Die Witterung hat es den Bienen nicht leicht gemacht. Hitzephasen und starker Regen wechselten sich ab. Die Bienen haben das Beste daraus gemacht, einen leckeren Sommerhonig mit Anteilen von Blatthonig und Wald.
Die Standorte im Bottwartal bieten von Wiesenblumen über Gärten im Ortsbereich, Streuobstwiesen und Weinbergen bis hin zu Waldstücken eine vielfältige Vegetation.
Honigwaben in der SchleuderVerschiedenfarbige Pollen zwischen den ausgeschleuderten Honigwaben
Bei uns steht im Fokus, dass es unseren Bienen gut geht. Deshalb ist es sehr sinnvoll, auch das Thema Bienenkrankheiten immer wieder aufzufrischen und durch neue Informationen zu ergänzen. Aus diesem Grund stand auch dieses Seminar an der Landesanstalt für Bienenkunde an der Uni Hohenheim auf dem Programm.
Dozent an diesem Tag war Dr. Peter Rosenkranz, der sehr gut strukturiert, umfassend und präzise auf den Punkt gebracht alle Informationen zu den relevanten Bienenkrankheiten vermittelt hat. Ein sehr empfehlenswerter Kurs!
Grundsätzlich: Gute imkerliche Praxis ist entscheidend!
Standortwahl
Volksentwicklung und Brutverhalten genau beachten
Spätsommerpflege: Varroabekämpfung, Auffütterung
Ablegerbildung
Bienenkrankheiten
Nosemose „Frühjahrsschwindsucht“:Nosema apis, Nosema ceranae, einzellige Pilze, viele Arten auch bei Hummel, Wildbienen, Eidechsen, etc., früher Hauptgrund für Winterverluste, Symptome: Krabbler, Kotflecken in Beute, schlechte Volkentwicklung, N. apis wurde in Süddeutschland von N. ceranea verdrängt, Sporen werden durch Erhitzen >70’C vernichtet (Wachsausschmelzer), Nosema reduzieren durch starkes Volk = höherer Volksumsatz, d.h. geringere Lebensdauer der Bienen, Standort mit guter Pollenversorgung und gutem Klima, konsequentes Auflösen von schwachen Völkern
Amöbenruhr:Symptome und Bekämpfung analog zu Nosema
Tracheenmilbe: wird teilweise durch Vorroabehandlung mit erfasst (Ameisensäure), Milbe sitzt in Luftröhrchen und saugt wie Varroa, Gesamtentwicklung ca. 3 Wochen, d.h. kurze Lebensdauer reduziert
Brutkrankheiten
Amerikanische Faulbrut: jeder Verdacht ist von jedem anzuzeigen, sehr ansteckend, kaum Selbstheilung, Sperrbezirk und Sanierung durch Amtsveterinär, Paenibacillus larvae, Larve wird von Sporen aufgelöst, Sporen kommen in geringer Menge häufig vor, nicht gepflegte Völker werden Seuchenherd, eingefallene Zelldeckel sind Alarmzeichen, Löcher in Brut, bestellter Bienensachverständiger muss Bienen prüfen, Steichholztest zu fadenziehender Masse (>1cm) in Zelle, selten auch ohne fadenziehende Masse, Sporen im Futterkranz sind nachweisbar, Sperrgebiet 1-3km, aller Völker im Sperrbezirk werden untersucht, Dauer Sanierung 2-6 Monate, Antibiotika in EU nicht zugelassen, stärker befallene Völker werden vernichtet, leicht befallene Völker werden über Kunstschwärme saniert, Material: Eintauchen 2-3 min. in Natronlauge min. 3% oder abflammen (>129’C)
Europäische Faulbrut „Sauerbrut“: saurer Geruch, keine Fäden und selten eingefallene Deckel, mehrere Erreger, Verlauf analog AFB, große Probleme in der Schweiz (Klima, kleine Kästen, mangelndes Know-how)
Kalkbrut: tritt unregelmäßig auf, selten Totalverlust, meist nur „lästig“, Pilzerreger, Larve wird zu Mumie, schwächer Befall wird häufig übersehen, temperaturempfindlich, Königin entscheidend, Volk umweiseln
Bienenviren
Wichtiger Forschungsschwerpunkt, rund 100 Forschergruppen in Europa
Parasiten von Wirtszellen, keine lebenden Organismen
Bei Verdacht auf Vergiftung auch Pflanzenbauberater
Praxis: Versuch zum Hygieneverhalten der Bienen
Rund 100 verdeckelte Zellen (Puppenstadium) werden mit Nadel durchstochen
Brut auf Wabe aus schwachem Volk mit Kalkbrut
Bei gesundem Volk mit gut ausgeprägtem Hygienverhalten werden von den Bienen etwa 50% der Zellen in 10 Stunden ausgeräumt
Im durchgeführten Versuch zeigt das schwache und kranke Volk kein Hygieneverhalten, d.h. keine der Zellen wurde von den Bienen ausgeräumt. Bei den beiden gesunden Völkern (Wirtschaftsvolk und Ableger) wurden rund 30-35% in 6 Stunden ausgeräumt bzw. es wurden die Zelldeckel aufgeknabbert um die Puppen zu entfernen.
