Veröffentlicht am

Anflugbretter reparieren

Der Winter ist keine wirkliche Pause für den Imker. In dieser Zeit müssen Vorbereitungen für das Frühjahr getroffen werden. Die Mittelwände aus dem eigenen Wachs liegen schon bereit, und die Arbeitsgeräte sind auch bereits vorbereitet. Der Bienenflug am ersten und warmen Januarwochenende hat eindringlich gezeigt, dass es im Zweifel schnell gehen kann. Als nächstes sind daher die Fluglochkeile und die Anflugbretter in der Werkstatt. Die Fluglochkeile müssen nur sauber gemacht werden, das ist schnell erledigt. Einige der Anflugbretter benötigen aber etwas mehr Aufmerksamkeit.

Sie bestehen aus beschichtetem Leimholz, das zwar mit wasserfestem Holzleim und Lasur gegen Feuchtigkeit behandelt wurde. Die wenigen Jahre im Einsatz haben den Brettern teilweise schon stark zugesetzt. Bei Regen sind sie immer in der Nässe und bei Sonne aufgrund der dunklen Oberfläche heiß. Die dünnen Bretter haben sich teilweise stark verformt oder in einzelne Schichten aufgelöst.

Die meisten Anflugbretter sind noch einsetzbar. Einige müssen jedoch mit wasserfestem Holzleim wieder neu verleimt werden oder mit neuen Beschlägen versehen werden. 2-3 Anflugbretter werden komplett erstetzt.

Wieder in Form mit Holzleim, Brettern und Schraubzwingen
Veröffentlicht am

DeBiMo: Ergebnisse Herbst 2017

Nachdem ich in diesem Blog über die Probennahme für das Deutsche Bienenmonitoring (DeBiMo) geschrieben habe, möchte ich auch gerne etwas zu den Ergebnissen mitteilen. Zehn meiner Bienenvölker sind seit 2017 Teil dieses Langzeitmonitorings.

Fazit: Es sieht gut aus.

Die Varroasituation war in den von Hohenheim betreuten DeBiMo-Völkern besser als im Herbst 2016. Wir können also etwas entspannter sein. Für meine eigenen Völkern sieht es noch etwas besser aus, da sie mit 1,4% (1,4 Varroamilben auf 100 Bienen) deutlich unter dem Durchschnitt von 3,8% liegen.

Selbstverständlich sagen diese Daten nicht aus, welches Volk den Winter gut übersteht und welches nicht. Neben den Milben gibt es schließlich noch andere Einflussfaktoren. Es lässt sich aber prognostizieren, dass wir weniger Ausfälle aufgrund von Varroa haben sollten, als im letzten Winter.

Jahr  Befall im Herbst
2012  2,9%
2013  4,6%
2014  5,1%
2015  3,6%
2016  4,5%
2017  3,8%

[Quelle Grafik und Daten: DeBiMo LAB Hohenheim]

Veröffentlicht am

Waldhonigsenf im Praxistest

Einige Personen haben schon den Waldhonigsenf probiert und ihren „Senf dazu abgegeben“.
Jetzt gab es noch 2 Härtetests:

  1. Verkostung bei einem erfahrenen Koch und Imker: Favorit ist der grobe Senf mit gemischter Senfsaat.
  2. Endgegner Weißwurst! Praxistest mit dem wichtigsten Lebensmittel beim Thema Süßer Senf. Auch hier setzt sich der gemischte Senf durch.

Aus den verschiedenen Tests zeigt sich so langsam, wo der Weg hingehen müsste. Die Tipps und Hinweise der Tester werden in jedem Fall in die nächste Charge einfließen.

Veröffentlicht am

Winterbehandlung mit Oxalsäure

Unsere Bienen werden nach dem Hohenheimer Konzept gegen Varroamilben behandelt. Die auch als „Varroose-Bekämpfungskonzept Baden-Württemberg“ bezeichnete Vorgehensweise basiert auf der Entnahme von Drohnenbrut und der Verwendung von organischen Säuren.  Dieses Konzept ist „bio“ und kann damit auch in der Bio-Imkerei (z.B. Bioland-Zertifizierung) eingesetzt werden.

Das Behandlungskonzept kommt ohne spezielle Medikamente aus, sondern setzt auf eine bewusste Völkerführung (Drohnenbrutentnahme im Frühjahr) und auf in der Natur vorkommende Ameisensäure (Sommerbehandlung) und Oxalsäure (Winterbehandlung). Ergänzend kann bei der Ablegerbildung im Frühjahr auch Milchsäure verwendet werden. Hier findet sich der Flyer der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim: hier klicken.

