuch wird vorgestellt, es gibt zahlreiche Mitmachstationen rund um Bienenprodukte und dem Imker kann über die Schulter geschaut werden.
Mitmachstationen rund um Bienenwachs Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr werden die Fachberaterinnen für Bienenprodukte den Thementag bereichern. Renate Schlumpp zeigt, wie man einfach mit Bienenwachs “Knete” herstellen kann. Annerose Brändle veredelt mit den Besucherinnen und Besuchern Rohseife mit Bienenprodukten. Des Weiteren zeigt Raphaela Kälberer die Herstellung und Verwendung von Bienenwachstüchern. Bei jeder Aktion können die Interessierten selbst Hand anlegen und mitwirken. Speziell für Kinder gestaltet Nicole Franke einen Bastel- und Maltisch. Hier können Kinder Bienen ausmalen, ausschneiden und zusammenkleben oder sogar Bienen filzen.“
Impressionen vom Aktionstag:
Für mich war der Aktionstag die Gelegenheit, den Imkerwagen und das alte Bienenhaus auch einmal von innen zu besichtigen:
Es könnte wirklich einfacher sein, aber das ständig schlechte Wetter macht die Imkerei in diesem Jahr wirklich sehr schwierig. Die Bedingungen im Raps waren durchwachsen. Auf 1-2 gute Tage folgten meistens wieder mehr schlechtere Tage. Allerdings haben sich die Bienenvölker besser entwickelt als die daheim gebliebenen. Aus dieser Perspektive hat der Ausflug schon Sinn gemacht und am Ende wird es auch ein paar Kilogramm Rapshonig geben.
Wie man auf dem Bild im Titel sehen kann, ist der Raps verblüht und die Kornblumen sind in der Überzahl. Sie kommen aber nur am Rand des Feldes vor und reichen nicht für eine weitere Tracht der Bienen.
Teilweise verdeckelte Honigwaben Die Bienenkästen wurden nochmal kontrolliert und schon mit den Spanngurten für die Rückreise versehen
Auch in diesem Jahr befindet sich ein Feld mit Phacelia und Sonnenblumen in der Nähe des Heimatbienenstandes der Bottwarbienen. Wenn sie aus dem Raps zurück sind, finden sie dort etwas. Wie immer gutes Wetter vorausgesetzt.
Ganz in der Nähe des Heimatbienenstandes beginnt ein Feld mit Phacelia zu blühen
Unsere eigene Sommerlinde blüht noch nicht, aber die Linden am Straßenrand im Ort blühen schon. So bekommen auch die Bienenvölker dort wieder etwas mehr Nahrung.
Regelmäßige Schwarmkontrolle muss sein und die Baurahmen müssen auch ausgeschnitten werden. Die Stockwaage liefert zwar auch auf die Entfernung detaillierte Daten, aber diese Arbeiten müssen natürlich vor Ort erledigt werden. Dieses Mal habe ich mich mit meinem Imkerkollegen bei unseren Bienen getroffen und wir haben die nötigen Kontrollen und Arbeiten gemeinsam erledigt.
Mal abwarten, wie lange der Raps noch blühen wirdArbeiten an den Bienenvölkern bei massivem FlugbetriebEs hat noch Platz in den Honigräumen
Seit langer Zeit ist uns mal wieder ein Schwarm zugeflogen. In diesem Fall sind es wahrscheinlich sogar unsere eigenen Bienen. Da die beiden Völker in unserem Garten am Haus sehr starken Schwarmtrieb entwickelt haben und sowieso keine gute Tracht gegeben war, haben wir den Schwarmtrieb zur Vermehrung genutzt. D.h. von den beiden Völkern wurden jeweils zwei sehr starke Ableger mit Schwarmzellen gebildet. Das bremst den Schwarmtrieb des Muttervolkes und ergibt im Regelfall sich schnell entwickelnde Ableger. Offenbar ist uns bei der Aktion auch eine der alten Königinnen in einen Ableger geraten. Jedenfalls hing an einer der Beuten der Ableger ein kleiner Schwarm.
Der kleine Schwarm etwas vom Deckel geschützt
Aus welchem Ableger dieser Schwarm abgegangen ist, war nicht festzustellen. Sie schienen alle noch in etwa gleich stark zu sein. Bei dem schlechten Wetter hat es unser kleiner Schwarm wohl vorgezogen erst einmal nicht weiterzuziehen, sondern halb unter dem Schutz des Beutendeckels auf den Imker zu warten. Wie man auf der Beutenwand sehen kann, haben die Bienen bereits erste Wachspunkte gesetzt, um ggfs. noch länger zu bleiben.
In einen Transportkasten gefegt, die restlichen Bienen fliegen von selbst hineinAbtransportNoch mit Futter und Rähmchen versorgenVorübergehend in TransportkisteEigener Ablegerkasten
Im Ablegerkasten kann sich der kleine Schwarm entwickeln, bis er in eine normale Beute umziehen kann.
Seit wir den Bienenstand am Forstberg bewirtschaften hat sich die Zahl unserer Bienenvölker dort erhöht. Aber nicht nur die Population der Honigbienen hat sich erhöht. Auch zum Beispiel die Zahl der Wildbienen, Schmetterlinge und Eidechsen scheint sich auf unserem Grundstück von Jahr zu Jahr erhöht zu haben. Besonders auffällig ist das bei den Eidechsen und Mauerbienen. Ihnen scheint die extensive Bewirtschaftung zu helfen.