Waben aus schwachem/krankem Volk: Nach 6 Stunden war nichts ausgeräumt (leere Zellen waren auch zu Beginn nicht besetzt) Waben aus Wirtschaftsvolk: Nach 6 Stunden ca. 30-35% ausgeräumt Waben aus Ableger: Nach 6 Stunden ca. 30-35% ausgeräumt
Bei der Honigernte „stehlen“ wir Imker den Bienen ihre Wintervorräte. Daher sollte man bei der Honigernte auch schon an das Winterfutter denken. Bei uns heißt das, dass beim Reinigen der Honigschleuder und der sonstigen bei der Honigernte benötigen Utensilien auch schon mal die Kanister für das Winterfutter gesäubert werden.
In diese Kanister wird der Futtersirup beim Händler aus den richtig großen Tanks befüllt. Der Händler kauft den Sirup üblicherweise in Tankzugladungen von jeweils 20 Tonnen pro Lieferung. Da auch IBC-Container von rund 800-1.000 kg nur schwer zu handhaben sind, ist die Lösung mit Kanistern am einfachsten umzusetzen. Ein Kanister enthält rund 14kg und damit die ungefähr die Futtermenge für ein Volk.
Apis Mellifera Carnica, die Kärntner Biene, ist die am weitesten verbreitete Unterart der westeuropäischen Honigbiene. Die Bottwarbienen sind bis auf ein Volk mit Buckfast-Einschlag auch Carnicas. Ursprünglich heimisch in unserer Region war aber eine andere Bienenart, die Dunkle Biene. Apis mellifera mellifera ist die einzige auf der Alpennordseite ursprünglich einheimische Honigbiene und der Urtyp aller Honigbienen.
In den letzten Jahren hat das Interesse an der Dunklen Biene wieder zugenommen. Bei normalen Trachtverhältnissen oder Massentrachten hat sie eine rund 20% geringere Honigleistung als die Carnica. Wenn die Trachtverhältnisse aber schwierig sind, hat sie oft sogar eine bessere Honigleistung, da sie auf wechselhafte Klimaverhältnisse auf der Alpennordseite besser reagieren kann.
Von einem Imkerkollegen konnte ich zwei Weiselzellen einer dunklen Reinzuchtkönigin bekommen (Dankeschön nochmal :-). Damit kann ein erster Versuch starten und zwei Ableger aus Flugbienen bekamen diese Weiselzellen eingesetzt.
Mal sehen, wie sich die Ableger entwickeln. Wenn die Königinnen schlüpfen und hier auf dem Hochzeitsflug begattet werden, werden die Völker 50% Gene der Dunklen Biene haben.
Ableger aus Flugbienen für Versuch mit Dunkler BieneWeiselzelle aus Königinnenzucht in neu gebildetem Ableger
Nachtrag 30.07.2017: Der Versuch ist leider misslungen. Eine der Königinnen ist nicht geschlüpft und die andere ist nicht vom Hochzeitsflug zurückgekehrt.
Nach etwas mehr als 2 Wochen im Wald war es schon Zeit, das erste Mal Honig zu schleudern. Es gibt zwar Honigtau in dieser Region, aber die Bienen tragen noch hauptsächlich Nektar, zum Beispiel von wild wachsenden Himbeeren und Brombeeren, ein. Der Honig ist recht dunkel und schmeckt fruchtig.
