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Blütenhonig: Schleudern von 3 Standorten

Obwohl das Bienenjahr etwas früher begonnen hatte, haben die Frostnächte im April dazu geführt, dass wir dieses Jahr etwa 2 Wochen später geschleudert haben. Da wir bei den Bottwarbienen nach Standorten getrennt schleudern (siehe auch: Terroir der Bottwarbienen), kam dieses Jahr eine weitere Charge hinzu. Zum ersten Mal gibt es Honig vom Lerchenberg, an dem seit letzten Herbst einige Bienenstöcke stehen.

Wie immer werden nur die reifen Honigwaben aus dem Honigraum entnommen. Was noch nicht reif erscheint, bleibt im Stock. Den Honig, den die Bienen am Rand des Brutraums eingetragen haben, behalten die Bienen. So ist sichergestellt, dass sie auch Trachtpausen gut überstehen.

Honigwaben aus Halbzargen in der Schleuder
Honigernte ist bei den Bottwarbienen viel Handarbeit.

Um das Deckelwachs nutzen zu können, wurden dieses Mal wieder alle Waben mit der Entdeckelungsgabel von Hand entdeckelt und nicht mehr mit den Heißluftfön schnell aufgeschmolzen. Von Hand dauert es länger, aber man kann das sehr reine Wachs z.B. für die Herstellung von eigenen Cremes oder Seifen nutzen. Auch die 4-Waben-Schleuder wird mit einer Handkurbel bedient.

Während dem Schleudern wird mit einem Refraktometer regelmäßig der Wassergehalt des Honigs gemessen. So kann sichergestellt werden, dass der Honig den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes entspricht, wonach der Wassergehalt 18% nicht übersteigen darf. Auch wenn wir unseren Honig nicht in DIB-Gläsern verkaufen, orientieren wir uns selbstverständlich an diesen Regeln.

Aufgrund des Frostes und des damit verbunden Verlusts eines großen Teils der Obstblüte, ist die Honigernte etwas geringer ausgefallen. Es reicht aber auch dieses Jahr sicher, um die Stammkunden der Bottwarbienen mit Honig zu versorgen.

Frischer Wabenhonig als Stärkung beim Entdeckeln und Schleudern
Nach dem Schleudern wird der Honig in speziellen Honigeimern gelagert, um die Qualität sicher zu erhalten. Da derzeit noch Blütenhonig aus 2016 vorhanden ist, wird der Honig erst bei Bedarf cremig gerührt und in Gläser gefüllt.

Die für die Ernte genutzten Gerätschaften, wie Honigschleuder, Entdeckelungsgeschirr, usw. wird wieder gewissenhaft gesäubert und für die nächste Honigernte eingelagert.

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Eidechsen am Bienenstand

Die Eidechsen waren schon an den Bienenständen eingezogen, bevor die Bienen da waren. Kurz nachdem die Holzplattform am Forstberg bzw. die Paletten am Lerchenberg aufgebaut waren, konnte man die ersten Eidechsen antreffen. Meistens klappt es nicht, die flinken Echsen zu fotografieren. Bis die Imkerhandschuhe ausgezogen sind und das iPhone aus der Tasche geholt ist, sind sie meistens wieder unter die Anflugbretter oder das Holz abgetaucht. Dieses Mal haben wir sie aber wieder einmal erwischt.

Zauneidechse zwischen den Beuten

Neugieriges Eidechsenmännchen

Eidechsenweibchen

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Wachsumarbeitung: Die ersten eigenen Mittelwände

Die erste Runde zur Umarbeitung von eigenem Wachs zu Mittelwänden ist abgeschlossen.

Wie schon in einem früheren Blockbeitrag beschrieben, habe ich mich zur Umarbeitung des eigenen Wachses zu neuen Mittelwänden entschieden. Dies folgt der einfachen Logik, dass man über die eigenen Produkte der Imkerei, also den Honig und das Wachs, die beste Kontrolle hat. Es liegt in der eigenen Verantwortung, wie damit umgegangen wird.

Genauso sorgsam wie mit dem Honig, sollte man auch mit dem Wachs umgehen.

Warum also das eigene Wachs an Händler verkaufen und fremdes Wachs in Form von Mittelwänden wieder einkaufen? Besser ist es, das eigene Wachs konsequent zu nutzen. Das heißt neben dem Einschmelzen der alten Waben auch Drohnenbrut auszuschmelzen oder Entdeckelungswachs zu sammeln. Auch bei der Kontrolle der Bienenstöcke kann das, z.B. bei Wild- oder Überbau, anfallende Wachs gesammelt werden. Das mögen kleine Mengen sein, aber wenn man es konsequent macht, kommt auch etwas zusammen.

Auf der Suche nach einem Umarbeiter für mein Wachs bin ich auf den Wabenprofi Bernd Spanbalch gestoßen. Sein Ansatz ist es, auch schon kleinere Mengen ab 5 kg anzunehmen und den Kunden möglichst hohe Transparenz zu bieten. Das geht soweit, dass man auch beim Umarbeiten dabei sein kann. Ich habe dieses Angebot sehr gerne angenommen und war ab 4:45 Uhr in Stuttgart-Wangen bei der Herstellung meiner Mittelwände dabei.

Das Wachs wurde über Nacht aufgeschmolzen und die restlichen Schwebstoffe konnten sich absetzen. Zum Gießen wird das Wachs in den auf exakter Temperatur gehaltenen Behälter auf der Maschine umgefüllt und dabei nochmals gesiebt. Es wird über die formgebenden Walzen gegossen und danach über eine Kühlstrecke geführt.

Flüssiges Wachs wird über Walzen in Form gegossen
Am Ende des Prozesses wird das Wachsband in das zuvor präzise eingestellte Format geschnitten und aufgestapelt. In meinem Fall also in „Deutsch Normal“ (DN) und DN halb.

Zuschnitt am Ende der Abkühlstrecke
Die Mittelwände werden mit Papier in Pakete von rund 2 kg verpackt. Während des Gießprozesses wird der Verschnitt immer wieder eingeschmolzen und zugeführt. Der nach Abschluss der Fertigung verbleibende Rest wird auch gesammelt und bleibt damit im eigenen Wachskreislauf.