Eidechsenmännchen in der Abendsonne
Eigentlich kann man bei jedem Standbesuch Eidechsen sehen. Oft sitzen sie zwischen den Bienenkästen und wärmen sich in der Sonne. Wir haben schon an einem Nachmittag mindestens 7 verschieden ausgewachsene Männchen und Weibchen am Hauptbienenstand gezählt und dazu noch ein paar kleinere Exemplare gesehen.
Die Völker im Bottwartal finden noch immer kaum ausreichend Nahrung, um sich gut zu entwickeln. Ganz anders sieht das bei den Völkern im Raps aus. Das Überangebot an Pollen und Nektar unterstützt eine gute Entwicklung der Völker.
Bienen am Feldrand
Es herrscht extrem starker Flugbetrieb, wenn das Wetter es zulässt. Es regenet immer wieder und die Bienen wollen offenbar jede Minute nutzen, wenn die Verhältnisse gut sind. Ein Arbeiten ohne Schutzausrüstung ist dann auf keinen Fall möglich. Das Feld liegt etwas abgelegen und daher sollten hoffentlich keine Wanderer direkt vorbei kommen.
Windmesser der Stockwaage
Auf der Hochebene weht häufig ein kräftiger Wind, der es den Bienen nicht leicht macht, mit voller Ladung das Flugloch direkt anzufliegen.
So ein richtiger Wonnemonat war der Mai dieses Jahr nicht. Leider haben wir dieses Jahr dieses Jahr keine Frühtracht, d.h. Blütenhonig ernten können. Mitte Ende Mai musste sogar darauf geachtet werden, dass die Völker nicht verhungern. Im Bottwartal war Ebbe in der Tracht. Folgerichtig ist nur von den Völkern im Raps auf der Ostalb ein Honigertrag zu erwarten und wir konzentrieren uns an den Heimatstandorten mehr auf die Völkervermehrung, etc.
Was man so machen kann in der trachtlosen Zeit:
Neue Beutenständer bauen
Dieser neue Beutenständer steht auf sogenannten Gerüstspindeln, das sind die Füsse von Baugerüsten. Der Vorteil ist, dass sie sich auch auf unserem unebenen Gelände ideal waagrecht ausrichten lassen und dass die Höhe zum idealen Arbeiten leicht verstellt werden kann. Die Beute auf dem Ständer ist noch leer und diente nur zum Ausprobieren.
Drohnenrahmen ausschneiden gegen Varroa
Während der Schwarmzeit werden die Drohnen- oder Baurahmen regelmäßig ausgeschnitten. Das ist ein biotechnisches Verfahren zur Varroabekämpfung und dient auch dazu das Volk zu beschäftigen und den Schwarmtrieb etwas zu dämpfen. Da das Wachs frisch und sauber ist, schmelzen wir es für unseren Eigenwachskreislauf aus.
Ableger in 5er-AblegerkästenAbleger in Beuten
Die eigene Nachzucht ist wichtig. Dabei erstellen wir Ableger von Völkern, die sich überdurchschnittlich gut entwickeln, gut Honig eintragen und friedfertig sind. Je nach Situation halten wir die Ableger in speziellen Ablegerkästen, die sich leichter transportieren lassen oder manchmal auch direkt in Beuten. Um Räuberei zu vermeiden, müssen sie meistens an einem gesonderten Standort aufgestellt werden. Wenn sie stark genug entwickelt sind, werden die Jungvölker in Beuten umgesetzt und an einen der Heimatstandorte zurück geholt.
Raps anwandern ist immer so eine Sache. Auf der einen Seite gibt es einen leckeren Honig, auf der anderen Seite besteht immer das Risiko, dass die Bienen durch Spritzmittel geschädigt werden. In unserem Fall ist das dieses Jahr aber eine einfache Entscheidung.
Das Frühjahr hat zwar schön begonnen, aber leider haben die Bienen nichts davon gehabt. Die Obstbaumblüte war sehr früh, alles blühte nahezu gleichzeitig und nach dem Kälteeinbruch und dem viele Regen war es auch sehr schnell vorbei. Die Bienenvölker waren daher zu Beginn der Obstbaumblüte noch nicht weit genug entwickelt, um davon richtig profitieren zu können. Die Folge: Wir haben keine Frühjahrstracht geerntet, sondern den Bienen den wenigen Honig gelassen, um sich zu ernähren und zu entwickeln.
Das Wohlergehen der Bienen ist uns wichtiger als die Honigernte. Für uns und unsere Kunden ist das nicht so tragisch, denn das Lager ist mit Blütenhonig aus 2018 noch gut gefüllt.
Wir haben kurzfristig entschieden, einige Völker auf die Ostalb zum Raps zu wandern. Dabei haben wir das Glück, diese Wanderung mit einem Kollegen aus Hohenlohe gemeinsam machen zu können. Er kennt den Bauern persönlich und wir haben so die Sicherheit, dass bei der Bewirtschaftung der Felder auf unsere Bienen geachtet wird.
Bottwarbienen im Rapsfeld
Seit Februar ist unsere Stockwaage im Einsatz, bisher allerdings nur an unserem Heimatbienenstand im Bottwartal. Mit den Bienenvölkern haben wir auch die Waage zum Raps umgezogen und haben damit die rund 1,5h Fahrzeit entfernten Bienen trotzdem im Blick. Die Arbeit mit der Stockwaage bringt viele interessante Informationen und es lässt sich detailliert verfolgen, wie sich z.B. das Wetter und die Bienen verhalten. Natürlich ist es jeden Tag spannend zu sehen, wie viel eingetragen wird.