Honigwaben in DN Halb- und Ganzzargen
Wir entdeckeln die Waben ganz klassisch von Hand und arbeiten mit einer einfachen 4-Waben-Schleuder. Es hat daher von der Entnahme der Honigwaben bis zum Verschließen der Lagerbehälter einen ganzen Tag gedauert. Das Wandern der Bienen und die Arbeit hat sich für diesen feinen Honig in jedem Fall gelohnt.
Dieses Jahr sind mehrere Kurse an der Landesanstalt für Bienenkunde auf dem Programm. Der zweite Kurs war die Einführung in die Honigmikroskopie bei Dr. Dr. Horn. Herr Horn ist bekanntermaßen ein Spezialist für Palynologie, d.h. die wissenschaftliche Untersuchungen über den Aufbau und die Struktur der Sporen und Pollenwandung. Vereinfacht könnten man auch sagen, dass es um das Erkennen und Unterscheiden von Pollen geht.
Durch die Bestimmung von Pollen in einer Honigprobe, den Anteilen in der Probe und die Kombination der Pollenarten lässt sich ein Honig nicht nur bezüglich seiner botanischen Zusammensetzung, sondern auch seiner örtlichen Herkunft analysieren.
Nach der theoretischen Einführung in die Formen und den Aufbau von Pollenkörnern ging es an den praktischen Teil. Zuerst wurde allerdings im Labor gezeigt, wie solche Proben aus Pflanzen bzw. aus Honig erstellt werden können.
Jeder Seminarteilnehmer hat verschiedene Präparate erhalten, um die Pollenkörner selbst unter dem Mikroskop zu suchen und zu bestimmen.
Echte Sal-Weide
Wald-Kiefer
Zier-Apfel
Zitter-Pappel
Krokusse
Eibe
Erle
Hänge-Birke
Linde
Rosskastanie
Spitz-Ahorn
Buschwindröschen
Stiel-Erle
Raps
Löwenzahn
Blütenhonig
Die Präparate der einzelnen Pflanzen wurden direkt aus Pollen erstellt und man konnte daher diese Pollenart jeweils in allen Formen und Lagen sehr gut sehen. Besonders schön ist dabei der Pollen des Löwenzahns. Der Blütenhonig enthielt eine Mischung verschiedener Pollen dieser Tracht und es lässt sich damit gut nachvollziehen, wie aufwendig es ist, einen Honig zu analysieren indem man die Pollen identifiziert und auszählt.
Drei Tage im Einsatz für die Bienen.
Gute Ergebnisse, aber sehr anstrengend.
Irgendwie eine Art imkerlicher Triatlon:
Disziplin/Tag: Mähen von mehreren Streuobstwiesen mit dem Balkenmäher
Disziplin/Tag: Podeste aus Einwegpaletten bauen und aufstellen
Disziplin/Tag: Schwarmkontrolle bei allen Wirtschaftsvölkern, Ableger pflegen, weitere Honigräume aufsetzen
Diese drei Disziplinen bzw. Tage haben sich so ergeben. Podeste baut man ja nicht so oft und ein Tag lang Honig mit einer handbetriebenen Schleuder zu schleudern kann auch anstrengend sein.
Wie beim Sport eben, danach kann man sich richtig über das Erreichte freuen.
Vor einiger Zeit haben wir die Palettenpodeste an unserem ebenen Bienenstand am Lerchenberg um 2 Lagen Europaletten erhöht. Das macht das Arbeiten deutlich komfortabler und die Bienen stehen auch etwas höher über dem Gras, das bei uns voll auswachsen darf, bevor es geschnitten wird.
Damit auch am Bienenstand am Forstberg etwas einfacher gearbeitet werden kann, sollte das Podest auch hier erhöht werden. In diesem Fall kommt erschwerend hinzu, dass der Bienenstand am Hang steht und von hinten bearbeitet wird. D.h. man steht fast auf Höhe des Podests und muss sich stets tief bücken. Die Aufstockung der vorhandenen Plattform wurde wieder aus Einwegpaletten gebaut.