Fertig verpackte Mittelwände und Restwachs
Das Angebot des Wabenprofis findet sich unter www.wabenprofi.de.

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Ableger im Schwarmfangkasten

Alle Ablegerkästen sind belegt und eines der sehr guten Völker bildet schöne Weiselzellen. Was tun, wenn man sie eigentlich nicht brechen möchte und das Volk sowieso sehr stark ist?

Der Schwarmfangkasten dient die meiste Zeit zum Transport von Rähmchen und kam bisher nur einmal in 2016 für den Schwamfang zum Einsatz. Dieses Mal muss die Kiste als Ablegerkasten herhalten. Für einen starken Ableger. Da wird es bei gutem Flugwetter schon einmal eng am kleinen Flugloch.

 

Da nicht die Zeit war, den Kasten zum Standort der anderen Ableger zu bringen, blieb er einfach neben der Haustüre stehen. Andere Hausbesitzer haben einen Hund, bei uns gibt es jetzt eben einen Wachposten mit Honigbienen. Ich hoffe, sie beißen bzw. stechen die nette Dame von der Post nicht…! 😉

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Drei Paletten hoch

Beim Vorbeifahren haben wir in einem Ludwigsburger Stadtteil am Straßenrand einen Stapel mit gebrauchten Euro-Paletten stehen sehen. Am Stapel war ein Blatt Papier mit „Zu Verschenken“ angebracht.

Am nächsten Tag haben wir die Paletten abgeholt. Win-Win sozusagen, denn der bisherige Eigentümer wurde sie mit geringem Aufwand los und die Podeste an einem der Bienenstände sind jetzt anflugerleichternd für die Bienen und rückenschonend für den Imker um eine Palettenlage höher.

Hat jemand noch ein paar gut erhaltene Euro-Paletten übrig?
Ich würde sie ggf. direkt abholen und damit würde sogar das Rausstellen und Schildschreiben entfallen.

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Königinnen

Beitragsbild: Königin unterwegs am Rähmchenrand (2016 ungezeichnet)

Man bekommt sie normalerweise selten zu Gesicht, denn Königinnen sind scheu bzw. sehr vorsichtig und ziehen sich gerne schnell in einen dunkle Ecke oder den Schutz der Menge zurück. Bei Ablegern kann man die Königin besser beobachten, da die Wabenfläche insgesamt viel kleiner ist und auch sehr viel weniger Bienen vorhanden sind. Dabei aber sogar sehen zu können, wie eine Königin schlüpft, ist mir jetzt zu ersten Mal passiert.

Arbeiterin hat Wachsdeckel beiseite gezogen und Königin schlüpft
Frisch geschlüpfte Königin ist noch ganz hell und sucht Schutz

Die ganz frisch geschlüpfte Königin ist allerdings sofort recht flink unterwegs und wechselt gleich auf die Unterseite des Rähmchens in den Schutz des Schattens.

Ungezeichnete Königin aus 2016 mit frisch gelegten Eiern (auch Stifte genannt)

Um Königinnen besser finden zu können und das Alter über die Farbe des Plättchens zu erkennen, werden sie in der Regel gezeichnet. Bei uns bleiben sie aber oft auch ungezeichnet.

Eine Königin aus 2015
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Seminar zu Waldtracht: Wird 2017 ein lausiges Jahr?

Dieses Jahr hat es endlich geklappt, einige Kurse zu Themen rund um Bienen und die Imkerei einzuplanen. Basisthemen wie die Honigschulung usw. habe ich natürlich längst abgearbeitet. Jetzt sind ergänzende Bereiche dran und den Auftakt machte der Kurs „Waldtracht“ an der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim.

Vormittags wurde sehr umfassend erläutert, welche Honigtauerzeuger für die Waldtracht wichtig sind. Neben den Entwicklungsprozessen und Lebensräumen der Läuse wurde auch erläutert, wie man Lauspopulationen finden und für die Gewinnung von Honig nutzen kann.

Hier nur eine knappe Zusammenfassung:

Honigtauerzeuger

  • Lecanien = Quirlschildläuse
    • Kleine Lecanie, an schwachwüchsigen Zweigen, Entwicklung ab April
    • Große Lecanie, starkwüchsige Zweige, Entwicklung etwas später
    • Honigtau ab Mai/Juni, honigt rund 6-8 Wochen
  • Lachniden = Rindenläuse
    • Rotbraun Bepuderte Fichtenrindenlaus, sitzt im hellen Maitrieb, weniger Ertrag, Kolonien Mai/Juni
    • Große Schwarze Fichtenrindenlaus, am nadellosen Holz, große Gefahr von Melezitosehonig, Juni/Juli
    • Melezitose: umtragen lassen und cremigrühren
    • Stark Bemehlte Fichtenrindenlaus, keine große Rolle, taucht ggf. im Herbst nochmal auf
    • Graugrüne Gescheckte und Grüngestreifte
    • Grüne Tannenrindenlaus, oft Spättrachten bis Oktober, keine Kolonien, einzige Solitärlaus
    • Große Schwarzbraune Tannenrindenlaus, große Honigmengen
    • Coloradotannen-Rindenlaus, (Matt-) Schwarze Tannenrindenlaus, invasive Art, noch kaum erforscht

Einflussfaktoren

  • Regen / Witterung
  • Wirtsbäume / Standort
  • 2017 wahrscheinlich „lausiges“ Jahr

Damit es aber nicht bei der reinen Theorie bleibt, ging es bei schönem Wetter in die Parkanlage der Universität Hohenheim, um selbst Läuse zu suchen. Nachdem die Wirtsbäume identifiziert waren, ging es daran, die kleinen Läuse zu finden. Mit Erfolg. Im Laufe der Zeit konnten mit Unterstützung durch Referentin und Mitarbeiterinnen der Landesanstalt alle wesentlichen Läusearten gefunden und identifiziert werden.