Wir haben übrigens in der kurzen Zeit des Einsatzes schon sehr gute Erfahrungen mit der Waage gemacht. Die Auswertung der Daten ist sowohl über die Webseite aber auch ganz besonders einfach über das Smartphone möglich und man ist immer gut informiert. Auch der Service ist hervorragend. Das Ersatzteil für den beim Wandern durch ein Ungeschick abgebrochenen Propeller des Windsensors wurde innerhalb von ein paar Tagen geliefert und als die Waage online einige Störmeldungen angezeigt hat, konnte das Problem schon während des Telefonats mit Richard Wolf geklärt und behoben werden. Falls also jemand eine Stockwaage kaufen möchte, ich hätte da eine klare Empfehlung.
Die Völker entwickeln sich gut, das Wetter ist gut und ich habe ein paar Tage frei. Ideale Voraussetzungen, um etwas mehr Zeit auf dem Bienenständen zu verbringen und die ersten Ableger zu bilden.
Eines meiner DeBiMo-Völker war bei der ersten Kontrolle im Rahmen des Monitoring sozusagen besonders auffällig, d.h. es hat sich hervorragend entwickelt und war zudem auch noch sehr gechillt. Folgerichtig war es auch einer der Kandidaten, für die ersten Ableger in diesem Jahr.
Nachdem es immer noch sehr trocken ist, kommen die Hühner- bzw. allgemeiner formuliert, die Geflügeltränken wieder zum Einsatz. Letztes Jahr haben die Bienen dieses Angebot sehr gut angenommen. Irgendwie verlagert das die Arbeit. Statt der Bienen schleppt jetzt der Imker das Wasser herbei. Naja …
Begrüßung Dr. Kurt Mezger, Regierungspräsidium Stuttgart
1.000 neue Imker in Baden-Württemberg in 2018
23.500 Imker in Baden-Württemberg
180.000 Bienenvölker in Baden-Württemberg (1/5 der Bienenvölker in Deutschland)
Alle wesentlichen Förderungen der aktuellen Petition in Bayern sind in Baden-Württemberg bereits umgesetzt, d.h. entsprechenden Maßnahmen sind eingeleitet oder Förderprogramme aufgelegt. Entscheidend ist aber natürlich, dass es auch zur konsequenten und nachhaltigen Umsetzung kommt.
Projekt Blühende Naturparke Manfred Kraft, Leiter des Projekts Blühende Naturparke (www.bluehende-naturparke.de), Obmann für Bienenweide des Landesverbandes Badische Imker e.V.
Insektensterben: Bezug auf Krefelder Studie aus 2017, Studie steht zwar auch stark in der Kritik, war aber eine Art Weckruf zum Problem des Insektensterbens
Beispiel in Baden-Württemberg: 10 Arten von oligolektischen Wildbienen sind auf eine Glockenblumenart angewiesen, die auf Heuwiesen wächst. Durch die veränderte Nutzung der Wiesen und das häufige Mähen ist die Glockenblume und damit auch die 10 Wildbienenarten stark gefährdet.
Das Projekt stützt sich u.a. auf die Erfahrungen des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, 2016 wurde Kooperation gestartet
Blühende Naturparke wurden 2018 gestartet, um die Erfahrungen und Aktivitäten weiter zu verbreiten
Projekt wird im Rahmen des Sonderprogramms des Landes zur Stärkung der biologischen Vielfalt mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg für 2 Jahre finanziell gefördert
Anforderungen an die einzelnen Projekte
Trittsteine schaffen meint, dass für Wildbienen im Umkreis von rund 100m eine Ausbreitung möglich ist, sonst besteht die Gefahr der genetischen Verarmung
Mehrjährige heimische Wildblumen und Wildgräser
Standortangepasste Artenzusammensetzung
Ökologisches Pflegemanagement
Offene Bodenstellen
Projekt hat auch Bildungsauftrag, um die Besitzer der Flächen zu motivieren und für mindestens 5 Jahre ökologischer Pflege zu verpflichten
Nutzung von gebietsheimischem zertifizieren Saatgut wird dringend angeraten
Beschaffung des Saatguts und die Bewirtschaftung wird koordiniert, Vernetzung der Flächen ist wichtig
Kooperation bei der Aussaat mit Kindergärten: Kinder sind Multiplikatoren, da sie oft die ganze Familie motivieren auch selbst etwas zu unternehmen
Herbstaussaat ist erfolgreicher, da es bei der Frühjahrsaussaat oft viel zu trocken ist
Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG) nehmen teil, aber auch viele private Initiativen sind dabei
Projekt hat gute Flächenwirkung und Arbeit mit Kindern ist nachhaltig
Zusammenarbeit mit Imkern ist gut
Schwierig: beratungsintensiv, technische Ausstattung der Gemeinden, Saatbeet-Vorbereitung, Ausbildung der Bauhofmitarbeiter, §40 Saatgut (gebietsheimisch ausserhalb der Ortschaften, ab nächstem Jahr verpflichtend)
Unterstützung durch EDEKA Südwest bei Seminaren zur Ausbildung von Fachmann/-frau für Bienenweide
Heu machen bedeutet auch Ausbringen von Samen durch Heublumen
Aktuelles aus der Landesanstalt für Bienenkunde Dr. rer. nat. Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim
Bienensterben => Insektensterben => Biodiversität
Projektvorstellung: Blühinseln im urbanen Raum