Im Winter, bzw. bei Brutfreiheit ggf. auch schon ab Spätherbst, werden die Bienen, die dann eng in einer Wintertraube zusammensitzen, mit Oxalsäure beträufelt. Diese 3,5% Oxalsäure-Dihydrat Lösung wird mit Zucker angerührt. Je nach Volkstärke werden bis zu 50ml Lösung zwischen die Wabengassen auf die Bienen geträufelt. Die Bienen putzen sich dann gegenseitig und nehmen dabei die Oxalsäure auf. Die aufsitzenden Milben werden abtötet, wenn diese an den Bienen saugen.

Mit diesem Schritt werden, die im Winter noch im Bienenvolk verbliebenen Milben eingedämmt, um im Frühjahr mit einem geringeren Milbendruck starten zu können.

Nach den aktuellen Ergebnissen des DeBiMo ist die Varroabelastung der 10 untersuchten Bottwarbienenvölker deutlich unterdurchschnittlich. Es bleibt also zu hoffen, dass auch die Winterverluste unterdurchschnittlich bleiben.

Veröffentlicht am

Buntspecht an den bunten Kästen?

Der Wortwitz ist natürlich etwas flach, aber er drängt sich nun mal massiv auf:

Hat da ein Buntspecht die bunten Bienenkästen traktiert?

Ob es nun ein „Buntekästenspecht“ oder ein Grünspecht war, lässt sich nicht erkennen. Ein paar grüne Kästen haben wir ja auch…

In jedem Fall scheint sich hier ein Specht an den Zargen vergriffen zu haben. Das ist damit zum ersten Mal passiert und im Gegensatz zu anderen Imkern, die ihre Kästen teilweise mit Netzen gegen Spechte schützen müssen, gab es bisher noch nie Problemen mit Vögeln.

Der Specht hat versucht das dickste Brett zu bohren. D.h. er hat sein Glück an der Stirnseite der Zargen versucht und dort bei drei Kästen versucht, ein Loch zu meiseln. Hier ist das Holz am dicksten und offenbar hatte er auch bald die Lust verloren.

Veröffentlicht am

Waldhonigsenf selbst gemacht

Honigsenf selbst gemacht. Aus frisch gemahlener Bio-Senfsaat und Waldhonig.

Honig war und ist in vielen Kulturen wichtiger Bestandteil der Ernährung. Je traditioneller die Küche, desto wichtiger ist Honig. Es ist interessant auszuprobieren, was alles damit zubereitet werden kann. Vom Lebkuchen bis zum Likör. Vom pur genossenen Wabenhonig bis zum Akazienhonig in italienischen Süßspeisen.

Dieses Mal steht nicht die Süße im Mittelpunkt, sondern die Schärfe.

Natürlich kann man ganz einfach den klassischen bayrischen süßen Senf kaufen. Schmeckt gut, ist aber eigentlich auch irgendwie langweilig und immer sehr ähnlich im Geschmack. Es war Zeit, selbst einmal die Zubereitung von Honigsenf auszuprobieren.

Abwiegen der verschiedenen Senfsaaten
Mahlen mit einer Handmühle
Mischen der verschiedenen Varianten
Der frische Senf sollte einige Wochen reifen
Die Senfproben
Fertiger Senf von fein und sehr scharf bis dunkel, grob und mild

Wir haben keinen klaren Favoriten, jede dieser Senfvarianten hat ihren eigenen Geschmack und Charakter. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie ein viel kräftigeres Aroma haben, als der industriell hergestellte süße Senf. Wer die Mühe nicht scheut, sich Bio-Senfsaat zu besorgen, selbst zu mahlen und wertvollen Waldhonig einzusetzen, der kann sich tollen Senf selbst herstellen.

Veröffentlicht am

Honig jetzt in 3 Größen: 250g / 500g / 1kg

Zu Beginn der Imkerei haben wir nur 250g-Gläser verwendet, weil die Honigmenge noch überschaubar war und jeder etwas davon bekommen sollte. Später blieb das 250g-Glas dann unser Standard, weil viele Honigliebhaber gerne mehr als nur eine Sorte Honig auf dem Frühstückstisch haben wollten.

Das 250g-Glas ist noch immer unser Standard. Aber inzwischen haben wir für die, die gerne etwas mehr davon haben möchten, zusätzlich auch noch 500g-Gläser und 1kg-Eimerchen in unser Angebot aufgenommen. Was darf es sein?