Auf der Suche nach den Läusen: Hier ist eine Fichtenrindelaus unterwegs
Rotbraun Bepuderte Fichtenrindenlaus
Stark Bemehlte Fichtenrindenlaus
Jede Menge Fichtenrindenläuse
Große Lecanie (Fichtenquirlschildlaus)
Kleine Lecanie (Fichtenquirlschildlaus)
Große Schwarze Tannenrinderläuse und ein paar Ameisen
Grüne Tannenrindenlaus
 

 

 

Abgeklopfte Grüne Tannenhoniglaus
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Naturwabenbau im Baurahmen

Der Wabenbau der Bienen ist faszinierend und besonders spannend ist es, wenn sie frei bauen können. Beispielsweise im Baurahmen oder bei Ablegern.

Drohnenbrut
Nur wenig Drohnenbrut und überwiegend Arbeiterinnen
Halb und halb – die Bienen haben entschieden, dass sie Arbeiterinnen und Drohnen brauchen
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Ableger wie Reihenhäuser

Die Schwarmzeit ist die intensivste Zeit der Imkerei. Die Bienenvölker werden regelmäßig kontrolliert und Ableger werden gebildet oder Königinnen gezüchtet.

Die Wirtschaftsvölker der Bottwarbienen haben sich in diesem Frühjahr recht unterschiedlich entwickelt. Es sind aber auch 2-3 Völker dabei, die sich herausragend gut entwickelt haben und auch deutlich mehr Nektar eintragen als andere Völker am jeweils gleichen Standort. Von diesen Völkern bilde ich einige Ableger um neue bzw. weitere Wirtschaftsvölker für die nächste Saison zu bilden. Diese Ableger stehen derzeit an einem eigenen Standort, um sich in Ruhe eine neue Königin zu schaffen. Nachdem die neue Königin begonnen hat, Eier zu legen und sich die Ableger entsprechend weit entwickelt haben, werden sie aus dem Ablegerkasten in eine eigene Beute umgesetzt und auf die Bienenstände verteilt.

Starkes Volk dient als Spender für Ableger
Ablegerkästen mit neuen Bienenvölkern
Hinter Gittern …
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Schon wieder ein Diebstahl!

Wieder ein Diebstahl in der Region. Dieses Mal hat es Markus Schwarz getroffen, der mit seiner „Honigmanufaktur Spatzenhof“ in Wüstenrot ansässig ist. Solche Nachrichten nähren die Furcht, dass auch die eigenen Bienen gefährdet sind und machen vor allem wütend. Es drängt sich leider auf, dass solche Straftaten von Leuten begangen werden, die mit dem Umgang mit Honigbienen vertraut sind.

Auszug Heilbronner Stimme 26. Mai 2017:

Bienen und Honig geklaut – Belohnung ausgesetzt

Beilstein  In den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu Bienen-Diebstählen in der Region gekommen. Jetzt wurde Berufsimker Markus Schwarz an einem Standort in Beilstein sogar die gesamte Honigernte geklaut.

Von Adrian Hoffmann, „Also da ist sicher keiner mit dem Passat vorgeworfen, sondern mit etwas größerem“, sagt Markus Schwarz (45) von der Honigmanufaktur Spatzenhof mit Sitz in Wüstenrot.
Etwa 500 Kilo Honig seien gestohlen worden, er habe es am Mittwoch bemerkt und gleich der Polizei gemeldet. Es handle sich um einen Warenwert von rund 5.000 Euro, so Schwarz.
Die Honigmanufaktur Spatzenhof hat 30 Bienen-Standorte in der Region, im vergangenen Jahr sei man drei Mal von Bienen-Diebstahl betroffen gewesen, dieses Jahr ein mal – und jetzt aktuell der Honig-Klau. Als Täter kommen nach Ansicht von Markus Schwarz nur Personen infrage, die einen Bezug zur Imkerei haben.

Belohnung für Hinweise ausgesetzt

Neben dem Honig wurden „die kompletten Honigräume einschließlich Bienen und Innendeckel geklaut“, schreibt Markus Schwarz in einem Beitrag auf Facebook, der enorme Reichweite erzielt und bislang mehr als 1000 Mal geteilt wurde.
Die Polizei ist bereits informiert. Markus Schwarz hat eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. „Vielleicht hat jemand mitbekommen, dass ein selbsternannter Bienenfreund plötzlich über ungewöhnlich viel Honig verfügt“, hofft er. „Jeder noch so kleine Hinweis hilft.“
Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise auf den Täter oder den Verbleib der Honigräume geben können, sich unter der Telefonnummer 07062 915550 beim Polizeiposten Beilstein zu melden.

Aufruf auf Facebook
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Streuobstwiese oder Streuobstrasen?

Im Grunde bin ich kein „fundamentalistischer“ Umweltschützer. Alles solte mit der nötigen Sachlichkeit und mit Augenmaß diskutiert werden. Aber warum muss man Streuobstwiesen auf Golfrasengrün runtermähen? Dafür habe ich bei aller Toleranz gegenüber unterschiedlichen Ansichten dazu, was „schön“ ist, wirklich kein Verständnis.

Es ist völlig okay, wenn in den Wohngebieten die paar Quadratmeter Grünfläche um die Terrasse oder der Vorgarten auf 2-3cm getrimmt werden. Bei mir darf der Löwenzahn natürlich auch im Hausgarten wachsen, aber ich kann verstehen, dass man das auch anders sehen kann. Warum aber mitten in der Natur bzw. dem Kleinod unserer Kulturlandschaft, der Streuobstwiese?

Vielfalt: Streuobstwiese und Bienenstand

Die Streuobstwiesen und Bienenstände bei den Bottwarbienen werden meistens nur zweimal im Jahr mit einem Balkenmäher gemäht. Das bedeutet, dass sich Gräser und Wiesenblumen voll entwickeln und Samen bilden können. So wird die Vielfalt erhalten und Insekten, Reptilien, Amphibien,Vögeln, etc. bleibt ein wertvoller Lebensraum erhalten.
Beispielsweise haben sich bei den Bienenständen der Bottwarbienen am Forstberg (Oberstenfeld) und am Lerchenberg (Großbottwar) Eidechsen unter den Paletten und Plattformen, auf denen die Bienenkästen stehen, angesiedelt. Häufig sonnen sie sich neben den Beuten oder sogar auf den dunklen Flugbrettern.