Einwegpaletten von Bauelementen für Wintergärten und TerrassendächernPodestelemente aus Palettenholz gebautNeue Podeste liegen bereit, aufgestockt wurde erst in der Nacht
Die Podestelemente wurden so gebaut, dass sie noch von einer Person transportiert und aufgebaut werden können. Bei schönem Wetter und der Kulisse einer Blumenwiese im Gewerbegebiet von Bönnigheim wurden die Elemente gebaut. Die oberste Ebenen ist nahezu geschlossen, damit unterschiedlich große Bienenkästen mit und ohne Anflugbrettern gut aufgestellt werden können. Auf die vorhandene Plattform wurden die Elemente erst nachts gestellt. Nur nachts und bei niedrigeren Temperaturen können die Fluglöcher der Bienenkästen verschlossen und für die Zeit des Umbaus beiseite gestellt werden. Das ist aktuell natürlich viel einfacher, da die Wirtschaftsvölker für die Waldtracht in den Wald gebracht wurden und nur ein Wirtschaftsvolk und Ableger am Forstberg stehen.
Einige Grundstücksbesitzer haben ihren „Golfrasen“ unter den Obstbäumen der Streuobstwiesen schon viele Male auf 3-5cm rasiert. Einige dieser Streuobstrasen sind nach den heißen Tagen total ausgetrocknet und das Gras verbrannt.
Nachdem jetzt die meisten Blumen auf den Wiesen der Bienenstände aber inzwischen verblüht sind, wird auch bei uns gemäht. Möglichst spät und mit dem Balkenmäher. Mit einem solchen Mäher kann man zwar nicht ganz so filigran um die Bäume mähen, aber das ist hier auch absolut nicht notwendig. Die Vielzahl der Insekten und Eidechsen, die sich vor dem Mäher in Sicherheit bringen und nach dem Mähen auf dem geschnittenen Gras zu finden sind, zeigt was ein Mulchmäher hier alles vernichten würde.
Frisch gemähte Streuobst- und BienenwieseWir haben das schon oft thematisiert. aber wahrscheinlich kann man es nicht oft genug tun: Bitte mit einem Balkenmäher o.ä. und seltener mähen. Streuobstwiesen sind kein Golfplatzgrün, sondern ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Reptilien, Vögel und andere Tiere.
In Absprache mit dem verantwortlichen Förster, können ein paar Bienenvölker die frische Waldluft im Schwäbisch-Fränkischen Wald geniesen. Sie sind jetzt am Rand einer Waldwiese aufgestellt. Im direkten Umfeld haben wir nach kurzer Suche „Honigläuse“ gefunden und da es im Wald derzeit ausreichend feucht ist, könnte es auch eine entsprechende Waldtracht geben.
Transport der BienenkästenDie Waagstockdaten, die über den Landesverband Württembergischer Imker online abgerufen werden können, zeigen für dieses Gebiet Zunahmen für die ersten Junitage. Während dem schlechten Flugwetter der letzten beiden Tage, wurde allerdings nur wenig eingetragen.
Lecanien in direkter Nachbarschaft zu den Bienenstöcken (Fichtenquirlschildlaus)Wir werden sehen, was passiert und hoffen darauf, dieses Jahr wieder Waldhonig ernten zu können.
Bienenkästen mit Kontaktdaten und Gesundheitszeugnissen
Die Ableger sind weit abseits der dauerhaft genutzten Bienenstände aufgestellt. So haben sie mehr Ruhe, um ihre Königinnen zu bilden und sich zu entwickeln. Die ersten dieser Ableger sind nun so weit, dass sie die Ablegerkästen komplett füllen und werden daher zu den Bienenständen umgezogen und in normale Beuten umgesetzt. Sie werden weiterhin noch etwas zugefüttert, um den Wabenbau zu stimulieren.
Ableger sind auf den Bildern daran zu erkennen, dass sie nur eine Zarge benötigen. Wirtschaftsvölker haben je nach Größe und Leistungsfähigkeit eine weitere Halb- oder Ganzzarge bzw. manchmal auch zwei Honigräume.
Obwohl das Bienenjahr etwas früher begonnen hatte, haben die Frostnächte im April dazu geführt, dass wir dieses Jahr etwa 2 Wochen später geschleudert haben. Da wir bei den Bottwarbienen nach Standorten getrennt schleudern (siehe auch: Terroir der Bottwarbienen), kam dieses Jahr eine weitere Charge hinzu. Zum ersten Mal gibt es Honig vom Lerchenberg, an dem seit letzten Herbst einige Bienenstöcke stehen.
Wie immer werden nur die reifen Honigwaben aus dem Honigraum entnommen. Was noch nicht reif erscheint, bleibt im Stock. Den Honig, den die Bienen am Rand des Brutraums eingetragen haben, behalten die Bienen. So ist sichergestellt, dass sie auch Trachtpausen gut überstehen.
Honigwaben aus Halbzargen in der SchleuderHonigernte ist bei den Bottwarbienen viel Handarbeit.
Um das Deckelwachs nutzen zu können, wurden dieses Mal wieder alle Waben mit der Entdeckelungsgabel von Hand entdeckelt und nicht mehr mit den Heißluftfön schnell aufgeschmolzen. Von Hand dauert es länger, aber man kann das sehr reine Wachs z.B. für die Herstellung von eigenen Cremes oder Seifen nutzen. Auch die 4-Waben-Schleuder wird mit einer Handkurbel bedient.
Während dem Schleudern wird mit einem Refraktometer regelmäßig der Wassergehalt des Honigs gemessen. So kann sichergestellt werden, dass der Honig den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes entspricht, wonach der Wassergehalt 18% nicht übersteigen darf. Auch wenn wir unseren Honig nicht in DIB-Gläsern verkaufen, orientieren wir uns selbstverständlich an diesen Regeln.
Aufgrund des Frostes und des damit verbunden Verlusts eines großen Teils der Obstblüte, ist die Honigernte etwas geringer ausgefallen. Es reicht aber auch dieses Jahr sicher, um die Stammkunden der Bottwarbienen mit Honig zu versorgen.
Frischer Wabenhonig als Stärkung beim Entdeckeln und SchleudernNach dem Schleudern wird der Honig in speziellen Honigeimern gelagert, um die Qualität sicher zu erhalten. Da derzeit noch Blütenhonig aus 2016 vorhanden ist, wird der Honig erst bei Bedarf cremig gerührt und in Gläser gefüllt.
Die für die Ernte genutzten Gerätschaften, wie Honigschleuder, Entdeckelungsgeschirr, usw. wird wieder gewissenhaft gesäubert und für die nächste Honigernte eingelagert.
Die Eidechsen waren schon an den Bienenständen eingezogen, bevor die Bienen da waren. Kurz nachdem die Holzplattform am Forstberg bzw. die Paletten am Lerchenberg aufgebaut waren, konnte man die ersten Eidechsen antreffen. Meistens klappt es nicht, die flinken Echsen zu fotografieren. Bis die Imkerhandschuhe ausgezogen sind und das iPhone aus der Tasche geholt ist, sind sie meistens wieder unter die Anflugbretter oder das Holz abgetaucht. Dieses Mal haben wir sie aber wieder einmal erwischt.
Zauneidechse zwischen den Beuten Neugieriges Eidechsenmännchen Eidechsenweibchen
Die erste Runde zur Umarbeitung von eigenem Wachs zu Mittelwänden ist abgeschlossen.
Wie schon in einem früheren Blockbeitrag beschrieben, habe ich mich zur Umarbeitung des eigenen Wachses zu neuen Mittelwänden entschieden. Dies folgt der einfachen Logik, dass man über die eigenen Produkte der Imkerei, also den Honig und das Wachs, die beste Kontrolle hat. Es liegt in der eigenen Verantwortung, wie damit umgegangen wird.
Genauso sorgsam wie mit dem Honig, sollte man auch mit dem Wachs umgehen.
Warum also das eigene Wachs an Händler verkaufen und fremdes Wachs in Form von Mittelwänden wieder einkaufen? Besser ist es, das eigene Wachs konsequent zu nutzen. Das heißt neben dem Einschmelzen der alten Waben auch Drohnenbrut auszuschmelzen oder Entdeckelungswachs zu sammeln. Auch bei der Kontrolle der Bienenstöcke kann das, z.B. bei Wild- oder Überbau, anfallende Wachs gesammelt werden. Das mögen kleine Mengen sein, aber wenn man es konsequent macht, kommt auch etwas zusammen.
Auf der Suche nach einem Umarbeiter für mein Wachs bin ich auf den Wabenprofi Bernd Spanbalch gestoßen. Sein Ansatz ist es, auch schon kleinere Mengen ab 5 kg anzunehmen und den Kunden möglichst hohe Transparenz zu bieten. Das geht soweit, dass man auch beim Umarbeiten dabei sein kann. Ich habe dieses Angebot sehr gerne angenommen und war ab 4:45 Uhr in Stuttgart-Wangen bei der Herstellung meiner Mittelwände dabei.
Das Wachs wurde über Nacht aufgeschmolzen und die restlichen Schwebstoffe konnten sich absetzen. Zum Gießen wird das Wachs in den auf exakter Temperatur gehaltenen Behälter auf der Maschine umgefüllt und dabei nochmals gesiebt. Es wird über die formgebenden Walzen gegossen und danach über eine Kühlstrecke geführt.
Flüssiges Wachs wird über Walzen in Form gegossenAm Ende des Prozesses wird das Wachsband in das zuvor präzise eingestellte Format geschnitten und aufgestapelt. In meinem Fall also in „Deutsch Normal“ (DN) und DN halb.
Zuschnitt am Ende der AbkühlstreckeDie Mittelwände werden mit Papier in Pakete von rund 2 kg verpackt. Während des Gießprozesses wird der Verschnitt immer wieder eingeschmolzen und zugeführt. Der nach Abschluss der Fertigung verbleibende Rest wird auch gesammelt und bleibt damit im eigenen Wachskreislauf.
Fertig verpackte Mittelwände und RestwachsDas Angebot des Wabenprofis findet sich unter www.wabenprofi.de.
Alle Ablegerkästen sind belegt und eines der sehr guten Völker bildet schöne Weiselzellen. Was tun, wenn man sie eigentlich nicht brechen möchte und das Volk sowieso sehr stark ist?
Der Schwarmfangkasten dient die meiste Zeit zum Transport von Rähmchen und kam bisher nur einmal in 2016 für den Schwamfang zum Einsatz. Dieses Mal muss die Kiste als Ablegerkasten herhalten. Für einen starken Ableger. Da wird es bei gutem Flugwetter schon einmal eng am kleinen Flugloch.
Da nicht die Zeit war, den Kasten zum Standort der anderen Ableger zu bringen, blieb er einfach neben der Haustüre stehen. Andere Hausbesitzer haben einen Hund, bei uns gibt es jetzt eben einen Wachposten mit Honigbienen. Ich hoffe, sie beißen bzw. stechen die nette Dame von der Post nicht…! 😉
Beim Vorbeifahren haben wir in einem Ludwigsburger Stadtteil am Straßenrand einen Stapel mit gebrauchten Euro-Paletten stehen sehen. Am Stapel war ein Blatt Papier mit „Zu Verschenken“ angebracht.
Am nächsten Tag haben wir die Paletten abgeholt. Win-Win sozusagen, denn der bisherige Eigentümer wurde sie mit geringem Aufwand los und die Podeste an einem der Bienenstände sind jetzt anflugerleichternd für die Bienen und rückenschonend für den Imker um eine Palettenlage höher.
Hat jemand noch ein paar gut erhaltene Euro-Paletten übrig?
Ich würde sie ggf. direkt abholen und damit würde sogar das Rausstellen und Schildschreiben entfallen.
Beitragsbild: Königin unterwegs am Rähmchenrand (2016 ungezeichnet)
Man bekommt sie normalerweise selten zu Gesicht, denn Königinnen sind scheu bzw. sehr vorsichtig und ziehen sich gerne schnell in einen dunkle Ecke oder den Schutz der Menge zurück. Bei Ablegern kann man die Königin besser beobachten, da die Wabenfläche insgesamt viel kleiner ist und auch sehr viel weniger Bienen vorhanden sind. Dabei aber sogar sehen zu können, wie eine Königin schlüpft, ist mir jetzt zu ersten Mal passiert.
Arbeiterin hat Wachsdeckel beiseite gezogen und Königin schlüpftFrisch geschlüpfte Königin ist noch ganz hell und sucht Schutz
Die ganz frisch geschlüpfte Königin ist allerdings sofort recht flink unterwegs und wechselt gleich auf die Unterseite des Rähmchens in den Schutz des Schattens.
Ungezeichnete Königin aus 2016 mit frisch gelegten Eiern (auch Stifte genannt)
Um Königinnen besser finden zu können und das Alter über die Farbe des Plättchens zu erkennen, werden sie in der Regel gezeichnet. Bei uns bleiben sie aber oft auch ungezeichnet.
Dieses Jahr hat es endlich geklappt, einige Kurse zu Themen rund um Bienen und die Imkerei einzuplanen. Basisthemen wie die Honigschulung usw. habe ich natürlich längst abgearbeitet. Jetzt sind ergänzende Bereiche dran und den Auftakt machte der Kurs „Waldtracht“ an der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim.
Vormittags wurde sehr umfassend erläutert, welche Honigtauerzeuger für die Waldtracht wichtig sind. Neben den Entwicklungsprozessen und Lebensräumen der Läuse wurde auch erläutert, wie man Lauspopulationen finden und für die Gewinnung von Honig nutzen kann.
Hier nur eine knappe Zusammenfassung:
Honigtauerzeuger
Lecanien = Quirlschildläuse
Kleine Lecanie, an schwachwüchsigen Zweigen, Entwicklung ab April
Große Lecanie, starkwüchsige Zweige, Entwicklung etwas später
Honigtau ab Mai/Juni, honigt rund 6-8 Wochen
Lachniden = Rindenläuse
Rotbraun Bepuderte Fichtenrindenlaus, sitzt im hellen Maitrieb, weniger Ertrag, Kolonien Mai/Juni
Große Schwarze Fichtenrindenlaus, am nadellosen Holz, große Gefahr von Melezitosehonig, Juni/Juli
Melezitose: umtragen lassen und cremigrühren
Stark Bemehlte Fichtenrindenlaus, keine große Rolle, taucht ggf. im Herbst nochmal auf
Graugrüne Gescheckte und Grüngestreifte
Grüne Tannenrindenlaus, oft Spättrachten bis Oktober, keine Kolonien, einzige Solitärlaus
Große Schwarzbraune Tannenrindenlaus, große Honigmengen
Coloradotannen-Rindenlaus, (Matt-) Schwarze Tannenrindenlaus, invasive Art, noch kaum erforscht
Einflussfaktoren
Regen / Witterung
Wirtsbäume / Standort
2017 wahrscheinlich „lausiges“ Jahr
Damit es aber nicht bei der reinen Theorie bleibt, ging es bei schönem Wetter in die Parkanlage der Universität Hohenheim, um selbst Läuse zu suchen. Nachdem die Wirtsbäume identifiziert waren, ging es daran, die kleinen Läuse zu finden. Mit Erfolg. Im Laufe der Zeit konnten mit Unterstützung durch Referentin und Mitarbeiterinnen der Landesanstalt alle wesentlichen Läusearten gefunden und identifiziert werden.
Auf der Suche nach den Läusen: Hier ist eine Fichtenrindelaus unterwegsRotbraun Bepuderte FichtenrindenlausStark Bemehlte FichtenrindenlausJede Menge FichtenrindenläuseGroße Lecanie (Fichtenquirlschildlaus)Kleine Lecanie (Fichtenquirlschildlaus)Große Schwarze Tannenrinderläuse und ein paar AmeisenGrüne Tannenrindenlaus
Der Wabenbau der Bienen ist faszinierend und besonders spannend ist es, wenn sie frei bauen können. Beispielsweise im Baurahmen oder bei Ablegern.
DrohnenbrutNur wenig Drohnenbrut und überwiegend ArbeiterinnenHalb und halb – die Bienen haben entschieden, dass sie Arbeiterinnen und Drohnen brauchen
Die Schwarmzeit ist die intensivste Zeit der Imkerei. Die Bienenvölker werden regelmäßig kontrolliert und Ableger werden gebildet oder Königinnen gezüchtet.
Die Wirtschaftsvölker der Bottwarbienen haben sich in diesem Frühjahr recht unterschiedlich entwickelt. Es sind aber auch 2-3 Völker dabei, die sich herausragend gut entwickelt haben und auch deutlich mehr Nektar eintragen als andere Völker am jeweils gleichen Standort. Von diesen Völkern bilde ich einige Ableger um neue bzw. weitere Wirtschaftsvölker für die nächste Saison zu bilden. Diese Ableger stehen derzeit an einem eigenen Standort, um sich in Ruhe eine neue Königin zu schaffen. Nachdem die neue Königin begonnen hat, Eier zu legen und sich die Ableger entsprechend weit entwickelt haben, werden sie aus dem Ablegerkasten in eine eigene Beute umgesetzt und auf die Bienenstände verteilt.
Starkes Volk dient als Spender für AblegerAblegerkästen mit neuen BienenvölkernHinter Gittern …