Veröffentlicht am

Propolistinktur in Tropffläschen

Bisher hatte ich noch keine Erkältung. Ob das an der Propolistinktur liegt, lässt sich natürlich nicht so genau sagen…

Jedenfalls ist unser kleines Projekt der Herstellung unserer eigenen Propolistinktur erst einmal abgeschlossen. Der Vorrat reicht wahrscheinlich für mehrere Winter, aber vielleicht werden wir damit auch noch etwas Salbe o.ä. herstellen.

Füllen der Tropffläschen mit einer großen Spritze

 

Veröffentlicht am

Honiglikör: Die alkoholische Honigvariante – nicht nur für die Weihnachtstage

Honig zum Trinken.

Nachdem wir bereits hin und wieder Honiglikör in kleinen Mengen hergestellt hatten, haben wir diesen Herbst erstmals zwei „Fässchen“ davon gemacht.

Die Zutaten zu unserem Likör sind:

  • Honig
  • Weißer Rum
  • Apfelsaft
  • Zitronensaft

Der Likör ist naturtrüb und hat ein ausgewogenes Honigaroma. Er hat die Süße des Honigs ohne „pappsüß“ zu schmecken.

Veröffentlicht am

Propolistinkur filtern

Nachdem die Mischung aus Propolis und Alkohol nun mehrere Wochen im verschlossenen Behälter war und durch die Bewegung beim Autofahren regelmäßig umgerührt wurde, steht der nächste Arbeitsschritt an.

Der Alkohol hat das Kittharz komplett aufgelöst und die Propolislösung wird jetzt gefiltert.

Dabei kommen zwei herkömmliche Kaffeefilter zum Einsatz und am Ende, nachdem alles abgetropft ist, bleiben die nicht löslichen Feststoffe zurück. Im wesentlichen ist das Wachs, mit dem das Kittharz vermischt war.

Als nächstes wird die gefilterte Lösung in Laborflaschen für einige Zeit im Kühlschrank gelagert, damit sich nochmals feine Schwebstoffe absetzen können. Anschließend wird die Tinktur nochmals gefiltert und ist dann fertig zur Abfüllung in Tropfflaschen.

Veröffentlicht am

Honiganalysen 2017 – Prüfung von Qualität und Herkunft

Wir schleudern bei jeder Ernte die Honigwaben nach Standorten getrennt. Die Idee dabei ist, dass ähnlich wie beim Wein das Terroir und die jeweiligen Gegebenheiten des Standorts nicht nur den Wein, sondern auch den Honig prägen. An jedem Standort finden die Bienen Trachtpflanzen verschiedener Arten in unterschiedlicher Mengen. So entsteht ein Honig, der dieses Nahrungsangebot der Bienen wiederspiegelt. Mal fliegen die Bienen zum Beispiel mehr in die Obstbäume, ein anderes Mal bevorzugen sie Löwenzahn und Wiesenblumen.

Weitere Infos zu unseren Standorten finden sich hier: Das „Terroir“ der Bottwarbienen

Insgesamt haben wir dieses Jahr 9 verschiede Honig-Chargen geerntet. Blütenhonig gab es von 3 Standorten, Sommerhonig ebenfalls von 3 Standorten und den Waldhonig haben wir immer vom selben Standort aber zu 3 verschiedenen Zeitpunkten geschleudert.

4 Honige haben wir bei der Landesanstalt für Bienenkunde an der Uni Hohenheim analysieren lassen.
Alle Honige entsprechen den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes (DIB) und genügen auch den lebensmittelrechtlichen Vorschriften der Honigverordnung.
Nachfolgend auszugsweise Informationen aus diesen Analysen:

Blütenhonig „H“
Es handelt sich um einen Blütenhonig in Mischung mit kleinen Anteilen aus Honigtautracht.
Wassergehalt: 17,1%
Pollen nektarliefernder Pflanzen:
häufig (45-15%): Raps, Vergißmeinnicht
selten (<15-3%): Weinreben, Rosengewächse (Brombeeren/Himbeeren), Roßkastanie
vereinzelt (<3%): Schneeball, Kernobst, Hartriegel, Wiesenstorchschnabel, Bärlauch, Linde, Doldenblütler, Phacelia, Weißklee, Senf, Hornklee, Korbblütler
Pollen nektarloser Pflanzen: (11,3%) Eiche, Holunder, Wegerich, Gräser, Buche, Hahnenfuß