Es ist nicht das Ideal, eine Streuobstwiese garnicht mehr zu nutzen und sozusagen verwildern zu lassen. Um diese Kulturlandschaft für Natur aber auch den Menschen zu erhalten, ist eine sinnvolle Pflege und Nutzung der richtige Weg.

Also: Besser selten mähen und Balkenmäher statt Mulchmäher verwenden.

 

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Naturwabenbau – Wachs und Licht

Wenn man den Bienen die Wahl lässt, entstehen filigrane aber sehr tragfühige Strukturen im Naturwabenbau. In diesem Fall 4 zusammenhängende Bögen, manchmal sind aber auch nur 1-2.

Im weiteren Verlauf werden die Waben noch mehr mit den Seitenteilen verbunden und tragen dann problemlos und stabil die Brut oder eingelagerten Nektar.

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Jahreshauptversammlung von Mellifera e.V.

Mellifera e.V. leistet sehr über 30 Jahren herausragende Arbeit für die Honigbiene bzw. den Bien. Dies zeigt sich sowohl in der konkreten Arbeit mit den Honigbienen, aber auch durch nachhaltiges Lobbying für Bienen und Natur, und damit in letzter Konsequenz auch für den Menschen.

Skulptur am Zugang zu Mellifera an der Fischermühle: „Der Bien zwischen Himmel und Erde“

Dr. Johannes Wirz (Vorstand)

Zitat von Victor Hugo: „Nichts gleicht der Seele so sehr wie die Biene, sie fliegt von Blüte zu Blüte wie die Seele von Stern zu Stern, und sie bringt den Honig heim wie die Seele das Licht“

Markus Hilfenhaus (Beirat): Der Bien und der Mensch

  • Intensive Wahrnehmung des Wesens Bien
  • Wer schaut uns da so an, wenn wir den Bienenstock öffnen? Dem Wesen wesensgemäß begegnen und sich selbst darauf einlassen und eigene Wahrnehmung schärfen, z.B. der Natur
  • Bienen handeln instinktiv richtig, menschliche Individuen und Gesellschaften differieren in ihren Idealen
  • Zusammenarbeit der Biene: Elementare Grundeigenschaft des Volkes ist die Wärme.
  • Substanzen aus Licht und Luft ins Volk hineinbringen (Nektar und Pollen), Wunder des Wachses => Stoff der dann auch die Gemeinschaft im wahrsten Worte trägt.
  • Bienen stören und zerstören nicht. Sammeln hilft der Umgebung und ist völlig gewaltlos. Keinerlei Raubbau. Bienen nehmen nur was übrig ist. Mensch wird dieses Ideal niemals erreichen.
  • Waben erscheinen oberflächlich alle gleich zu sein. Allerdings finden sich im Detail und von Volk zu Volk individuelle Unterschiede. Idealer Ansatz auch für das Zusammenleben der menschlichen Gesellschaft.
  • Wachs ist aus den Bienen entstanden und damit Teil des Organismus Bien. Innere Verbundenheit von Bienen und Waben.
  • Ein Imker, der sich darauf einlässt, dass er sozusagen in das Volk geht, erlebt dazu zu gehören. Offenheit des Wesens Bien ist erlebbar. Mit Propolis und Abwehrverhalten kann dennoch ungewolltes fern oder draußen gehalten werden.
  • Aurelia, Regionalgruppen => nicht in der Peripherie verduften, sondern Aufgabe der wesensgemäßen Bienenhaltung weiter vorantreiben.

Mellifera berichtet:

  • Holger Loritz (Netzwerk Blühende Landschaft)
    • Fokus soll wieder mehr auf die Landwirtschaft gerichtet werden, Konventioneller Bauernverband konnte als Partner gewonnen werden.
    • Heuwiesen sind der Regenwald Zentraleuropas
    • Erfolgreichstes Projekt 2016: Bienenblütenreich, Patagonia und Hipp haben unterstützt, um 15 Hektar an 25 Orten mit Blühflächen zu ermöglichen. Gedacht zur Vermittlung von Know-how und Inspiration. 2017 unterstützt auch dm Drogeriemarkt und 30 Hektar werden angelegt. Stärkung von Blühpartnerschaften.
    • 2017: Leindotterkampagne, alte Feldfrucht ohne aktive Züchtung, Blüten auf die gesamte Fläche bringen, statt nur in den Blühstreifen (blühende Feldfrucht oder Zwischenfrucht), Leindotteröl neu etablieren, Netzwerk ist Partner
    • 2017: Neuauflage des Handbuchs für Ende des Jahres geplant
  • Rebecca Schmitz (Bienen machen Schule)
    • Bienenerlebnistage im Zollernalbkreis an der Fischermühle (selbst erleben bringt Lernerfolg)
    • Initiative Bienen machen Schule bringt Imker und Schulen zusammen, weitere Bienenerlebnistage und Bienen AGs sollen entstehen
    • Tagung von Bienen machen Schule dieses Jahr auf österreichischen Seite des Bodensees, Schirmherrin Sarah Wiener
    • Walldorfschule feiern 100 Jahre, Bienenprojekte sind geplant
    • Fischermühle soll auch Erlebnisimkerei für Kinder/Schule werden, erste 15 Kurse sind bereits ausgebucht
    • Grundschulkinder gestalten in Kunstprojekt Beuten für die Erlebnisimkerei
    • Kooperation mit Landwirtschaftsverlag
    • Initiative bekommt eigenes Logo und aktuelle Webseite
    • Regionalgruppen sollen entstehen und Impulse in die Breite bringen
    • Handbuch zu Bienen machen Schule ist in Vorbereitung/Erstellung
  • Sarah Bude (Öffentlichkeitsarbeit)
    • Mehr Hinweise durch Schilder o.ä., neues Honigetikett, Option online Mitglied werden, Imkerversicherung neu angeboten
    • Neuer Imagefilm von Mellifera
    • Bee Good Bienenpatenschaften mit neuem Logo und Flyern
    • Rosenfeld live 01./02.04.2017 mit rund 3.000 Besuchern an der Fischermühle
    • Neuer Praxiskurs wird angeboten
    • 2018 größere Veranstaltung zur Varroatoleranz, dieses Jahr Vortragstag dazu
    • Wieder Rede bei Hauptversammlung von Bayer AG und Demo geplant
    • Koordination der Lobbyarbeit durch Thomas Radetzki jetzt von Berlin aus
    • Lehrbienenstand wurde modernisiert und attraktiver gestaltet, inkl. großem Insektenhotel, Infotafeln sind jetzt auch fertig und werden demnächst angebracht.
  • Norbert Poeplau (Wesensgemäße Bienenhaltung, Betrieb der Imkerei)
    • Rund 175 Bienenvölker
    • Die Imkerei wird im Wesentlichen von Norbert Poeplau und zwei Auszubildenden betrieben
    • Betrieb von Imkerei und Imkerberatung
    • Schwerpunkt auf Demeter Qualitätsbienenprodukte Blütenpollen, Propolis, Pollenhonig, Bienenwachs
    • Einstellung eines weiteren Imker
    • Bienen für medizinische Zwecke werden zur Verfügung gestellt
    • Vermarktung muss neben der Routine intensiviert werden
    • Neuer Imker ist ehemaliger Azubi, war in Neuseeland in Großimkerei, Kenntnis und Kombination beider Seiten als Chance
    • Mehr Magazinbeuten als Trogbeuten zur Produktion, ca. 95 Magazine Dadant
    • FÖJ Praktikanten werden in Zukunft beschäftigt
    • Umstellungsversuch: Völker aus konventioneller Imkerei, Bioland und Demeter wurden gemeinsam nach Demeter bewirtschaftet, um mögliche Unterschiede zu erkennen. Honiganalysen in Hohenheim nahezu identisch. Weitere Analysen mit bildschaffenden Methoden und Steigbildmethode. Nach 3 Jahren war mit den neuen Methoden noch erkennbar aus welchem Ursprung das jeweilige Volk stammte, obwohl alle gleich bewirtschaftet wurden. Weitere Untersuchungen mit Bildekräfte-Methode, Zuordnung war ebenso möglich. Methoden werden ergänzend weiter betrachtet.
    • Umweltspäher: T. Radetzki mit Prof. Menzel => High-tech Sensorik, es werden Veränderungen im Verhalten der Bienen erkannt, obwohl z.B. Konzentration von Neonicotinoiden nicht nachweisbar ist
    • Entwicklung zum Thema Absperrgitter, Versuche sollen Fakten liefern, um Diskussion zu versachlichen
    • In welche Richtung bauen Bienen, wenn sie frei wählen können? Versuche mit Schwärmen in runder Pappröhre. Versuche sollen 2018 mit Regionalgruppen erfolgen.
    • Varroabehandlung mit Separierung der Königin durch „Muller-Brett“ (Absperrgitter für Milben auf dem Weg zur Brut, oben mit gedrehten Flugloch auslaufende Brut, unten mit altem Flugloch Königin, Bienen fliegen zur Königin, Milben bleiben zurück und werden in Siebbrett gefangen)
    • Analyse von einzel stehenden Völkern
    • Weitere Untersuchungen zur Wärmebehandlung
    • Seminare werden gegeben, Vorträge und Rundgänge geführt
    • Referentenschulung zur wesensgemäßen Imkerei
    • Koordination von Ausbildungsverbünden
  • Michael Slaby (Finanzierung)
    • Bericht zu verschiedenen Kooperationen und Projekten
    • Zusammenarbeit mit Marketingexperten hilft auch für eigene Projekte (Kommunikations Know-how)
  • Terra Pasqualini (Geschäftsführung)
    • Erläuterungen zum positiven Finanzergebnis für 2016 und zum Budget für 2017
    • Tagesaktuell 1.096 Mitglieder
    • Mehr als 3.000 BeeGood-Patenschaften
  • Christian Czesla (Beirat)
    • Aufgabe des Beirats ist das Staunen über das möglich Gemachte und die unglaubliche Dynamik der Entwicklung
    • Reflexionsgespräche für Mitarbeiter, kritisches Hinterfragen
    • Unternehmerische Haltung inzwischen entwickelt
  • Dr. Johannes Wirz, Wohin die Reise geht
    • Verschiedene Beispiele: Plastische Intelligenz der Bienen, um getanztes Ziel zu finden, Einraumbeuten in Russland mehrfach unabhängig voneinander erfunden, Bienen erkennen die Logik beim Verstellen der Zuckerquelle
    • Auch der Verein muss mit Hinternissen umgehen und intelligente Lösungen finden, Stärkung der Regionalgruppen
    • Selbstführende Organisation etablieren
    • Prüfung der Lehre von Steiner und anderer: Kann sich menschliche Gesellschaft ähnlich zu den Bienen weiterentwickeln? Beispiele: absolute Solidarität und Gewaltlosigkeit der Bienen
    • Selbstverständliche Achtsamkeit und Achtung des Anderen (Gegenseitigkeit)

Thomas Radetzki (Bündnis zum Schutz der Bienen, Aurelia Stiftung)

  • Kurzer Bericht über aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten
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Eigenwachskreislauf gestartet

Die Diskussionen zur Qualität des Bienenwachses werden in letzter Zeit immer intensiver und kontroverser geführt. Leider haben immer wieder Verfälschungen mit Stearin und Paraffin im Wachs zu Schäden bei den Bienen geführt.

Auch dieses Thema lässt sich am besten auf sehr sachliche Weise behandeln. Im Grunde ist die Etablierung eines eigenen Wachskreislaufs eine logische Konsequenz. Zukünftig sollen bei den Bottwarbienen daher keine zugekauften Mittelwände mehr verwendet werden. Das eigene Wachs geht nicht mehr im Tausch gegen Mittelwände an einen großen Hersteller von Mittelwänden, sondern wird gesammelt. Das Umarbeiten des Wachses in Mittelwände wird bei einem regionalen Anbieter durchgeführt. Hier sind persönlicher Kontakt und ein offener und transparenter Prozess essentiell.