Nutzen von verschiedenen Bepflanzungen wurde untersucht, auch im Stadtgebiet können Wildbienen durch richtige Bepflanzung unterstützt werden, Flyer kann auf Webseite von LAB heruntergeladen werden
Honigbienengesundheit
DeBiMo: Bericht über aktuelle Ergebnisse und die Entwicklung über die Jahre
Hauptursache für Winterverluste nach wie vor Varroa
Bienenviren spielen immer größere Rolle
Bienenbrot wird analysiert, auf 450 Stoffe wird untersucht, 90 Wirkstoffe werden in der Regel gefunden, am häufigsten werden Fungizide gefunden, meiste Stoffe nur im Bereich von Sporen, keine signifikante Auswirkung auf Bienengesundheit, ggfs. Kombieffekte möglich
Untersuchungen zu Tankmischung von Fungizid und Insektizid, Tankmischung wirkt 10x toxischer auf Hummeln als Einzelsubstanzen, Tankmischung wird inzwischen als bienengefährlich eingestuft (Einzelsubstanzen sind als bienenungefährlich eingestuft)
Varroa-Bekämpfung
Kurzer Status zur Untersuchung von Lithiumchlorid als Wirkstoff gegen Varroa
Wirkung ist erstaunlich gut, Bienen werden nicht geschädigt
Bienenbrut reagiert sehr empfindlich, guter Wirkungsgrad gegen Varroa bedeutet sehr hohe Brutschäden
Wirkung auf Kunstschwärme liegt bei rund 95%
Lithiumsalze haben großes Potenzial, Nebenwirkungen scheinen beherrschbar, Produktentwicklung und Zulassung würde 2-3 Jahre dauern, Gespräche mit Unternehmen laufen (noch nichts konkretes)
Fachberatung Biodiversität der Abteilung 3 RPS Leon Wurtz, Regierungspräsidium Stuttgart
Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt
Sinnvolle Maßnahmen unterstützen, die die Biodiversität fördern und die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft fördern
Broschüre Flora und Fauna. Mit Herz und Verstand.
Oligolektische Bienen besonders gefährdet
Die meisten Wildbienen nisten im Boden, daher offene Bodenstellen frei lassen und altes Material wie abgestorbene Blütenstengel o.ä. über den Winter stehen lassen
Für die Kulturlandschaft ist eine vielfältige Bestäubung notwendig, d.h. Zusammenspiel von Honigbienen, Wildbienen und anderen Insekten
Bienen fördern durch Vielfalt, d.h. Blühbrachen und Blühstreifen fördern, eigenen Garten entsprechend bepflanzen, kommunale Flächen extensiver bewirtschaften
Neue Präparate zur Varroabekämpfung – Anwendungsweise und gesetzliche Regelungen Thomas Kustermann, Imkerfachberatung Regierungspräsidium Stuttgart
Rückblick
letztes Jahr sehr heiß, aber trotzdem Honig
AS Behandlung wurde teilweise zu spät gemacht, Winterverluste recht gering
Neue Präparate und gesetzliche Regelungen
Amitraz-Rückstände wurden in Honig gefunden
Veterinärämter haben verstärkt kontrolliert
Arzneimittelrechtliche Vorgaben wurden häufig nicht eingehalten (auch unter Bienensachverständigen)
Rechtliche Folgen oft nicht bekannt, Dokumentationspflicht wird oft nicht eingehalten (Bestandsbuch)
Tabelle von zugelassen Mitteln zur Bekämpfung von Varroa ist auf der Webseite des DIB verfügbar
Milchsäure im brutfreien Volk wird nicht mehr empfohlen, da Oxalsäure im Sprühverfahren besser wirkt (aber Schutzmaßnahmen erforderlich)
Bestandsbuch: apothekenpflichtige Präparate sind zu dokumentieren (kein Einsatz bei den Bottwarbienen), geförderte Präparate müssen aufgrund der Förderung dokumentiert werden, bei frei verkäuflichen Präparaten lässt sich aus dem Lebensmittelrecht eine Aufzeichnungspflicht ableiten
Generell keine Präparate während der Tracht einsetzen (gute imkerliche Arbeit)
Fachberaterinnen für Bienenprodukte Silvia Heider, Fachberaterin für Bienenprodukte, Netzwerk Einkommen schaffender Dienstleistung
Ideengebern ist Rosemarie Bort, Imkerin, Heilpraktikerin, Apitherapeutin
Für Frauen, die mit Bienen zu tun haben oder sich sehr dafür interessieren (oft Imkerinnen oder Frauen von Imkern)
Berufsübergreifend, aber mit der Organisation der Landfrauen verbunden
Fachberaterinnen erhalten Zertifikat und u.a. ein gemeinsames Logo und Mitgliedschaft dient zum Erfahrungsaustausch, der Schulung und zur Vernetzung
Markt der Möglichkeiten: was man alles mit Bienenprodukten tun kann
Fachberaterinnen bieten Schulungen, Vorträge und Events rund um die Bienenprodukte an
Altes Wissen um Bienenprodukte soll wiederbelebt werden und weiter verbreitet werden
Produkte und Aktivitäten: Herstellung und Veredelung von Seifen, Bienenwachstücher, Honig-Massage, Holunder-Honig-Sirup, Honig-Zitronen Limonade, Malen mit Bienenwachs (Encaustik), Bienenwachslichter/Teelichter, Backen und Kochen mit Honig, Honigverkostungen, Honig mit Ingwer gegen Erkältung
Rückenprobleme haben dazu geführt, Lösungen für Stand- und Wanderimkerei
Einführung von Flachzargen, zuerst nur für Honigraum (159mm hoch, Beespace 6-7mm einhalten)
Später auch Bruträume auf Flachzargen umgestellt
Vorteile
keine Futterkränze, sondern gesamter Honig im Honigraum
Deutliche Gewichtsreduzierung
Einfache Handhabbarkeit der Flachzargen
Jede Betriebsweise möglich
Gleiches Rähmchenmass im Brutraum und Honigraum
Nachteile
4 Zargen pro Volk, d.h. ca. 10 Rähmchen mehr zu bearbeiten
Völker in Zweieraufstellung, damit mit Hocker auch eine Bearbeitung im Sitzen möglich ist
Hilfsmittel z.B. Klapptisch, damit Honigräume auf der richtigen Höhe umgesetzt werden können
Ableger direkt in einer Flachzange gebildet
Wandern mit speziell umgebauter Sackkarre
Varrobehandlung mit Fangwaben-Käfig, ähnlich wie Bannwaben-Verfahren, brutfrei durch Absperren der Königin und Fangwirkung in abgegrenztem Bereich (Entnahme der verdeckelten Brut, ähnlich wie beim Drohnenrahmen)
Aufgrund von Bauarbeiten auf dem Schulgelände des Friedrich-Schiller-Gymnasiums waren die Bienenkästen der Bienen-AG schon seit mehreren Jahren ausgelagert. Sie standen in einer Ecke von Schillers Obstgarten, unterhalb der Schillerhöhe und des Literaturmuseums der Moderne. In dieser eingezäunten Sammlung von alten Obstbaumsorten, die auf Johann Caspar Schiller, der Vater von Friedrich Schiller, zurückgeht, konnten die Schüler ihre Bienen bisher pflegen. Aber der Weg war weit und die Bienen sollten nun wieder an die Schule zurückkehren.
Professionell vom Lehrer der Imkerei-AG gebaut
Damit sie an der Schule wieder einen sicheren Standplatz haben, wurden aus Gerüstbaustützen und stabilen Balken neue Beutenständer gebaut. Die alten Beutenständer waren schon in die Jahre gekommen und nicht mehr stabil genug. Der bisher verwilderte Platz im Garten der Schule musste zuerst aufwändig von Gestrüpp befreit werden.
Die Beuten in Schillers ObstgartenAlle Völker der AG sind in den Anhänger geladen, die Völker einer Schülerin bleiben vor Ort
Die Bienen-AG hat aber nicht nur einen neuen Platz für die Bienenvölker an der Schule bekommen, sondern auch eine eigene neue Hütte in der die Gerätschaften verwahrt werden können und die groß genug ist, um dort auch imkerliche Tätigkeiten durchzuführen.
Und weil noch Zeit war bis zum Umzug der Bienen, wurden auch gleich noch die Schautafeln geputzt
Die Bienen-AG finanziert einen wesentlichen Teil der Kosten für Material, etc. durch den Verkauf des selbst geernteten Honigs. Ohne die Unterstützung der Schule wäre die AG in dieser Form aber nicht möglich. Es ist toll, dass die Schulleitung das Engagement der Schülerinnen, Schüler und Lehrer für „ihre Bienen“ so tatkräftig unterstützt und die FSG-Bienen jetzt wieder eine schönen Platz an der Schule haben.
Die Bienenvölker geben Gas. Sie nutzen die wärmeren Tage und das reichhaltige Nahrungsangebot an Pollen und Nektar um das Volk zu entwickeln. D.h. sobald mehr neue Bienen schlüpfen werden die Winterbienen ersetzt und dann beginnt das Volk zu wachsen. Einige der einzargig geführten Völker besetzen bereits den vollen Brutraum und einen Honigraum. Sie beginnen den Honigraum auszubauen und den ersten Nektar dort einzulagern.
Süßkirsche in voller Blüte
Zur Bekämpfung der Varroamilben haben die Völker leere Baurahmen an den Rand des Brutnestes eingesetzt bekommen. Inzwischen haben sie diesen sogenannten Drohnenrahmen ausgebaut und mit Drohnenbrut belegt. Da bei Wildbau das Zellenmaß nicht durch eine Mittelwand vorgegeben ist, bauen sie in diesem Rähmchen vorwiegend die etwas größeren Drohnenzellen. Varroamilben bevorzugen diese Zellen zur Vermehrung, da sie länger verdeckelt bleiben.
Voll ausgebauter und verdeckelter Drohnenrahmen wird ausgeschnitten und wieder eingehängt
Man kann also mit der Entnahme dieser noch verdeckelten Zellen einen Teil der Milben aus dem Volk holen. Dies funktioniert ohne das Volk durch andere Mittel zu belasten. Es bleiben trotzdem genug Drohnen im Bienenvolk und außerdem wird durch die Bautätigkeit auch noch der Schwarmtrieb reduziert.
Nachwuchsimkerin bei der Arbeit
Da aus dem Bereich von Hohenheim bereits die ersten abgegangenen Schwärme gemeldet wurden, werden die Bienenvölker ab sofort wieder regelmäßig kontrolliert.
Dieses Jahr fand der Württembergische Imkertag fast direkt vor unserer Haustüre statt.
Der Ludwigsburger Verein hat bei der Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung sehr gute Arbeit geleistet. Die Auswahl der Referenten und Themen der Vorträge war sehr gelungen. Trotz der eingeschränkten räumlichen Verhältnisse des Foyers war auch noch eine Austellung möglich, die eine breite Auswahl geboten hat: Von Gläsern und Flaschen bis zum fertigen Met und von Beuten aus der Behindertenwerkstatt bis zur Profischleuder.
Samstag 13.04.2019
Geplante Schulungsinitiativen, Ablauf von Honiguntersuchungen und der Start des VSH-Projekts Dr. Peter Rosenkranz, Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim
Neues aus der Hohenheimer Varroa-Forschung Dr. Bettina Ziegelmann, Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim
Naturnahe Varroabehandlung Christian Dreher, Fachberater für Imkerei, LLH Bieneninstitut Kirchhain (llh.hessen.de)
DeBiMo-Imker liefern repräsentative Daten zu Überwinterungsverlusten o.ä.
Verlustursachen und biotechnische Behandlungsstrategien
Pflanzenschutzmittel und Beutentyp hat kaum Einfluss
Viren spielen große Rolle
Varroa bei Winterbienen entscheidend
Völkerdichte reduzieren und kontinuierlich jedes Volk kontrollieren
Versuch von Seeley: beste Chance für Volk, das abgeschwärmt ist und danach wieder weiselrichtig wurde (Brutpause)
Künstliche Brutunterbrechung ist gutes biotechnisches Verfahren zur Reduzierung des Varroabefalls (siehe Flyer 1 von Kirchhain)
Ameisensäure wirkt gut, ist aber witterungsabhängig
Oxalsäure wirkt gut, aber nur bei Brutfreiheit (Oxuvar 5,7% sprühen, Oxybee träufeln)
Brutunterbrechung auch spät im Jahr noch möglich, jedoch nur sinnvoll, wenn es aufgrund des Befalls nötig wird
Naturnahe Varroabehandlung
Schlusswort
Pestizide – eine Gefahr für die Insekten? Kenntnisstand und Lösungsansätze unter besonderer Berücksichtigung der Honigbiene Priv. Doz. Dr. Werner Kratz, Freie Universität Berlin
Wirkstoffe werden meistens nicht alleine eingesetzt, sondern mit Formulierungsmitteln, deren Wirkung und Giftigkeit für Nützlinge häufig nicht detailliert untersucht ist
Neuartige Wirkstoffe sind um das ca. 10.000fache wirksamer als die Mittel in den 1960er Jahren
Vorstellung diverser Studien zu Wirkmechanismen und zur Risikobewertung
Neonikotinoide sind die weltweit am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe, Aurelia-Stiftung und andere Gruppen aus dem Bereich der Imker haben sich erfolgreich für Verbote eingesetzt
Auch Ersatzstoffe für Neonikotionoide sind erheblich gefährlich für Bienen, Hummeln, etc.
Erläuterung der Zulassungen für Wirkstoffe und Präparate, Umweltbundesamt und Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit haben wesentliche Aufgaben
Zulassung meist als Einzelstoff, aber Einsatz als Wirkstoffkombination
Zulassungsverfahren haben viele Defizite
Ökosysteme haben inzwischen nicht mehr die Fähigkeit sich selbst zu korrigieren
Glyphosat bleibt ein Dauerbrenner
Artenvielfalt: Erhalt der natürlichen Ressourcen geht nicht nur die Landwirtschaft an, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe!
Ökologische Imkerei und warum ich Demeter-Imker bin! Dipl.Ing.agr. Michael Weiler (der-Bienenfreund.de)
Billige Lebensmittel sind auch teuer, aber Kosten entstehen an anderer Stelle. Zum Beispiel durch die Schädigung der Umwelt.
Nach dem Import der Varroa 1976/1977 und der danach vollzogenen Zwangsbehandlung mit Chemie, kam es zu einer Gegenbewegung hin zur ökologischen Bienenhaltung.
1989 wird die EU-Verordnung für den Ökologischen Landbau verabschiedet. Zuerst nur für den Landbau, eine Verordnung für Tierhaltung war in Vorbereitung und wurde 1999 verabschiedet.
Pragmatische Motive: keine Rückstände im Honig, etc.
1995 wurden die Richtlinien für die Demeter-Imkerei verabschiedet
Rund 5.000 Völker in Deutschland bei Demeter zertifiziert
Völkervermehrung orientiert sich am Schwarmtrieb: „Der Schwarm ist die natürliche Art der Vermehrung“
Wabenbau im Brutraum: Naturwabenbau und keine Mittelwände, Anfangsstreifen sind erlaubt
Brutraum in der Regel mit hohen Rähmchenvarianten z.B. DNM 1,5x hoch
Absperrgitter sind nicht erlaubt
Im Honigraum sind Mittelwände erlaubt
Schwarmvorwegnahme: Königin und rund 2/3 der Bienen werden über Trichter in Feglingskasten gestoßen. Vorschwarm muss in den 2-3 Tagen Kellerhaft gefüttert werden (500g kandierter Honig). Schwarm wird dann vor dem Flugloch auf Brett oder Tuch abgestoßen und zieht durch das Flugloch ein.
Sonntag 14.04.2019
Die Intelligenz der Bienen bei ihrem Bestäubungsgeschäft Prof. Dr. Dr. h.c. Randolf Menzel, Freie Universität Berlin
Ursachen von Zunahme und Abnahme von Wildbienen in verschiedenen Habitaten in Deutschland Prof. Dr. Susanne Renner, Ludwig-Maximilians-Universität in München
Rund 50% der Wildbienen in Deutschland sind auf den roten Listen und damit stark gefährdet
Mediterrane Bienen breiten sich aufgrund der Klimaerwärmung aus und Bienen aus dem Mittelmeerraum kommen auch bei uns an
Blauschwarze Holzbiene breitet sich derzeit stark aus, Gehörnte Mauerbiene breitet sich auch aus und bestehende Populationen nehmen zu
Natternkopf-Mauerbiene 1997 erstmals in Deutschland gefunden und inzwischen verbreitet
Breiten sich die Bienen wirklich aufgrund der Klimaerwärmung aus?
Botanische Gärten sind idealer Ort für die Erhebung von Veränderungen, da die Verhältnisse über viele Jahre stabil und kontrollierbar sind
Beispiel Botanischer Garten München
Vor 20 Jahren wurden Bienen in einer Diplomarbeit erfasst
Jetzt neue Masterarbeit zum Vergleich mit diesen Daten
Verloren sind 3 Arten (kälteliebend), hinzu kamen 15 Arten (wärmeliebend), 106 Arten in Summe
Plausibelste Erklärung für diese Veränderung ist die Klimaänderung
Andere Untersuchung in den Isarauen zeigt dort massive Abnahme der Arten
Seit 40 Jahren gibt es das Monitoring, auf dem die Daten der roten Listen aufbauen
Die gefährdeten Arten verteilen sich über viele Gruppen, Vorkommen, etc.,
Habitate haben großen Einfluss: In den Städten vorkommende Wildbienenarten haben eine 3fach geringere Aussterbenswahrscheinlichkeit
Positive Einflüsse: breite Habitatansprüche (versus Habitatspezialisten) und längere Flugzeit
Flugzeit im Frühjahr bedeutet viel geringeres Risiko für das Aussterben als Flugzeit im Herbst
92% der 561 Arten sind zwischen 4,5mm und 13,5mm groß. Wie weit können sie fliegen? Markiert wurden im Botanischen Garten rund 2.700 Bienen mit Opalitplättchen. Flugdistanz zwischen 73m und 121m (etwa Größe von Fußballfeld). Das heißt, dass die Weibchen nicht sehr weit fliegen, um ihre Brut zu pflegen.
Faktoren für Risiko
Spät fliegen ist schlecht
Stadt besser als Land
Flugdistanz bis etwa 120m
Konkurrenz von Honigbienen hat wahrscheinlich keinen Einfluss (Honigbienendichte im Bereich des Botanischen Garten stabil und dennoch Zunahme der Wildbienen dort; wird über weitere Studien noch weiter untersucht)
Entgegen der Erwartung besteht für oligolektische Bienen statistisch kein deutlich erhöhtes Risiko
Bienenmasse ist Faktor für die Ernährung der Vögel, ggfs. hat Rückgang der Insekten insgesamt den Druck erhöht, dass Vögel verstärkt Wild- und Honigbienen als Nahrung nutzen.
Kurzes Gespräch von Prof. Dr. Renner mit Prof. Dr. Menzel im Rahmen der Fragerunde: Vielleicht hat die Konkurrenz im Spätsommer/Herbst doch Einfluss, wobei die Imker aber in dieser Zeit zufüttern. Ggfs. ist die Konkurrenz doch ein Faktor und es besteht Einigkeit, dass noch weitere Untersuchungen erforderlich sind.
Prof. Dr. Menzel: Individuen von Honigbienen und Hummeln sind etwas weniger empfindlich gegenüber Pestiziden als Solitärbienen
Gerd Molter: Verein Ludwigsburg vor 80 Jahren rund 120 Mitglieder und 1.500 Bienenvölker, heute sind es 300 Mitglieder und immer noch rund 1.500 Völker. D.h. das deutet nicht darauf hin, dass die Konkurrenz entscheidend für den Rückgang der Wildbienen in dieser Zeit war.
Rückgang der Völkerzahlen bei Honigbienen in Bayern
Nachhaltige Landwirtschaft und Bodenpflege Prof. Dr. Johann Zaller, Institut für Zoologie, Universität für Bodenkultur in Wien
Was ist nachhaltige Landwirtschaft?
Ziele für nachhaltige Entwicklung wurden weltweit definiert
Aktuelle Bedürfnisse befriedigen, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen das noch können
„Gute landwirtschaftliche Praxis“
Wie ist die Realität?
Steigende Düngermenge bei gleichbleibenden Erträgen: nur 50% der Düngermenge ist ertragswirksam und Rest landet beispielsweise als Nitrat im Grundwasser, aktuelle Diskussion zur Reduzierung des Düngereinsatzes um 20% sollte also akzeptabel sein und nicht so kontrovers diskutiert werden
Gülle-Exporte: etwa 90% der Sojaproduktion ist für Massentierhaltung bestimmt, d.h. im Bereich der Häfen in Norddeutschland wird sehr viel Massentierhaltung praktiziert und folgerichtig entstehen problematisch hohe Mengen von Gülle
Pestizidmengen in Flüssen und Kleingewässern nehmen zu, d.h. so werden auch die Schadstoffe verteilt
Beitrag der Landwirtschaft zum Klimawandel: 10% der Emmission von Klimagasen in Europa aus der Landwirtschaft, noch ohne Berücksichtigung des Transports von Futtermitteln nach Europa
Verunreinigung des Honigs z.B. mit Neonics
Dramatischer Rückgang der Insekten (Bezug Krefelder Studie), -75% Biomasse in 27 Jahren zurückgegangen und das bei Untersuchung in Naturschutzgebieten, Ursachen multifaktoriell
Zusammenfassung von 73 Studien: Prognose, dass etwa 40% der Insekten in den nächsten 40 Jahren verloren gehen (Faktoren in Reihenfolge der Bedeutung: intensive Landwirtschaft, Pestizide, biologische Ursachen, Verbauung, Dünger, etc.)
Was macht Boden schützenswert?
Ein Viertel aller Organismen leben im Boden (unter einem Hektar rund 15 Tonnen Bodenlebewesen)
Dienstleistungen des Bodens am Menschen: Lebenserhaltungen (Nährstoffkreisläufe, Mikrosymbionten, Zersetzung) und Regulation von Ökosystem-Prozessen (Bodenstruktur, Krankheiten und Schädlinge und deren Gegenspieler, Pufferung)
Zusammenspiel unterirdisch-oberirdisch
Ökosystemingenieure wie Regenwürmer verbessern Bodenstruktur, tote Bodentiere bieten Nährstoffe, etc.
Regenwürmer reduzieren Pflanzenkrankheiten
Regenwürmer beeinflussen Schnecken durch Verbesserung der Ernährung für Pflanzen, Reduktion des Schneckenfrasses um rund 23%, Pflanzen waren in der Lage sekundäre Pflanzenstoffe gegen Schnecken zu bilden
Regenwürmer verbessern Wasserinfiltration des Bodens
Regenwürmer gehen sehr stark zurück, Studie in England seit 1843 zeigt Abnahme durch Düngung
Bodenerosion: Boden ist nicht erneuerbar, Bodenbildung 1-2 Tonnen pro Jahr und Hektar, bei Maisnutzung geht bis zur 10fachen Menge pro Jahr verloren
Herbizide können mechanische Beikrautkontrolle nicht ersetzen
Studie zeigte, dass sich Regenwurmbestände schnell erholen können, wenn Verhältnisse verbessert werden
Karriere von Glyphosat: erstes Patent als Rohrreiniger, dann Herbizid, dann Antibiotikum => ganz massiver Einfluss auf Lebewesen
Bodenverbrauch auch abseits der Landwirtschaft: Siedlung, Verkehr, Gewerbe/Industrie (täglich 62 Hektar)
Biolandbau produziert etwa 40% weniger Treibhausgase pro Hektar als konventionell bewirtschaftete Flächen, Bioanteil in der Landwirtschaft ist nach wie vor sehr gering (Europa 5,7%, weltweit nur 0,8%)
Was kosten unsere Lebensmittel wirklich? Preisaufschläge bei Berücksichtigung der Folgekosten:
Tierische Produkte plus 196%
Milch plus 96%
Pflanzliche Produkte plus 28%
Bienenfreundliche Gartengestaltung ist wichtig, fällt aber insgesamt kaum ins Gewicht
Was es braucht (insbesondere den politischen Willen, das auch umzusetzen):
Kleinstruktuierte nachhaltige Landwirtschaft
Pestizidverbrauch reduzieren
Maßnahmen gegen Bodenverbrauch
Landwirtschaft ist der Versuch, die Sonne zu ernten. Heute sind die Systeme aber weniger effizient wie früher.
Seit Jahren beobachten wir rund ums Haus und auf dem Bienenstand am Forstberg Mauerbienen. Gefühlt werden diese Gehörnten Mauerbienen (Osmia cornuta) von Jahr zu Jahr immer zahlreicher.
Vielleicht hat aber auch das Beobachten die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit erhöht.
Gehörnte Mauerbiene am Eingang zu den Ziegelsteinen
Hinter dem alten Holz befinden sich Ziegelsteine in deren Löchern Mauerbienen brüten. Wir halten daher den Giebel einigermaßen instand, tauschen die Bretter aber bewusst nicht aus. Solange das Gartenhaus dicht bleibt, kann das so bleiben. Das Aussehen ist uns weniger wichtig als die Funktion als Wildbienenbehausung.
Jetzt ist es uns gelungen, eine andere spannende Wildbiene zu beobachten und zu fotografieren.
Es handelt sich um die Schwarzblaue Holzbiene (Xylocopa violacea).
Holzbienen benötigen Totholz als Nistplatz. Im Totholz legen die Weibchen linear angeordnete Nistgänge an, die sie in das Holz nagen. Darin werden separate Kammern angelegt, die durch Trennwände geteilt sind. Die Zwischenwände werden aus Holzpartikeln gebaut, die beim Anlegen der Röhren entstehen.
Erkennungsmerkmale: Weibchen: Kopf und Thorax schwarz / Flügel metallisch blauviolett schillernd, Männchen: wie das Weibchen, jedoch mit braungelb gefärbtem Ring an Fühlerspitzen / Fühlerende leicht geknickt
Lebensweise: Nestbau im Totholz / selbstgenagte Hohlräume in abgestorbenem, trockenen Holz
Blütenvorliebe: Schmetterlingsblütler / Lippenblütler / Korbblütler / Raublattgewächse / Hülsenfrüchtler / im Siedlungsgebiet besondere Vorliebe für Blauregen
Schwarzblaue Holzbiene
An diesem Sonntagnachmittag haben wir zwei Schwarzblaue Holzbienen beobachten können, die immer wieder den Holzgiebel des Häuschens angeflogen sind, in dem auch die Mauerbienen nisten.
Wo genau die Holzbienen selbst nisten, haben wir noch nicht herausgefunden. Wir haben an verschiedenen Stellen altes Holz aufgeschichtet, das wir bewusst verrotten lassen. Wir benötigen es nicht als Brennholz und bringen einen Teil des Holzes bewusst nicht auf einen Häckselplatz o.ä., sondern lassen es liegen.