Blütenhonig „L“
Es handelt sich um einen Blütenhonig gemischter Tracht.
Wassergehalt: 17,2%
häufig (45-15%): Raps, Weißklee, Weide
selten (<15-3%): Ahorn, Steinobst, Senf
vereinzelt (<3%): Phacelia, Korbblütler, Kernobst, Rosengewächse (Brombeeren/Himbeeren), Hartriegel, Kleiner Wiesenknopf, Mistel, Dicke Bohnen, Kornelkirsche, Schneeball, Johannisbeere, Liguster, Gänseblümchen, Schmetterlingsblütler, Roßkastanie, Sonnenblume
Pollen nektarloser Pflanzen: (8,1%) Eiche, Holunder, Betula, Eibe, Gräser, Kiefer, Rosen

Sommerhonig „H“
Es handelt sich um einen Blütenhonig (Sommertrachthonig) gemischter Tracht, in Mischung mit kleinen Anteilen aus Honigtautracht. Nach dem Wert der elektrischen Leitfähigkeit entspricht der Honig dem eines Waldhonigs, sensorisch (Geruch, Geschmack, Aroma) und dem mikroskopischen Bild des Hongisediments (Honigtauerzeuger nur vereinzelt) dominiert jedoch der Anteil aus Blütentracht.
Wassergehalt: 16,5%
häufig (45-15%): Phacelia, Edelkastanie, Rosengewächse (Brombeeren/Himbeeren)
selten (<15-3%): Wilder Wein, Johannisbeeren, Kernobst, Weißklee, Weide, Kornelkirsche
vereinzelt (<3%): Faulbaum, Raps, Senf, Linde, Liguster, Korbblütler, Gräser, Lippenblütler, Wiesenstorchschnabel, Berberitzengewächse
Pollen nektarloser Pflanzen: (27,7%) Wegerich, Mädesüß, Holunder, Eiche, Nelkengewächse, Fuchsschwanzgewächse, Haselnuß, Johanniskräuter, Hahnenfuß

Waldhonig „W1“
Es handelt sich um einen Honigtauhonig (Waldhonig) aus Fichtentracht (Wachswolle von Lecanien, d.h. Fichtenquirlschildläusen).
Wassergehalt: 15,1%
häufig (45-15%): Weißklee, Rosengewächse (Brombeeren/Himbeeren)
selten (<15-3%): Kernobst, Faulbaum, Phacelia, Korbblütler
vereinzelt (<3%): weitere Korbblütler, Raps, Spargel, Hornklee, Weinreben, Johannisbeeren, Wicken, Erdbeere, Ahorn, Bärenklau, Steinobst, Liguster, Labkräuter, Senf, Tulpenbaum, Rotklee
Pollen nektarloser Pflanzen: (28,2%) Rosen, Mohn, Holunder, Wegerich, Gräser, Eiche, Nelkengewächse, Hahnenfuß

Veröffentlicht am

Propolistinktur für den Eigenbedarf herstellen

Propolis ist das von den Bienen überwiegend aus Knospenharz und eigenen Sekreten hergestellte Kittharz. Die Bienen verwenden es, um den Bienenstock abzudichten und Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen zurückzudrängen bzw. abzutöten. Propolistinktur ist ein altes Hausmittel und besteht aus in Alkohol gelöster Propolis.

Propolis bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Propolis

Dieses Jahr stellen wir für den Eigenbedarf zum ersten Mal selbst eine ca. 20-prozentige Propolistinktur her.

Dazu wird die zerkleinerte Rohpropolis in Alkohol gelöst, nach einigen Wochen gefiltert und weitere Schwebstoffe durch Kühlung ausgefällt.

Rohpropolis
Eigener Schnaps wird mit Reinalkohol auf 60% eingestellt.
Rohpropolis wird zerkleinert, damit sie der Alkohol leichter lösen kann.
Propolis in Alkohol
Behälter mit angesetzter Tinktur kommt in den Kofferraum. So wird die Flüssigkeit immer wieder automatisch umgerührt.

 

Veröffentlicht am

Steinzeitimkerei gegen den Sturm

Es treibt mal wieder ein Sturm sein Unwesen in Deutschland. Dieses Mal hört er auf den Namen „Herwart“. Als Vorsorge, dass die Bienen keinen Schaden nehmen hilft klassische Steinzeitimkerei.
Das heißt ganz einfach, dass es Zeit ist, noch ein paar Steine extra auf die Deckel zu packen. So kann sie der Sturm nicht abheben.

Extra Steine gegen den Sturm
Die Schafe stören sich nicht an starkem Wind und Regen
Veröffentlicht am

Besuch bei der Honigmanufaktur Spatzenhof

Am Samstag Nachmittag machte sich eine Gruppe Imkerinnen und Imker aus dem Bottwartal auf den Weg zum Spatzenhof in Wüstenrot. Dort betreibt Markus Schwarz seine Imkerei „Honigmanufaktur Spatzenhof“, eine moderne Vollerwerbsimkerei mit Bioland-Zertifizierung.

Zuerst stand eine Einführung bei den Bienenkästen auf dem Programm. Einige wenige Bienenvölker, vor allem Reinzuchtvölker, stehen direkt neben den Betriebsgebäuden. Markus Schwarz nutzt für seine Wirtschaftsvölker Dadant-Beuten, Honigräume mit halber Höhe und Adam-Fütterer. Die Beutenböcke und andere Details der Ausrüstung wurden nach den eigenen Anforderungen maßgefertigt und zeugen von einer sehr durchdachten Vorgehensweise. Um eine Erwerbsimkerei, wie diese praktisch alleine zu führen, bedarf es bis in die Details optimierte Strategien und Abläufe.

Im Inneren der Imkereigebäude wurde es dann noch interessanter. Ein klarer Materialfluss und clevere Lösungen, wie z.B. die beheizbaren Schleuse zwischen der Lager- und Logistikfläche zum Umschlag der Honigräume und dem Schleuderraum dokumentieren eine sehr strukturierte und strikt effiziente Vorgehensweise. Warum sollte man Honig beim Umfüllen der Behälter oder dem Abfüllen in Gläser mit einer Pumpe fördern, wenn das die Schwerkraft bei einer cleveren Anordnung der Behälter genauso gut kann und es damit weniger aufwändig für den Imker wird? So müssen z.B. weniger Geräte und Schläuche geputzt werden.

Besonders eindrucksvoll war auch die Honigschleuder. Wobei hier Honigschleuder natürlich nicht der richtige Begriff ist, denn diese Anlage besteht aus einer Hubeinheit, die die Honigwaben automatisch aus den Zargen der Honigräume drückt, einer automatischen Entdeckelungsstation von der aus das Entdeckelungswachs und der beim Entdeckeln auslaufende Honig sofort getrennt werden, eine Fördereinheit, die die entdeckelten Waben automatisch der Schleuder zuführt, der eigentlichen Schleuder und am Ende zwei Speichereinheiten, an denen die ausgeschleuderten Waben wieder abgenommen und in die Zargen zurückgesetzt werden können.

Entdeckelung, Fördereinheit und Schleuder
Demonstration: Abnahme von leeren Honigwaben nach dem Schleudern

Der Honig wird in Edelstahltanks und größeren Honigeimern im separaten Honiglager eingelagert. Ähnlich effizient wie der Vorgang des Schleuderns, ist auch das Abfüllen organisiert. Möglichst kurze Wege und wenige Handgriffe garantieren einen optimalen Ablauf, der auch große Mengen handhabbar macht.

Zum Schluß der Betriebsführung ging es im Verkaufsraum der Imkerei noch um das Produktspektrum des Spatzenhofs, bei dem z.B. Honig-Senf, Honigwein und -Likör das umfangreiche Angebot verschiedener Honigsorten ergänzt. Der meiste Honig wird über Wiederverkäufer wie Hofläden, Reformhäuser und Bio-Läden verkauft. Jeden Donnerstag zwischen 16:00 und 19:00 Uhr ist aber auch der Honigladen auf dem Spatzenhof geöffnet und man kann sich direkt vor Ort beim Probieren von der Qualität des Honigs überzeugen und Bioland-Honig kaufen.
Natürlich ist es nicht überraschend, dass Imker nach solch einer Führung nicht zwingend Honig einkaufen. Schließlich hat jeder ja seinen eigenen Honig zuhause. Aber einige Gläser Honig-Senf haben die Hobbyimker vom Profi dann doch gerne gekauft.

Die Honigmanufaktur Spatzenhof ist hier zu finden: www.honigmanufaktur-spatzenhof.de

Herzlichen Dank an Markus Schwarz für die sehr interessante und ausführliche Führung durch seine Imkerei und weiterhin viel Erfolg!

Veröffentlicht am

DeBiMo: Kontrolle, Probennahme und Dokumentation für das Deutsche Bienenmonitoring

Das Deutsche Bienenmonitoring
Im Kooperationsprojekt DeBiMo, dem Deutschen Bienenmonitoring, werden deutschlandweit rund 1.200 Bienenvölker durch die Bieneninstitute und das Friedrich-Löffler-Institut als nationales Referenzlabor für Bienenkrankheiten detailliert beobachtet und 3-4x im  Jahr begutachtet. Das Projekt wurde im Jahr 2004 ins Leben gerufen und wird seit 2010 aus Mitteln des Bundes gefördert.

Die langfristig und systematisch erhobenen Daten des DeBiMo dienen als Basis für aktuelle und spätere Vergleiche von Winterverlusten im Zusammenhang mit Bienenkrankheiten und Rückstandsbelastungen.

Bundesweit sind über 100 Imker an diesem Projekt beteiligt. Sie stellen repräsentativ und aktuell Daten zu Betriebsstrukturen und zur Überwinterungsdynamik ihrer Völker, sowie Bienen-, Honig- und Pollenproben für Krankheits- und Rückstandsanalysen zur Verfügung. Mitarbeiter der Bieneninstitute leisten hier die wissenschaftliche Betreuung und führen die Auswertung der Daten durch.

In Baden-Württemberg sind 19 Imker beteiligt, die von der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim betreut werden.

Bottwarbienen beim DeBiMo
Seit diesem Jahr sind sind auch 10 Bienenvölker der Bottwarbienen Teil des DeBiMo. Einerseits kann so die praktische Forschung unterstützt werden, andererseits erhält man auf diesem Weg auch mehr Informationen über die eigenen Bienen.

Aktuelle Inhalte im Oktober 2017

  • Dokumentation der Volksstärke und möglichen Auffälligkeiten (die 10 Völker haben zwischen rund 6.000 und 15.000 Bienen pro Volk und zeigen keine Auffälligkeiten)
  • Probennahme von Bienen und aus dem Futtervorrat (etwa 200 Bienen pro Volk und ca. 2 EL brutnestnah aus dem Futterkranz)
  • Versuch zur Handhabung von Beutenkäferfallen (Fallen sind einfach zu handhaben und es ist erwartungsgemäß außer ein paar Wachspartikeln und einer Ameise nichts in die Falle gegangen)

Link zum DeBiMo: www.bienenmonitoring.org

Veröffentlicht am

Seminar Pollen- und Propolisgewinnung

Wieder ein sehr interessantes Seminar an der Landesanstalt für Bienenkunde! Dieser Baustein unserer Seminare in diesem Jahr hat die Gewinnung von Pollen und Propolis behandelt. Dr. Klaus Wallner hat sehr fundiert, aber auch sehr praxisnah alles Wissenswerte rund um die Pollengewinnung und -verarbeitung sowie die Gewinnung von Propolis vorgestellt.

Nachfolgend einige stichwortartige Notizen:

Blütenpollen

  • Verderbliches Lebensmittel bzw. Nahrungsergänzungsmittel
  • Es ist wichtig die Gegenspieler zu kennen und Maßnahmen zu ergreifen
  • Blütenstetigkeit der Honigbienen macht sie effizient und wichtig
  • Pollenspender beispielsweise Weide im Frühjahr als Initialzündung, Borretsch, Löwenzahn, usw.
  • Raps inzwischen sehr wichtig, da andere Quellen zurück gedrängt werden. Zum Beispiel durch Intensivierung der Silagegewinnung und damit der Verdrängung der Wiesenkräuter durch häufigeres Mähen. Raps bedeutet Stress für Honigbienen, da sie gerne vielfältigere Nahrungsquelle suchen.
  • Solitärbienen sind durch diese Ausweitung großer Rapsflächen stark gefährdet, da sie ihre Nahrungsquellen nicht mehr erreichen können.
  • Pollen rieselt teilweise auch in den Nektar der Blüte und kommt so auch in geringen Mengen in den Honig. Robinienhonig ist pollenarm, Kastanienhonig enthält viel Pollen (aufgrund der Konstruktion der Blüten).
  • Pollen wird von Ammenbienen für die Brutpflege verwendet. Jungbienen fressen Pollen. Bedarf pro Volk rund 40kg pro Jahr!
  • Hibiskus bildet größte Pollenkörnchen. Vergissmeinnicht bildet die kleinsten Pollen.
  • Pollen haften an Behaarung der Bienen. Bienen sind elektrostatisch geladen und ziehen Stäube an. Selektives sammeln nicht möglich, damit auch Staub und Beizmittel gesammelt. Bienen prüfen nicht und liefern alles in den Stock.
  • Während dem Fliegen bürsten Bienen die Pollen aus dem Haarkleid in die Pollenhöschen. Pollengewicht ca. halbes Körpergewicht.
  • Automatischer Prozess mit Pollenbürsten, Pollenkamm, Pollenschieber und -kneter. Funktionale Haare übernehmen die Bildung der Pollenkörner. Pollenhöschen ca. 10 mg und kann Milliarden von Einzelpollen enthalten. Pollen werden mit Honig oder Nektar zusammengeklebt.
  • Pollen wird als Bienenbrot durch die Bienen langzeitkonserviert.
  • Pollen im Volk kunterbunt eingelagert, d.h. Bienen wollen Vielfalt.
  • Im DeBiMo werden Pollen von rund 5 Gramm analysiert. Dadurch erfolgt Vermischung, die im Volk nicht passiert. D.h. geringe Konzentration in Analyse kann trotzdem Schäden bei vereinzelten Bienen bedeuten. Aufbereitung der eingelagerten Pollen durch Bienen nicht ausreichend erforscht.
  • Bienenbrot wäre für Menschen besser als rohe Pollen. Gewinnung ist aber extrem aufwändig.
  • Pollen werden mit dem Kopf in die Zellen gestopft. Es erfolgt keine Homogenisierung. Durch Zugabe von Honig wird der pH-Wert auf ca. 3 oder tiefer abgesenkt. Zahl der aktiven Mikroorganismen (Hefen) geht damit zurück.
  • Pollen wird von den Ammenbienen gefressen und an die Larven verfüttert. Bienen sind extrem wirksamer Filter für Schadstoffe. Larvenfuttersaft wird stärker über aus dem Wachs eindiffundierte Schadstoffe belastet.
    • Arbeiterin: Aufzucht mit Gelee Royal plus Pollen
    • Königin: Aufzucht ausschließlich mit Gelee Royal
  • Inhaltsstoffe: Proteine, Aminosäuren, Fettsäuren, Kohlenhydrate (Zucker), Mineralstoffe, Vitamine, Hormone, antibiotisch wirksame Substanzen.
    • Vitamin und Eiweißkonzentrat: Nichts in der Natur enthält mehr Vitamin C!
    • Bei einseitiger Ernährung kann Gesundheit durch Pollen abgesichert werden (Vitamine und Aminosäuren).
    • Zuckergehalt 13-55%
    • Vitamine A, B (außer B4 und B12), C (sehr viel), D, E, P
  • Pollensammeln
    • Pollenfalle vor dem Flugloch (Rundlochgitter üblich, Sterngitter nicht mehr gebräuchlich), Wirkungsgrad etwa 20%, niedrige Effizienz sichert die Versorgung des Volkes
    • Gitter im Boden
    • Gitter über den Völkern (Spanien)
Pollenfalle: Fluglochvorsatz mit Pollenschale und seitlich herausziehbarem Rundlochkamm
  • Bei Einsatz von Fallen am Flugloch sollten alle Kästen am Standort ausgestattet werden, da Bienen sonst zu anderen Kästen ausweichen.
  • Spanien ist Hauptproduzent für Pollen, daneben Polen und Ungarn inzwischen stark. Hintergrund ist hoher Arbeitsaufwand durch tägliches ernten und weiterverarbeiten.
  • Bei selbst gebauten Fallen werden meist punktverschweisste Gitter mit 5x5mm Maschenweite eingesetzt.
  • Studie 2017 im Rheingraben: 500-2.000g pro Volk 2 Wochen.
  • Verschiedene Völker haben sehr unterschiedliche Sammelstrategien was Quellen und Menge angeht.
  • Was beeinflusst die Qualität?
    • Feuchtigkeit und Wärme
    • Hitze >35*C
    • Sonneneinstrahlung
    • Pilze (Schimmel)
    • Bakterien (E. coli)
    • Fremdstoffe (Flügel, Fühler, etc.)
  • Weitere Pollenfresser
    • Pollenmilben
    • Wachsmotten (verderben den Pollen und sind großes Problem)
    • Ameisen
    • Schnecken
    • Mäuse
    • Vögel
  • Zur Reinigung kann Pollen durch Systeme mit Luftdüsen aufgrund des Gewichtsunterschieds sortiert werden. Beispielhaftes Gerät von Fa. Graze näher erläutert.
  • Strategie zur Qualitätssicherung: Tägliches Einfrieren mit Trocknungseffekt. Pollen bleibt rieselfähig. Im kommerziellen Bereich werden auch kleinere Getreidereinigungsmaschinen eingesetzt.
  • Möglichkeiten der Konservierung
    • Trocknen
    • Kühlen
    • Einfrieren
    • Vakuumtrocknung
    • Gefriertrocknung
  • Trocknen zum Beispiel mit Trockenautomat für Obst bei ca. 35*C auf ca. 15% Feuchtigkeit.
  • Sichere Strategie: tägliches Einfrieren, Reinigen, Trocknen, Reinigen, dicht verpacken, kühl und dunkel lagern.
  • Frischer Pollen kann beliebig oft eingefroren und aufgetaut werden.
  • MHD zur Sicherheit kürzer als Lebensdauer, d.h. etwa 1 Jahr angeben mit Hinweis zur kühlen Lagerung (Kühlschrank).
  • Verwendung von Pollen
    • Pollen für die Hummelzucht
    • zur Nahrungsergänzung
    • Therapiepollen in der Medizin
    • als Hausmittel
  • Empfehlung: 300g Pollen frischen Blütenpollen in 600g cremigen Honig einrühren, 14 Tage warten bis der Pollen aufgeschlossen ist. Dann 1-2 Teelöffel vor der Mahlzeit essen.
  • Problemstellungen
    • Chemischer Pflanzenschutz: Spitzmaßnahmen in blühende Kulturen, intensiver Obstanbau, Rapsblüte
    • DeBiMo: die am häufigsten gemessenen Spritzmittelrückstände stammen aus Mitteln für Raps, Gegenmaßnahme ist Einsatz von Dropleg-Düsen
    • Honigqualität im Stadtbereich völlig unkritisch, Pollen im Stadtbereich aufgrund von Feinstäuben eher kritischer zu sehen
    • Pollensterile Pflanzen
    • Kleistogamer Raps
    • Gentechnik (Mais, Raps, etc.)
    • Pyrrolizidinalkaloide

Propolis

Rohstoff für die Propolis: Harziger Überzug auf Baumknospen von Pappel, Rosskastanie, Fichte, Lärche, der die Knospen vor Austrockung und Krankheitsbefall schützen soll.

  • Pappel wichtig, z.B. Balsam-Pappel
  • Transport durch höseln
  • Einlagerung schwerpunktmäßig nach Sommersonnenwende, um den Stock für den Winter vorzubereiten
  • Angelagert an Ritzen u. ä. bis 3mm, ab 5mm nur noch Wachs
  • Wachsanteile immer in Propolis enthalten
  • Angebotene Ritzen/Gitter provozieren die Bienen zum Verkitten
  • Sammeln
    • Abkratzen von Rähmchen
    • Verpacken in Gläser um Verlust von Ätherischen Ölen zu vermeiden
    • Spezielle Gitter mit enger Seite zum Volk auflegen
  • Inhaltsstoffe: 50-55% Harz und Balsam, 30% Wachs, 8-10% ätherische Öle und sehr viele weitere Stoffe
  • Flavonoide haben antibiotische Wirkung
  • Bienen mischen eigene Sekrete zu
  • Bestandteile immer unterschiedlich, was die Nutzung als standardisiertes Medikament schwierig macht.
  • Aus Volksmedizin offenbar hilfreich bei Halsschmerzen oder Mandelentzündung
Propolisgitter
Veröffentlicht am

Efeupollen und Hornisse

Der Efeu neben dem Bienenstand blüht und es brmmt dort noch mehr als direkt vor den Bienenkästen. Aber nicht nur die Bienen suchen diesen großen Efeu auf.

Efeu am Bienenstand

Auch viele andere Insekten finden sich ein. Meistens sind sie kleiner als die Bienen, aber an diesem Wochenende sind auch auch ein paar Hornissen hier aufgetaucht und haben sich am Efeu eingefunden. Im Gegensatz zu den Wespen, scheinen ihnen die Bienenkästen und die Bienen egal zu sein. Sie fliegen zum Efeu und nach einiger Zeit wieder in die Landschaft.

Hornisse auf Efeublüte
Veröffentlicht am

Platz für Bienenblumen ist überall

Natürlich wäre es am besten, ganze Wiesen und Gärten mit bienen- und insektenfreundlichen Pflanzen zu begrünen. Aber wie immer kann man auch mit einem ganz kleinen Schritt schon etwas erreichen. Unscheinbare Ecken können sich mit einer handvoll Samen zu einem wertvollem und schönen Stückchen Natur entwickeln.

Und welche Ecke werden Sie verwandeln? Wenig Aufwand für viel Effekt. Einfach machen …!