Idealerweise sollte eine Eigenwachskreislauf nur auf Entdeckelungswachs und frischem Wachs aus dem Drohnenrahmen bestehen. Da diese Menge aber in meinem Fall nicht ausreicht, bzw. eine zeitnahe Umstellung auf eigenes Wachs unmöglich machen würde, ist der zweitbeste Weg der Weg der Wahl: Das bereits vorhandene Wachs wird weiter genutzt. Es stammt aus vertrauenswürdigen Quellen und hat bisher keinerlei negative Eigenschaften im Bienenvolk gezeigt. D.h. was vorhanden ist wird genutzt und durch frisches eigenes Wachs ergänzt. Von außen wird kein fremdes Wachs mehr eingebracht.

Das Wachs der alten oder nicht mehr benötigten Waben wird mit einem Edelstahl-Dampfwachsschmelzer ausgeschmolzen.

Frisches Wachs aus dem Dampfwachsschmelzer

Das Wachs von mehreren Durchgängen beim Ausschmelzen wird gesammelt und mit einem Edelstahl-Einkochtopf langsam erhitzt, bis es vollständig flüssig ist.

Wachs zum Einschmelzen und Filtern/Klären
Flüssiges Wachs, noch ungefiltert

Nach dem Filtern mit einem Fliesstoff kühlt der Wachsblock langsam ab. Dabei sammeln sich die Schwebstoffe an der Unterseite und können mit einem Stockmeisel großzügig abgekratzt werden. Damit sind die Wachsblöcke bereit für die Umarbeitung zu neuen Mittelwänden.

Block mit rund 4-5 kg Bienenwachs
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Bereit für neue Ableger

Im letzten Jahr habe ich versuchsweise zwei Ablegerkästen mit Futtertasche und 4 DN Rähmchen verwendet. Die Erfahrungen waren sehr gut und folgerichtig stehen jetzt für die neue Saison mehr Ablegerkästen dieser Art zur Verfügung.

Die Bauart ist sehr kompakt, die Kästen sind unten geschlossen und das Flugloch kann durch eine Holzklappe leicht geschlossen werden. Wenn das Flugloch zu ist (siehe Bild) wird ein Lüftungsloch mit Edelstahlgitter freigegeben.

Diese Kästen wurden in Handarbeit aus Weymouthkiefer gefertigt und erstrahlen bei den Bottwarbienen im typischen Mellifera-Rot (Vulkanrote Kräuterfirnis).

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Weissacher Imkertag 2017

Auch in diesem Jahr war der Weissacher Imkertag des Regierungspräsidiums Stuttgart wieder ein Fixum im Imkerkalender. Starkes Schneetreiben und eine neue Parkplatzsituation haben den morgentlichen Start etwas komplizierter gemacht, aber es hat sich in jedem Fall wieder gelohnt nach Weissach-Flacht zu kommen.

44. Weissacher Imkertag, 19. April 2017

Ursachen des Bienensterbens

Prof. Dr. Friedrich Hainbuch, Associated Professor an der Universität Oradea/Rumänien

  • Ankündigung von Dr. Mezger: Kernaussagen von Hainbuch, dass Bienensterben multifaktoriell ist, Umgang mit der Ressource Natur muss überdacht werden
  • Erster Teil des Vortrags im Wesentlichen Eigenwerbung für Aktivitäten und Bücher
  • Kritik an Fälschung von Studien und Fehlinterpretationen
  • Einflüsse auf Bienensterben recht zusammenhanglos und meist ohne detaillierte Begründung dargestellt: Spritzmittel (Beispiele u.a. Glyphosat und Basta), Industrieabgase, Strahlung von Mobilfunkmasten, Stromversorgung durch Überlandleitungen, Verklappung von holländischer Gülle in Deutschland, Industrialisierung der Landwirtschaft
  • Empfehlung kleineres Zellmaß zur Unterstützung der Bienen gegen Varroa (ursprünglicheres Maß und in USA aktuelle Untersuchungsergebnisse, die die Vorzüge des kleineren Zellmaßes stützen)
  • Empfehlung Dunkle Biene (ursprünglich hier beheimatet und daher besser für Klima usw. geeignet)

 

Natürliche Selektion und Varroatoleranz, Lehren für die Imkerpraxis

Dr. rer. nat. Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim

  • Resistenz: Wirt kann verhindern, dass Parasit sich etablieren kann
  • Toleranz: Wirt kann mit dem Parasit leben
  • Schadenschwelle bei ca. 10%, danach Zusammenbruch des Volkes ziemlich wahrscheinlich, Hintergrund sind meist Sekundärschädigung durch Viren u.a.
  • Toleranz daher erforderlich für Varroa und Sekundärinfektionen
  • Verdopplung der Varroapopulation ca. alle 3-4 Wochen (exponentielle Vermehrung)
  • Starker Befall während der Phase der Produktion der Winterbienen bedeuten hohes Risiko für Überwinterung
  • Östliche Honigbiene: Toleranzfaktoren sind Hygieneverhalten, Putzverhalten zwischen Bienen, Fortpflanzung nur in Drohnenbrut
  • Bei östlicher Biene sterben befallene Puppen ab, Vermehrung ist daher gehemmt (aktuelle Forschungsergebnis)
  • Varroa Toleranz hauptsächlich im Bereich der Tropen, dort auch stabile Population von wild lebenden Bienen
  • Afrikanisierte Biene in Südamerika (seit ca. 1956) ist toleranter, aber der Umgang beim Imkern ist schwieriger
  • Faktoren?, Viele kleine Toleranzfaktoren: Fortpflanzung in Arbeiterinnenbrut reduziert, stärkeres Schwärmen, u.a.
  • Varroatoleranz in Europa: Gotland-Bienen „Bond-Test“ => „Leben und sterben lassen…“
    • Südteil von Gotland: 150 Völker diverser Arten, 12 Bienenstände, kaum Eingriffe (nur füttern bei Bedarf, schwärmen lassen)
    • Fast 80% Verluste nach 3 Jahren, nach weiteren 4 Jahren jedoch Bestand stabilisiert
    • Widerstandsfähigkeit bei Versuchen durch Hohenheim bestätigt
    • Völker haben viel Brut erzeugt, waren mit lediglich rund 20.000 Bienen relativ schwach für Wirtschaftsvolk, starke Brutentwicklung bedeutet absolut geringere Milbenzahl
    • Natürliche Selektion bringt nicht wirtschaftlich optimale Ergebnisse
  • Versuche von Tom Seeley in USA
    • Faktoren: keine Behandlung, Einzelaufstellung, kleinere Völker (kleine Kästen), keine Wanderung
  • Gezielte Selektion über Toleranzmerkmale?
  • VSH Zuchtlinie aus USA
    • Selektionsmerkmal: Prozentsatz an Brutzellen ohne Varroa-Reproduktion
    • Putzverhalten und Vermehrung wird erfasst
    • Praktische Umsetzung in Forschung sehr aufwändig, erste Planungsansätze von Hohenheim
    • Kontrollierte Bedingungen für Überlebenstest, daher eigene Selektion des Imkers wird Ziel nicht erreichen
  • Ricola-Projekt
    • Forschung mit nachweislich toleranten Bienen (Südfrankreich, Gotland, Norwegen), Beteiligung von Hohenheim
  • Fazit: es gibt tolerante Bienen, Basis natürliche Selektion, Toleranzfaktoren nicht eindeutig, kleinere Völker und keine Massierung

 

Fachberatung Imkerei, Rückblick 2016 – Ausblick 2017

Thomas Kustermann, Regierungspräsidium Stuttgart

  • Völkerzahl leicht ansteigend, Altersstruktur stabil, Frauenanteil auf 20% gestiegen
  • 2016: Auswinterung gut, Honigertrag mittel
  • 2017: Auswinterung mittel
  • Einsatz von Baurahmen und richtiger Umgang wiederholt erläutert, Baurahmen auch Indikator für Gesundheit/ Stärke des Volkes, früh Einhängen und bis Juni weiterführen
  • Gemülldiagnose im Februar als Basis für Strategie und Erfolgskontrolle durchführen
  • Oxalsäure 5,7%, Sprühlösung ist länger haltbar als Träufellösung
  • Sprühbehandlung mit Milchsäure muss nicht ins Medikamentenbuch eingetragen werden, Oxalsäure im Sprühverfahren muss aufgrund der Apothekenpflicht wie OS bisher eingetragen werden
  • Wachs
    • Bezeichnung „100% reines Bienenwachs“ ist keine Garantie => garantiert unverfälscht wäre klarere Aussage
    • Ideal wäre es, nur Entdeckelungswachs und Baurahmenwachs zu verwenden
    • Eigenes Kreislauf aber generell besser als Mischung mit Zukauf
    • Umarbeitung: Rückstellprobe grundsätzlich empfohlen
  • Appell: jeder sollte seinen eigenen Weg finden, verschiedene Methoden oder Herangehensweisen sollten toleriert werden

 

Die biologisch-dynamische Imkerei

David Gerstmaier, Imkerei Summtgart GbR, Institut Summtgart gemeinnützige GmbH

  • Biologisch dynamische Imkerei, Demeter Imkerei
  • Hauptsächlich in Stuttgart, aber auch Wanderung zu Kirschblüte, Kastanien und in den Schwarzwald
  • Grundhaltung: Die Beziehung von Mensch und Umwelt im Fokus
  • Aber: Honigerzeuger und nicht nur Bienenbeobachter
  • Pro Biene: Programme mit Kindern und bis zu Senioren
  • Demeter: Erst seit rund 30 Jahren Richtlinien für Bienenhaltung
  • Biene, Volk => der Bien
  • Population der Bienen => Bewusstsein, dass es nicht nur um einzelne Völker geht. Aufgabe von sehr stark mit Varroa befallenen Völkern kann vor andere schützen.
  • Vermehrung über Schwarmtrieb, Schwarm vorwegnehmen, ca. 2-3 Tage vor der Verdeckelung der Weiselzelle, weniger Milbenbelastung für den vorweggenommen Schwarm
  • Schwarm bedeutet auch Reinigung für den schwärmenden Teil des Volkes (Milben, Rückstände im Wachs, etc.)
  • Betriebsweise mit 1,5 Zander, 1 Brutraum, Naturwabenbau für Brutraum, Mittelwände für Honigraum
  • Bei Schwarm 2-3 leere Rähmchen mit Wachsstreifen, Führung mit Schied
  • Meistens wird auf das Ausschneiden von Drohnenbrut verzichtet (wichtig für Begattung und ethischer Ansatz)
  • Eigene Königinnen „in das Volk hinein geboren“
  • Kein Einsatz von Absperrgitter, nur selten Brut im Honigraum
  • Kein Umhängen von Waben im Brutnest
  • Jeder Imker sollte anständigen Preis für Honig und Wachs verlangen, Verständnis für Qualität und Bereitschaft mehr Geld auszugeben steigt
  • Wenn eine gute Beziehung zu den Bienen geschaffen werden kann, entwickeln sich Bienen gut.
  • 05.2017 Bienentag, Güterstraße Stuttgart
  • unsere-honigbiene.de, Crowdfunding für Kinderbuch

 

Imkern im angepassten Brutraum – mehr Bienen, mehr Honig, weniger Schwärme, weniger Aufwand

Jürgen Binder, Imkermeister, HonigManufaktur Binder, Biolandimkerei

  • „Liebig-Schüler“, Ausgebildet in Hohenheim
  • 2002: Verlust von 300/350 Völkern => immer über mögliche Verbesserungen informieren ist eminent wichtig, es ist wichtig über den Tellerrand zu schauen
  • Hinweise auf Imkermeister Hans Bär und Buch von Ferdinand Gerstung: Der Bien und seine Zucht
  • Der einräumige, ungeteilte Brutraum erfüllt das Bedürfnis nach einem kompakten Körper am besten
  • Überwinterung auf 6-7 Waben Dadant oder 9-10 Waben Zander
  • Volle Legeleistung der Königin: 7 Waben Zander, 9 Waben Deutsch Normal
  • Zuviel Pollen und an der falschen Stelle behindert die Frühjahrsentwicklung
  • Keine Mittelwände direkt ins Brutnest hängen
  • Isoliertes Schied zur Begrenzung des Brutraums auf den benötigten Platz benutzen
  • Auf Bee Space achten (unter 6mm Propolisierung, über 9mm Wachsbrücken)
  • Ansatz zu Schwarmtrieb: Durch mehr Platz und höhere Anzahl der Individuen kann die Königin mit ihrer Feromonleistung das Volk nicht mehr halten/regieren => das Volk schwärmt
  • „Die Wärme ist das Lebenselixier des Bien“
  • Empfehlungen: isolierte Schiede, Boden zu, Bee Space über den Oberträgern (Problem bei Folie), 15.07. Kunstschwarmableger, 20.07. AS-Behandlung, Auffüttern dünnflüssig, Einfüttern dickflüssig, 25kg Winterfutter drin = 30kg füttern
  • Im Winter wird der Brutraum auf die Bienenmasse angepasst, im Sommer auf die Brutmasse
  • Drohnenschneiden erfolgt nicht, da Volk diese Drohnen benötigt und sofort wieder produzieren würde
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Wolle, Souvenirs und jetzt auch Bottwarbienenhonig

Begonnen hat es mit Bottwartal-Souvenirs. Inzwischen führt Beate Lutz-Kinkel in ihrem Laden am Marktplatz von Großbottwar aber auch ein umfangreiches Angebot an Wolle, Handarbeitsartikeln, Zeitschriften, Büchern und noch vielem mehr. Nachdem der Wolleverkauf und die Strick- und Häkelevents nun fest etabliert sind, wird das Sortiment an Spezialitäten aus der Region weiter ausgebaut. Nach dem Motto „Aus dem Bottwartal und dromrom“ werden Spezialitäten regionaler Produzenten mit viel Liebe und Engagement ausgewählt und präsentiert.

Diese Leidenschaft für regionale Spezialitäten passt ganz hervorragend zum Ansatz der Bottwarbienen. Schließlich leisten die Bienen einen wichtigen Beitrag beim Erhalt der regionalen Natur. Beispielsweise können die Äpfel für den Streuobstwiesen-Apfelsaft nur gedeihen, wenn Bienen und andere lokale Bestäuber dafür Sorgen, dass die Früchte überhaupt wachsen können. Nebenbei sozusagen entsteht dabei eine feine Honigspezialität mit lokaler Prägung.

Ab sofort gibt es den Honig und die Honigschokolade der Bottwarbienen auch im Laden Wollekauf & Souvenirs beim Rathaus in Großbottwar.

Laden am Rathausplatz Großbottwar.

Hier geht es per Link direkt zu Wollekauf & Souvenirs.

(Quelle Logo und Foto Laden: Wollekauf & Souvenirs)

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Honigschokolade: Osterhasen versus Weihnachtsmänner

Haben Sie das gewusst? Es werden mehr Schokoladenosterhasen produziert als Weihnachtsmänner. Offenbar ist die Lust auf Schokolade an Ostern noch ausgeprägter als an Weihnachten.
Laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie werden an Weihnachten zwar insgesamt mehr Süßwaren verkauft, an Ostern aber mehr Schokolade. Rund 200 Millionen Osterhasen werden produziert und knapp die Hälfte davon auch in Deutschland verkauft.

Vielleicht erklären diese großen Zahlen auch, was mit unserer Honigschokolade passiert ist. Ursprünglich war die Idee, für den eigenen Bedarf und als kleines Geschenk für Familie und Freunde, ein paar Gläser Honigschokolade herzustellen. Es hat einige Zeit gedauert, bis der richtige Bio-Kakao beschafft und der Rührprozess optimiert war.
Nachdem die Honigschokolade dann aber sehr gut ankam und wir immer wieder kleine Chargen hergestellt haben, bekommt sie jetzt auch ein eigens gedrucktes Etikett. Die Honigschokolade ist jetzt fester Bestandteil im Angebot der Bottwarbienen.

Honigschokolade im neuen Gewand ab Ostern 2017

Siehe auch hier im Shop.

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Mellifera e.V. – Besuch bei der Imkerei Fischermühle in Rosenfeld

Wer sich für wesensgemäße Bienenhaltung und ökologische Ideen interessiert, kennt Mellifera e.V. .

Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die auf das Wesen und Verhalten der Bienen ausgerichtete Bienenhaltung mit Einfachbeuten und unter Demeter-Regularien zu praktizieren und zu verbreiten. Ein Teil dieser Aktivitäten ist auch das Netzwerk Blühende Landschaft, das die Bottwarbienen auch direkt unterstützen (siehe Siegeletiketten der Honiggläser).

Im Rahmen von „Rosenfeld live“ konnten am Wochenende 01./02. April 2017 auch die Firmen/Initiativen bei der Fischermühle besucht werden. Neben Informationsständen, z.B. von Helixor, Wala/Dr. Hauschka, gab es auch Angebote des b2 Biomarkts und der Staudengärtnerei Wagner. 
Der wichtigste Teil für uns war jedoch die Möglichkeit, die Lehr- und Versuchsimkerei von Mellifera e.V. zu besuchen.

Blick auf das Gebäude mit dem Immenlädchen, den Pavillion mit der Bienenwachskugel und die Imkerei
Am nahegelegenen Bienenstand haben die Imker der Fischermühle verschiedene Beutentypen aufgestellt. In kleinen Vorträgen direkt an der Beute und mit Blick in das Innere wurde die Betriebsweise mit den Einfachbeuten detailliert erläutert. Auch auf Fragen wurde kompetent und umfassend eingegangen.

Erläuterung der wesensgemäßen Betriebsweise mit Einfachbeuten
Die Mellifera Einfachbeute
Weitere Fotos finden sich im Menü unter Bilder.

Auch wenn wir bei den Bottwarbienen keine Einfachbeuten verwenden, ist der achtsame Umgang mit den Bienen unser gemeinsamer Nenner. Es ist sehr wichtig, dass es Initiativen wie Mellifera und das Netzwerk Blühende Landschaft gibt!

Aktueller Imagefilm von Mellifera: