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Schon wieder ein Diebstahl!

Wieder ein Diebstahl in der Region. Dieses Mal hat es Markus Schwarz getroffen, der mit seiner „Honigmanufaktur Spatzenhof“ in Wüstenrot ansässig ist. Solche Nachrichten nähren die Furcht, dass auch die eigenen Bienen gefährdet sind und machen vor allem wütend. Es drängt sich leider auf, dass solche Straftaten von Leuten begangen werden, die mit dem Umgang mit Honigbienen vertraut sind.

Auszug Heilbronner Stimme 26. Mai 2017:

Bienen und Honig geklaut – Belohnung ausgesetzt

Beilstein  In den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu Bienen-Diebstählen in der Region gekommen. Jetzt wurde Berufsimker Markus Schwarz an einem Standort in Beilstein sogar die gesamte Honigernte geklaut.

Von Adrian Hoffmann, „Also da ist sicher keiner mit dem Passat vorgeworfen, sondern mit etwas größerem“, sagt Markus Schwarz (45) von der Honigmanufaktur Spatzenhof mit Sitz in Wüstenrot.
Etwa 500 Kilo Honig seien gestohlen worden, er habe es am Mittwoch bemerkt und gleich der Polizei gemeldet. Es handle sich um einen Warenwert von rund 5.000 Euro, so Schwarz.
Die Honigmanufaktur Spatzenhof hat 30 Bienen-Standorte in der Region, im vergangenen Jahr sei man drei Mal von Bienen-Diebstahl betroffen gewesen, dieses Jahr ein mal – und jetzt aktuell der Honig-Klau. Als Täter kommen nach Ansicht von Markus Schwarz nur Personen infrage, die einen Bezug zur Imkerei haben.

Belohnung für Hinweise ausgesetzt

Neben dem Honig wurden „die kompletten Honigräume einschließlich Bienen und Innendeckel geklaut“, schreibt Markus Schwarz in einem Beitrag auf Facebook, der enorme Reichweite erzielt und bislang mehr als 1000 Mal geteilt wurde.
Die Polizei ist bereits informiert. Markus Schwarz hat eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. „Vielleicht hat jemand mitbekommen, dass ein selbsternannter Bienenfreund plötzlich über ungewöhnlich viel Honig verfügt“, hofft er. „Jeder noch so kleine Hinweis hilft.“
Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise auf den Täter oder den Verbleib der Honigräume geben können, sich unter der Telefonnummer 07062 915550 beim Polizeiposten Beilstein zu melden.

Aufruf auf Facebook
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Streuobstwiese oder Streuobstrasen?

Im Grunde bin ich kein „fundamentalistischer“ Umweltschützer. Alles solte mit der nötigen Sachlichkeit und mit Augenmaß diskutiert werden. Aber warum muss man Streuobstwiesen auf Golfrasengrün runtermähen? Dafür habe ich bei aller Toleranz gegenüber unterschiedlichen Ansichten dazu, was „schön“ ist, wirklich kein Verständnis.

Es ist völlig okay, wenn in den Wohngebieten die paar Quadratmeter Grünfläche um die Terrasse oder der Vorgarten auf 2-3cm getrimmt werden. Bei mir darf der Löwenzahn natürlich auch im Hausgarten wachsen, aber ich kann verstehen, dass man das auch anders sehen kann. Warum aber mitten in der Natur bzw. dem Kleinod unserer Kulturlandschaft, der Streuobstwiese?

Vielfalt: Streuobstwiese und Bienenstand

Die Streuobstwiesen und Bienenstände bei den Bottwarbienen werden meistens nur zweimal im Jahr mit einem Balkenmäher gemäht. Das bedeutet, dass sich Gräser und Wiesenblumen voll entwickeln und Samen bilden können. So wird die Vielfalt erhalten und Insekten, Reptilien, Amphibien,Vögeln, etc. bleibt ein wertvoller Lebensraum erhalten.
Beispielsweise haben sich bei den Bienenständen der Bottwarbienen am Forstberg (Oberstenfeld) und am Lerchenberg (Großbottwar) Eidechsen unter den Paletten und Plattformen, auf denen die Bienenkästen stehen, angesiedelt. Häufig sonnen sie sich neben den Beuten oder sogar auf den dunklen Flugbrettern.

Es ist nicht das Ideal, eine Streuobstwiese garnicht mehr zu nutzen und sozusagen verwildern zu lassen. Um diese Kulturlandschaft für Natur aber auch den Menschen zu erhalten, ist eine sinnvolle Pflege und Nutzung der richtige Weg.

Also: Besser selten mähen und Balkenmäher statt Mulchmäher verwenden.

 

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Naturwabenbau – Wachs und Licht

Wenn man den Bienen die Wahl lässt, entstehen filigrane aber sehr tragfühige Strukturen im Naturwabenbau. In diesem Fall 4 zusammenhängende Bögen, manchmal sind aber auch nur 1-2.

Im weiteren Verlauf werden die Waben noch mehr mit den Seitenteilen verbunden und tragen dann problemlos und stabil die Brut oder eingelagerten Nektar.

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Jahreshauptversammlung von Mellifera e.V.

Mellifera e.V. leistet sehr über 30 Jahren herausragende Arbeit für die Honigbiene bzw. den Bien. Dies zeigt sich sowohl in der konkreten Arbeit mit den Honigbienen, aber auch durch nachhaltiges Lobbying für Bienen und Natur, und damit in letzter Konsequenz auch für den Menschen.

Skulptur am Zugang zu Mellifera an der Fischermühle: „Der Bien zwischen Himmel und Erde“

Dr. Johannes Wirz (Vorstand)

Zitat von Victor Hugo: „Nichts gleicht der Seele so sehr wie die Biene, sie fliegt von Blüte zu Blüte wie die Seele von Stern zu Stern, und sie bringt den Honig heim wie die Seele das Licht“

Markus Hilfenhaus (Beirat): Der Bien und der Mensch

  • Intensive Wahrnehmung des Wesens Bien
  • Wer schaut uns da so an, wenn wir den Bienenstock öffnen? Dem Wesen wesensgemäß begegnen und sich selbst darauf einlassen und eigene Wahrnehmung schärfen, z.B. der Natur
  • Bienen handeln instinktiv richtig, menschliche Individuen und Gesellschaften differieren in ihren Idealen
  • Zusammenarbeit der Biene: Elementare Grundeigenschaft des Volkes ist die Wärme.
  • Substanzen aus Licht und Luft ins Volk hineinbringen (Nektar und Pollen), Wunder des Wachses => Stoff der dann auch die Gemeinschaft im wahrsten Worte trägt.
  • Bienen stören und zerstören nicht. Sammeln hilft der Umgebung und ist völlig gewaltlos. Keinerlei Raubbau. Bienen nehmen nur was übrig ist. Mensch wird dieses Ideal niemals erreichen.
  • Waben erscheinen oberflächlich alle gleich zu sein. Allerdings finden sich im Detail und von Volk zu Volk individuelle Unterschiede. Idealer Ansatz auch für das Zusammenleben der menschlichen Gesellschaft.
  • Wachs ist aus den Bienen entstanden und damit Teil des Organismus Bien. Innere Verbundenheit von Bienen und Waben.
  • Ein Imker, der sich darauf einlässt, dass er sozusagen in das Volk geht, erlebt dazu zu gehören. Offenheit des Wesens Bien ist erlebbar. Mit Propolis und Abwehrverhalten kann dennoch ungewolltes fern oder draußen gehalten werden.
  • Aurelia, Regionalgruppen => nicht in der Peripherie verduften, sondern Aufgabe der wesensgemäßen Bienenhaltung weiter vorantreiben.

Mellifera berichtet:

  • Holger Loritz (Netzwerk Blühende Landschaft)
    • Fokus soll wieder mehr auf die Landwirtschaft gerichtet werden, Konventioneller Bauernverband konnte als Partner gewonnen werden.
    • Heuwiesen sind der Regenwald Zentraleuropas
    • Erfolgreichstes Projekt 2016: Bienenblütenreich, Patagonia und Hipp haben unterstützt, um 15 Hektar an 25 Orten mit Blühflächen zu ermöglichen. Gedacht zur Vermittlung von Know-how und Inspiration. 2017 unterstützt auch dm Drogeriemarkt und 30 Hektar werden angelegt. Stärkung von Blühpartnerschaften.
    • 2017: Leindotterkampagne, alte Feldfrucht ohne aktive Züchtung, Blüten auf die gesamte Fläche bringen, statt nur in den Blühstreifen (blühende Feldfrucht oder Zwischenfrucht), Leindotteröl neu etablieren, Netzwerk ist Partner
    • 2017: Neuauflage des Handbuchs für Ende des Jahres geplant
  • Rebecca Schmitz (Bienen machen Schule)
    • Bienenerlebnistage im Zollernalbkreis an der Fischermühle (selbst erleben bringt Lernerfolg)
    • Initiative Bienen machen Schule bringt Imker und Schulen zusammen, weitere Bienenerlebnistage und Bienen AGs sollen entstehen
    • Tagung von Bienen machen Schule dieses Jahr auf österreichischen Seite des Bodensees, Schirmherrin Sarah Wiener
    • Walldorfschule feiern 100 Jahre, Bienenprojekte sind geplant
    • Fischermühle soll auch Erlebnisimkerei für Kinder/Schule werden, erste 15 Kurse sind bereits ausgebucht
    • Grundschulkinder gestalten in Kunstprojekt Beuten für die Erlebnisimkerei
    • Kooperation mit Landwirtschaftsverlag
    • Initiative bekommt eigenes Logo und aktuelle Webseite
    • Regionalgruppen sollen entstehen und Impulse in die Breite bringen
    • Handbuch zu Bienen machen Schule ist in Vorbereitung/Erstellung
  • Sarah Bude (Öffentlichkeitsarbeit)
    • Mehr Hinweise durch Schilder o.ä., neues Honigetikett, Option online Mitglied werden, Imkerversicherung neu angeboten
    • Neuer Imagefilm von Mellifera
    • Bee Good Bienenpatenschaften mit neuem Logo und Flyern
    • Rosenfeld live 01./02.04.2017 mit rund 3.000 Besuchern an der Fischermühle
    • Neuer Praxiskurs wird angeboten
    • 2018 größere Veranstaltung zur Varroatoleranz, dieses Jahr Vortragstag dazu
    • Wieder Rede bei Hauptversammlung von Bayer AG und Demo geplant
    • Koordination der Lobbyarbeit durch Thomas Radetzki jetzt von Berlin aus
    • Lehrbienenstand wurde modernisiert und attraktiver gestaltet, inkl. großem Insektenhotel, Infotafeln sind jetzt auch fertig und werden demnächst angebracht.
  • Norbert Poeplau (Wesensgemäße Bienenhaltung, Betrieb der Imkerei)
    • Rund 175 Bienenvölker
    • Die Imkerei wird im Wesentlichen von Norbert Poeplau und zwei Auszubildenden betrieben
    • Betrieb von Imkerei und Imkerberatung
    • Schwerpunkt auf Demeter Qualitätsbienenprodukte Blütenpollen, Propolis, Pollenhonig, Bienenwachs
    • Einstellung eines weiteren Imker
    • Bienen für medizinische Zwecke werden zur Verfügung gestellt
    • Vermarktung muss neben der Routine intensiviert werden
    • Neuer Imker ist ehemaliger Azubi, war in Neuseeland in Großimkerei, Kenntnis und Kombination beider Seiten als Chance
    • Mehr Magazinbeuten als Trogbeuten zur Produktion, ca. 95 Magazine Dadant
    • FÖJ Praktikanten werden in Zukunft beschäftigt
    • Umstellungsversuch: Völker aus konventioneller Imkerei, Bioland und Demeter wurden gemeinsam nach Demeter bewirtschaftet, um mögliche Unterschiede zu erkennen. Honiganalysen in Hohenheim nahezu identisch. Weitere Analysen mit bildschaffenden Methoden und Steigbildmethode. Nach 3 Jahren war mit den neuen Methoden noch erkennbar aus welchem Ursprung das jeweilige Volk stammte, obwohl alle gleich bewirtschaftet wurden. Weitere Untersuchungen mit Bildekräfte-Methode, Zuordnung war ebenso möglich. Methoden werden ergänzend weiter betrachtet.
    • Umweltspäher: T. Radetzki mit Prof. Menzel => High-tech Sensorik, es werden Veränderungen im Verhalten der Bienen erkannt, obwohl z.B. Konzentration von Neonicotinoiden nicht nachweisbar ist
    • Entwicklung zum Thema Absperrgitter, Versuche sollen Fakten liefern, um Diskussion zu versachlichen
    • In welche Richtung bauen Bienen, wenn sie frei wählen können? Versuche mit Schwärmen in runder Pappröhre. Versuche sollen 2018 mit Regionalgruppen erfolgen.
    • Varroabehandlung mit Separierung der Königin durch „Muller-Brett“ (Absperrgitter für Milben auf dem Weg zur Brut, oben mit gedrehten Flugloch auslaufende Brut, unten mit altem Flugloch Königin, Bienen fliegen zur Königin, Milben bleiben zurück und werden in Siebbrett gefangen)
    • Analyse von einzel stehenden Völkern
    • Weitere Untersuchungen zur Wärmebehandlung
    • Seminare werden gegeben, Vorträge und Rundgänge geführt
    • Referentenschulung zur wesensgemäßen Imkerei
    • Koordination von Ausbildungsverbünden
  • Michael Slaby (Finanzierung)
    • Bericht zu verschiedenen Kooperationen und Projekten
    • Zusammenarbeit mit Marketingexperten hilft auch für eigene Projekte (Kommunikations Know-how)
  • Terra Pasqualini (Geschäftsführung)
    • Erläuterungen zum positiven Finanzergebnis für 2016 und zum Budget für 2017
    • Tagesaktuell 1.096 Mitglieder
    • Mehr als 3.000 BeeGood-Patenschaften
  • Christian Czesla (Beirat)
    • Aufgabe des Beirats ist das Staunen über das möglich Gemachte und die unglaubliche Dynamik der Entwicklung
    • Reflexionsgespräche für Mitarbeiter, kritisches Hinterfragen
    • Unternehmerische Haltung inzwischen entwickelt
  • Dr. Johannes Wirz, Wohin die Reise geht
    • Verschiedene Beispiele: Plastische Intelligenz der Bienen, um getanztes Ziel zu finden, Einraumbeuten in Russland mehrfach unabhängig voneinander erfunden, Bienen erkennen die Logik beim Verstellen der Zuckerquelle
    • Auch der Verein muss mit Hinternissen umgehen und intelligente Lösungen finden, Stärkung der Regionalgruppen
    • Selbstführende Organisation etablieren
    • Prüfung der Lehre von Steiner und anderer: Kann sich menschliche Gesellschaft ähnlich zu den Bienen weiterentwickeln? Beispiele: absolute Solidarität und Gewaltlosigkeit der Bienen
    • Selbstverständliche Achtsamkeit und Achtung des Anderen (Gegenseitigkeit)

Thomas Radetzki (Bündnis zum Schutz der Bienen, Aurelia Stiftung)

  • Kurzer Bericht über aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten
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Eigenwachskreislauf gestartet

Die Diskussionen zur Qualität des Bienenwachses werden in letzter Zeit immer intensiver und kontroverser geführt. Leider haben immer wieder Verfälschungen mit Stearin und Paraffin im Wachs zu Schäden bei den Bienen geführt.

Auch dieses Thema lässt sich am besten auf sehr sachliche Weise behandeln. Im Grunde ist die Etablierung eines eigenen Wachskreislaufs eine logische Konsequenz. Zukünftig sollen bei den Bottwarbienen daher keine zugekauften Mittelwände mehr verwendet werden. Das eigene Wachs geht nicht mehr im Tausch gegen Mittelwände an einen großen Hersteller von Mittelwänden, sondern wird gesammelt. Das Umarbeiten des Wachses in Mittelwände wird bei einem regionalen Anbieter durchgeführt. Hier sind persönlicher Kontakt und ein offener und transparenter Prozess essentiell.

Idealerweise sollte eine Eigenwachskreislauf nur auf Entdeckelungswachs und frischem Wachs aus dem Drohnenrahmen bestehen. Da diese Menge aber in meinem Fall nicht ausreicht, bzw. eine zeitnahe Umstellung auf eigenes Wachs unmöglich machen würde, ist der zweitbeste Weg der Weg der Wahl: Das bereits vorhandene Wachs wird weiter genutzt. Es stammt aus vertrauenswürdigen Quellen und hat bisher keinerlei negative Eigenschaften im Bienenvolk gezeigt. D.h. was vorhanden ist wird genutzt und durch frisches eigenes Wachs ergänzt. Von außen wird kein fremdes Wachs mehr eingebracht.

Das Wachs der alten oder nicht mehr benötigten Waben wird mit einem Edelstahl-Dampfwachsschmelzer ausgeschmolzen.

Frisches Wachs aus dem Dampfwachsschmelzer

Das Wachs von mehreren Durchgängen beim Ausschmelzen wird gesammelt und mit einem Edelstahl-Einkochtopf langsam erhitzt, bis es vollständig flüssig ist.

Wachs zum Einschmelzen und Filtern/Klären
Flüssiges Wachs, noch ungefiltert

Nach dem Filtern mit einem Fliesstoff kühlt der Wachsblock langsam ab. Dabei sammeln sich die Schwebstoffe an der Unterseite und können mit einem Stockmeisel großzügig abgekratzt werden. Damit sind die Wachsblöcke bereit für die Umarbeitung zu neuen Mittelwänden.

Block mit rund 4-5 kg Bienenwachs
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Bereit für neue Ableger

Im letzten Jahr habe ich versuchsweise zwei Ablegerkästen mit Futtertasche und 4 DN Rähmchen verwendet. Die Erfahrungen waren sehr gut und folgerichtig stehen jetzt für die neue Saison mehr Ablegerkästen dieser Art zur Verfügung.

Die Bauart ist sehr kompakt, die Kästen sind unten geschlossen und das Flugloch kann durch eine Holzklappe leicht geschlossen werden. Wenn das Flugloch zu ist (siehe Bild) wird ein Lüftungsloch mit Edelstahlgitter freigegeben.

Diese Kästen wurden in Handarbeit aus Weymouthkiefer gefertigt und erstrahlen bei den Bottwarbienen im typischen Mellifera-Rot (Vulkanrote Kräuterfirnis).

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Weissacher Imkertag 2017

Auch in diesem Jahr war der Weissacher Imkertag des Regierungspräsidiums Stuttgart wieder ein Fixum im Imkerkalender. Starkes Schneetreiben und eine neue Parkplatzsituation haben den morgentlichen Start etwas komplizierter gemacht, aber es hat sich in jedem Fall wieder gelohnt nach Weissach-Flacht zu kommen.

44. Weissacher Imkertag, 19. April 2017

Ursachen des Bienensterbens

Prof. Dr. Friedrich Hainbuch, Associated Professor an der Universität Oradea/Rumänien

  • Ankündigung von Dr. Mezger: Kernaussagen von Hainbuch, dass Bienensterben multifaktoriell ist, Umgang mit der Ressource Natur muss überdacht werden
  • Erster Teil des Vortrags im Wesentlichen Eigenwerbung für Aktivitäten und Bücher
  • Kritik an Fälschung von Studien und Fehlinterpretationen
  • Einflüsse auf Bienensterben recht zusammenhanglos und meist ohne detaillierte Begründung dargestellt: Spritzmittel (Beispiele u.a. Glyphosat und Basta), Industrieabgase, Strahlung von Mobilfunkmasten, Stromversorgung durch Überlandleitungen, Verklappung von holländischer Gülle in Deutschland, Industrialisierung der Landwirtschaft
  • Empfehlung kleineres Zellmaß zur Unterstützung der Bienen gegen Varroa (ursprünglicheres Maß und in USA aktuelle Untersuchungsergebnisse, die die Vorzüge des kleineren Zellmaßes stützen)
  • Empfehlung Dunkle Biene (ursprünglich hier beheimatet und daher besser für Klima usw. geeignet)

 

Natürliche Selektion und Varroatoleranz, Lehren für die Imkerpraxis

Dr. rer. nat. Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim

  • Resistenz: Wirt kann verhindern, dass Parasit sich etablieren kann
  • Toleranz: Wirt kann mit dem Parasit leben
  • Schadenschwelle bei ca. 10%, danach Zusammenbruch des Volkes ziemlich wahrscheinlich, Hintergrund sind meist Sekundärschädigung durch Viren u.a.
  • Toleranz daher erforderlich für Varroa und Sekundärinfektionen
  • Verdopplung der Varroapopulation ca. alle 3-4 Wochen (exponentielle Vermehrung)
  • Starker Befall während der Phase der Produktion der Winterbienen bedeuten hohes Risiko für Überwinterung
  • Östliche Honigbiene: Toleranzfaktoren sind Hygieneverhalten, Putzverhalten zwischen Bienen, Fortpflanzung nur in Drohnenbrut
  • Bei östlicher Biene sterben befallene Puppen ab, Vermehrung ist daher gehemmt (aktuelle Forschungsergebnis)
  • Varroa Toleranz hauptsächlich im Bereich der Tropen, dort auch stabile Population von wild lebenden Bienen
  • Afrikanisierte Biene in Südamerika (seit ca. 1956) ist toleranter, aber der Umgang beim Imkern ist schwieriger
  • Faktoren?, Viele kleine Toleranzfaktoren: Fortpflanzung in Arbeiterinnenbrut reduziert, stärkeres Schwärmen, u.a.
  • Varroatoleranz in Europa: Gotland-Bienen „Bond-Test“ => „Leben und sterben lassen…“
    • Südteil von Gotland: 150 Völker diverser Arten, 12 Bienenstände, kaum Eingriffe (nur füttern bei Bedarf, schwärmen lassen)
    • Fast 80% Verluste nach 3 Jahren, nach weiteren 4 Jahren jedoch Bestand stabilisiert
    • Widerstandsfähigkeit bei Versuchen durch Hohenheim bestätigt
    • Völker haben viel Brut erzeugt, waren mit lediglich rund 20.000 Bienen relativ schwach für Wirtschaftsvolk, starke Brutentwicklung bedeutet absolut geringere Milbenzahl
    • Natürliche Selektion bringt nicht wirtschaftlich optimale Ergebnisse
  • Versuche von Tom Seeley in USA
    • Faktoren: keine Behandlung, Einzelaufstellung, kleinere Völker (kleine Kästen), keine Wanderung
  • Gezielte Selektion über Toleranzmerkmale?
  • VSH Zuchtlinie aus USA
    • Selektionsmerkmal: Prozentsatz an Brutzellen ohne Varroa-Reproduktion
    • Putzverhalten und Vermehrung wird erfasst
    • Praktische Umsetzung in Forschung sehr aufwändig, erste Planungsansätze von Hohenheim
    • Kontrollierte Bedingungen für Überlebenstest, daher eigene Selektion des Imkers wird Ziel nicht erreichen
  • Ricola-Projekt
    • Forschung mit nachweislich toleranten Bienen (Südfrankreich, Gotland, Norwegen), Beteiligung von Hohenheim
  • Fazit: es gibt tolerante Bienen, Basis natürliche Selektion, Toleranzfaktoren nicht eindeutig, kleinere Völker und keine Massierung

 

Fachberatung Imkerei, Rückblick 2016 – Ausblick 2017

Thomas Kustermann, Regierungspräsidium Stuttgart

  • Völkerzahl leicht ansteigend, Altersstruktur stabil, Frauenanteil auf 20% gestiegen
  • 2016: Auswinterung gut, Honigertrag mittel
  • 2017: Auswinterung mittel
  • Einsatz von Baurahmen und richtiger Umgang wiederholt erläutert, Baurahmen auch Indikator für Gesundheit/ Stärke des Volkes, früh Einhängen und bis Juni weiterführen
  • Gemülldiagnose im Februar als Basis für Strategie und Erfolgskontrolle durchführen
  • Oxalsäure 5,7%, Sprühlösung ist länger haltbar als Träufellösung
  • Sprühbehandlung mit Milchsäure muss nicht ins Medikamentenbuch eingetragen werden, Oxalsäure im Sprühverfahren muss aufgrund der Apothekenpflicht wie OS bisher eingetragen werden
  • Wachs
    • Bezeichnung „100% reines Bienenwachs“ ist keine Garantie => garantiert unverfälscht wäre klarere Aussage
    • Ideal wäre es, nur Entdeckelungswachs und Baurahmenwachs zu verwenden
    • Eigenes Kreislauf aber generell besser als Mischung mit Zukauf
    • Umarbeitung: Rückstellprobe grundsätzlich empfohlen
  • Appell: jeder sollte seinen eigenen Weg finden, verschiedene Methoden oder Herangehensweisen sollten toleriert werden

 

Die biologisch-dynamische Imkerei

David Gerstmaier, Imkerei Summtgart GbR, Institut Summtgart gemeinnützige GmbH

  • Biologisch dynamische Imkerei, Demeter Imkerei
  • Hauptsächlich in Stuttgart, aber auch Wanderung zu Kirschblüte, Kastanien und in den Schwarzwald
  • Grundhaltung: Die Beziehung von Mensch und Umwelt im Fokus
  • Aber: Honigerzeuger und nicht nur Bienenbeobachter
  • Pro Biene: Programme mit Kindern und bis zu Senioren
  • Demeter: Erst seit rund 30 Jahren Richtlinien für Bienenhaltung
  • Biene, Volk => der Bien
  • Population der Bienen => Bewusstsein, dass es nicht nur um einzelne Völker geht. Aufgabe von sehr stark mit Varroa befallenen Völkern kann vor andere schützen.
  • Vermehrung über Schwarmtrieb, Schwarm vorwegnehmen, ca. 2-3 Tage vor der Verdeckelung der Weiselzelle, weniger Milbenbelastung für den vorweggenommen Schwarm
  • Schwarm bedeutet auch Reinigung für den schwärmenden Teil des Volkes (Milben, Rückstände im Wachs, etc.)
  • Betriebsweise mit 1,5 Zander, 1 Brutraum, Naturwabenbau für Brutraum, Mittelwände für Honigraum
  • Bei Schwarm 2-3 leere Rähmchen mit Wachsstreifen, Führung mit Schied
  • Meistens wird auf das Ausschneiden von Drohnenbrut verzichtet (wichtig für Begattung und ethischer Ansatz)
  • Eigene Königinnen „in das Volk hinein geboren“
  • Kein Einsatz von Absperrgitter, nur selten Brut im Honigraum
  • Kein Umhängen von Waben im Brutnest
  • Jeder Imker sollte anständigen Preis für Honig und Wachs verlangen, Verständnis für Qualität und Bereitschaft mehr Geld auszugeben steigt
  • Wenn eine gute Beziehung zu den Bienen geschaffen werden kann, entwickeln sich Bienen gut.
  • 05.2017 Bienentag, Güterstraße Stuttgart
  • unsere-honigbiene.de, Crowdfunding für Kinderbuch

 

Imkern im angepassten Brutraum – mehr Bienen, mehr Honig, weniger Schwärme, weniger Aufwand

Jürgen Binder, Imkermeister, HonigManufaktur Binder, Biolandimkerei

  • „Liebig-Schüler“, Ausgebildet in Hohenheim
  • 2002: Verlust von 300/350 Völkern => immer über mögliche Verbesserungen informieren ist eminent wichtig, es ist wichtig über den Tellerrand zu schauen
  • Hinweise auf Imkermeister Hans Bär und Buch von Ferdinand Gerstung: Der Bien und seine Zucht
  • Der einräumige, ungeteilte Brutraum erfüllt das Bedürfnis nach einem kompakten Körper am besten
  • Überwinterung auf 6-7 Waben Dadant oder 9-10 Waben Zander
  • Volle Legeleistung der Königin: 7 Waben Zander, 9 Waben Deutsch Normal
  • Zuviel Pollen und an der falschen Stelle behindert die Frühjahrsentwicklung
  • Keine Mittelwände direkt ins Brutnest hängen
  • Isoliertes Schied zur Begrenzung des Brutraums auf den benötigten Platz benutzen
  • Auf Bee Space achten (unter 6mm Propolisierung, über 9mm Wachsbrücken)
  • Ansatz zu Schwarmtrieb: Durch mehr Platz und höhere Anzahl der Individuen kann die Königin mit ihrer Feromonleistung das Volk nicht mehr halten/regieren => das Volk schwärmt
  • „Die Wärme ist das Lebenselixier des Bien“
  • Empfehlungen: isolierte Schiede, Boden zu, Bee Space über den Oberträgern (Problem bei Folie), 15.07. Kunstschwarmableger, 20.07. AS-Behandlung, Auffüttern dünnflüssig, Einfüttern dickflüssig, 25kg Winterfutter drin = 30kg füttern
  • Im Winter wird der Brutraum auf die Bienenmasse angepasst, im Sommer auf die Brutmasse
  • Drohnenschneiden erfolgt nicht, da Volk diese Drohnen benötigt und sofort wieder produzieren würde
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Wolle, Souvenirs und jetzt auch Bottwarbienenhonig

Begonnen hat es mit Bottwartal-Souvenirs. Inzwischen führt Beate Lutz-Kinkel in ihrem Laden am Marktplatz von Großbottwar aber auch ein umfangreiches Angebot an Wolle, Handarbeitsartikeln, Zeitschriften, Büchern und noch vielem mehr. Nachdem der Wolleverkauf und die Strick- und Häkelevents nun fest etabliert sind, wird das Sortiment an Spezialitäten aus der Region weiter ausgebaut. Nach dem Motto „Aus dem Bottwartal und dromrom“ werden Spezialitäten regionaler Produzenten mit viel Liebe und Engagement ausgewählt und präsentiert.

Diese Leidenschaft für regionale Spezialitäten passt ganz hervorragend zum Ansatz der Bottwarbienen. Schließlich leisten die Bienen einen wichtigen Beitrag beim Erhalt der regionalen Natur. Beispielsweise können die Äpfel für den Streuobstwiesen-Apfelsaft nur gedeihen, wenn Bienen und andere lokale Bestäuber dafür Sorgen, dass die Früchte überhaupt wachsen können. Nebenbei sozusagen entsteht dabei eine feine Honigspezialität mit lokaler Prägung.

Ab sofort gibt es den Honig und die Honigschokolade der Bottwarbienen auch im Laden Wollekauf & Souvenirs beim Rathaus in Großbottwar.

Laden am Rathausplatz Großbottwar.

Hier geht es per Link direkt zu Wollekauf & Souvenirs.

(Quelle Logo und Foto Laden: Wollekauf & Souvenirs)

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Honigschokolade: Osterhasen versus Weihnachtsmänner

Haben Sie das gewusst? Es werden mehr Schokoladenosterhasen produziert als Weihnachtsmänner. Offenbar ist die Lust auf Schokolade an Ostern noch ausgeprägter als an Weihnachten.
Laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie werden an Weihnachten zwar insgesamt mehr Süßwaren verkauft, an Ostern aber mehr Schokolade. Rund 200 Millionen Osterhasen werden produziert und knapp die Hälfte davon auch in Deutschland verkauft.

Vielleicht erklären diese großen Zahlen auch, was mit unserer Honigschokolade passiert ist. Ursprünglich war die Idee, für den eigenen Bedarf und als kleines Geschenk für Familie und Freunde, ein paar Gläser Honigschokolade herzustellen. Es hat einige Zeit gedauert, bis der richtige Bio-Kakao beschafft und der Rührprozess optimiert war.
Nachdem die Honigschokolade dann aber sehr gut ankam und wir immer wieder kleine Chargen hergestellt haben, bekommt sie jetzt auch ein eigens gedrucktes Etikett. Die Honigschokolade ist jetzt fester Bestandteil im Angebot der Bottwarbienen.

Honigschokolade im neuen Gewand ab Ostern 2017

Siehe auch hier im Shop.

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Mellifera e.V. – Besuch bei der Imkerei Fischermühle in Rosenfeld

Wer sich für wesensgemäße Bienenhaltung und ökologische Ideen interessiert, kennt Mellifera e.V. .

Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die auf das Wesen und Verhalten der Bienen ausgerichtete Bienenhaltung mit Einfachbeuten und unter Demeter-Regularien zu praktizieren und zu verbreiten. Ein Teil dieser Aktivitäten ist auch das Netzwerk Blühende Landschaft, das die Bottwarbienen auch direkt unterstützen (siehe Siegeletiketten der Honiggläser).

Im Rahmen von „Rosenfeld live“ konnten am Wochenende 01./02. April 2017 auch die Firmen/Initiativen bei der Fischermühle besucht werden. Neben Informationsständen, z.B. von Helixor, Wala/Dr. Hauschka, gab es auch Angebote des b2 Biomarkts und der Staudengärtnerei Wagner. 
Der wichtigste Teil für uns war jedoch die Möglichkeit, die Lehr- und Versuchsimkerei von Mellifera e.V. zu besuchen.

Blick auf das Gebäude mit dem Immenlädchen, den Pavillion mit der Bienenwachskugel und die Imkerei
Am nahegelegenen Bienenstand haben die Imker der Fischermühle verschiedene Beutentypen aufgestellt. In kleinen Vorträgen direkt an der Beute und mit Blick in das Innere wurde die Betriebsweise mit den Einfachbeuten detailliert erläutert. Auch auf Fragen wurde kompetent und umfassend eingegangen.

Erläuterung der wesensgemäßen Betriebsweise mit Einfachbeuten
Die Mellifera Einfachbeute
Weitere Fotos finden sich im Menü unter Bilder.

Auch wenn wir bei den Bottwarbienen keine Einfachbeuten verwenden, ist der achtsame Umgang mit den Bienen unser gemeinsamer Nenner. Es ist sehr wichtig, dass es Initiativen wie Mellifera und das Netzwerk Blühende Landschaft gibt!

Aktueller Imagefilm von Mellifera:

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Hohenheimer Tag 2017

Immer am zweiten Sonntag im März findet der Hohenheimer Tag der Gesellschaft der Freunde der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim e.V. statt.

Den Tag trotz strahlendem Bienenflugwetter in einem Hörsaal am Uni-Campus zu verbringen, hat sich aber gelohnt. Am Vormittag standen anfangs die klassischen Themen einer Mitgliederversammlung an: Rechenschaftsbericht, Wahlen, Ehrungen, etc.

Anschließend wurden von Mitarbeitern der Landesanstalt Kurzvorträge zu aktuellen Themen und Projekten gehalten:

  • Gesamtbericht der Landesanstalt siehe Bienenpflege Ausgabe März 2017
  • Honiganalysen, Re-Akkreditierung nach DIN 17025 erfolgt
  • Imkerschulungen: Bedarf kann nicht annähernd befriedigt werden. Strukturen in Diskussion.
  • Forschungsschwerpunkte: Varroa. Microbiota (Kooperation mit AG Prof. Hasselmann) Pflanzenschutz, Ernährung
  • Neubau Institutsgebäude: Planung abgeschlossen.
  • Lithiumclorid (Lithiumionen): Untersuchung der Wirkmechanismen läuft. Mit Futter verabreichbar und sehr effektiv und keine Nebenwirkung.
  • AS Behandlung: Vergleich Nassenheider prof. mit MAQS und Apitraz.
  • Zierpflanzen: Untersuchung, welche Zierpflanzen bieten Nutzen für Insekten/Bienen? Unterschiede in den Sorten einzelner Arten sehr groß. Empfehlungen daher nur für konkrete Sorte möglich.

Am Nachmittag wurden drei Vorträge gehalten. Drei sehr unterschiedliche Themen, aber alle sehr interessant.
Nachfolgend einige Stichworte zu den Inhalten:

Waldtracht: Verlauf 2016 und Aussichten 2017 (Thomas Lorenz, stockwaage.de, LVWI Obmann für Trachtbeobachtung und Wanderung)

  • Sortenreinheit bei Waldtracht nur gewährleistet, wenn parallel wenig andere Tracht
  • Massenbefall von Läusen erforderlich
  • Rechtzeitig mit leistungsstarken Völkern anwandern
  • 2016: Mitte Juni bis Mitte Juli
  • Rindenläuse: mehrere Generationen pro Jahr, schlecht prognostizierbar
  • Schildläuse: eine Generation pro Jahr, gut prognostizierbar

Bienenviren und ihre Bedeutung für die Imkerei (Dr. Marina Meixner, Bieneninstitut Kirchhain)

  • Rund 20-30 Virusarten bei Bienen bekannt
  • 3-4 sind wichtig
  • Die meisten Infektionen zeigen keine Symptome
  • Wichtigste Viren
    • Sackbrut-Virus
    • Flügeldeformation-Virus
    • Chronischer Bienenparalyse-Virus
  • Gesunde Völker: Rund die Hälfte hat Viren. Geringer Anteil von Mehrfachinfektionen.
  • Kranke Völker: Sehr oft Mehrfachinfektionen.

Flügeldeformations-Virus (DWV)

  • Bereits vor Varroa bekannt
  • Übertragung von Biene zu Biene ist langsamer Prozess
  • Varroa ist Zwischenwirt für DWV und bedeutet massive Mehrung der Viren
  • Varroamanagement: Drohnenbrutschneiden, Brutpause im Sommer, Behandlung nach Schadschwellen

Chronischer Bienenparalyse-Virus (CBPV)

  • Nicht mit Varroa assoziiert
  • Hairless Black Syndrome – Schwarze haarlose Bienen, aufgebähtes Abdomen, Zittern, Flugunfähig, Koordinationsstörungen, Flügelspreizen
  • Saisonales Auftreten, meistens im Frühjahr und Frühsommer
  • Infektion über Kontakt, Futter bzw. Kot kranker Tiere
  • Massiver Totenfall und Völkerschädigung
  • Befallene Völker separat aufstellen, umweiseln, Bienendichte reduzieren, eventuell abtöten
  • Befallene Völker von Nachzucht ausschließen
  • Aufzuchtvölker und Pflegebienen aus freien Beständen
  • Extreme Vorsicht bei Königinnen, kleinste Verletzungen können den Ausbruch begünstigen

Tierethische Überlegungen in der Imkerpraxis (Erwerbsimker Albrecht Pausch, Scheyern)

  • „Betriebsmittel versus Heile Welt“
  • Achtsamer Umgang mit den Bienen
  • Stichworte zum Umgang mit den Bienen:
    • Einsatz von Bienenfluchten und BeeBlower
    • Nur nachts wandern
    • Sehr vorsichtig abkehren und stets Rauch einsetzen
    • Zufluchtsvölker an Stand belassen, max. 20-30 Völker pro Stand

Fazit: Bienen so achtsam wie möglich behandeln. Immer abwägen, was eine Aktivität bewirkt.

Im Grunde sind meine Ansätze bei den Bottwarbienen recht nah an den Ideen und der Betriebsweise vom Bienenhof Pausch.

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Frühling bricht sich Bahn

Ja, es ist noch zu früh, um von einem stabilen Frühlngswetter zu sprechen. Aber es geht mächtig voran und die Bienen tragen bereits wieder kräftig Pollen ein. Was die Heuschnupfengeplagten nervt, freut eben den Imker.

Beuten am Forstberg

Es macht Spass, sich einfach mal wieder zwischen die Beuten auf das Podest zu setzen und die Sonne und das Bienensummen zu geniessen. Die Bienen zeigen auch schon wieder ihre unterschiedlichen Eigenschaften. Die Chaoten, die am Bienenstand am Forstberg ganz am Rand stehen müssen, wollen dort offenbar keinesfalls weg und manifestieren das gleich mal zu Beginn.

Dieser Ableger aus 2016 ist sehr stark über den Winter gekommen und trägt massiv Pollen ein.
So viel, dass schon ein Pollenrand am Flugloch entstanden ist.
Beuten am Lerchenberg

 

 

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Mit Sherriff Stern am Bienenstand

Die klassischen Imkerjacken sind ja mehr oder weniger praktisch. Die letzten beiden Jahre war mein Favorit ein BienoProtect Schutzhemd. Diese Variante ist aufgrund der jackenähnlichen Art mit vorderen Reißverschluss schnell und einfach in der Handhabung. Leider ist die Sicht mit dem sehr großen Hutschleier recht eingeschränkt und selbst auf den Rücken geklappt ist er schnell im Weg, wenn man im Fahrzeug oder einem Geräteschuppen o.ä. arbeitet.

Ich habe daher schon länger nach einer Alternative geschaut. Letztes Jahr bin ich dann auch noch mit dem Kopf recht heftig an einem Baum hängen geblieben. Es musste genäht werden. Nein, nicht das Schutzhemd…
Eine deutlich schlankere Ausführung des Schleiers ist der offenbar mehr in Groß Britranien verbreitete Fechtschleier. Bei einem Händler habe ich vor kurzem dann das richtige gefunden: Den Honey Rustler von BJ Sherriff. Diese englische Firma bietet Schutzkleidung in verschiedenen Varianten mit Fechtmaske an.

BJ Sherrif Honey Rustler mit Fechtmaske

Die ersten Tests am Bienenstand sind sehr vielversprechend. Die Sicht nach vorne ist hervorragend aufgrund des sehr feinen schwarzen Gitters und auch die Sicht zur Seite ist besser wie gedacht. Es gibt diese Schutzjacken übrigens auch in vielen Farben. Ich habe mich allerdings für khaki entschieden. Meine Beuten sind bunt genug, oder?

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Futterteig zur Sicherheit und zum Monitoring

Da die Wirtschaftsvölker zur Überwinterung rund 16-18kg Futtersirup bekommen haben, sollten sie eigentlich noch genug Futter haben. Man kann die Beuten mit Federwaagen wiegen, um die Restfuttermenge zu bestimmen, aber das finde ich recht aufwendig. In der Vergangenheit ist mir auch schon ein Volk verhungert, das noch jede Menge Futter hatte. Bei einem Kälteeinbruch konnte es die wenigen Zentimeter Abstand zum Futter nicht mehr überbrücken.
Um den Bienen einen sicheren „Futterkick“ zu geben und auch als eine Art Monitoring, erhalten Sie ein kleines Paket Futterteig. Dabei kommt ein vom Block abgeschnittenes Stück in einen Gefrierbeutel. Dieser Beutel kann flach auf die Rähmchen aufgelegt werden und passt damit noch unter den Deckel. Der Beutel wird nach hinten umgeschlagen, um den Bienen einen flachen Schlitz als Zugang zu geben. So kommen sie nicht sofort an den ganzen Futterteig, die Masse klebt auch nicht an Rähmchen oder Abdeckfolie fest und trocknet auch nicht aus.

13.02.2017: Futterteigbeutel auf einen Ablegervolk von 2016 (#8, 7 Rähmchen)

 

19.02.2017: Kontrolle des Volkes, ca. 4-6cm des Teiges haben die Bienen gefressen oder umgetragen (#8)

Auf den beiden Fotos kann man sehr gut den Unterschied erkennen. Die Bienen arbeiten sich auf der ganzen Länge des offenen Schlitzes in den Beutel vor. Sie haben Futter abgenommen, aber es reicht bei gleichem Fortschritt noch mindestens eine weitere Woche. Vielleicht ist das Wetter und die Entwicklung der Natur dann auch schon eine Stück näher am Frühling und braucht kein zusätzliches Futter mehr. Aber man weiß ja nie. Sicher ist sicher…!

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Sie fliegen!

Jedes Frühjahr ist man gespannt, ob alles gut gegangen ist und die Verluste im Winter im Rahmen geblieben sind. Es sind jetzt schon ein paar Winter vergangen, seit ich mit dem Imkern begonnen habe, aber es ist jedes Mal wieder ein ungutes Gefühl dabei. Man kann alles bei der Varroabehandlung und beim Einfüttern richtig gemacht haben und trotzdem kann es zu Ausfällen kommen.

Am Samstag den 11.02.2017 waren es im Bottwartal am Nachmittag sonnige 8°C. Ein guter Zeitpunkt für eine Rundgang über alle Bienenstände. Und siehe da: Sie fliegen!

Leider gab es doch Verluste, aber sie sind gering. Jetzt heißt es die Völker zu beobachten und bei Bedarf noch etwas nachzufüttern. Vielleicht werde ich auch in nächster Zeit auf jedes der Völker eine kleine Portion Futterteig legen. Damit lässt sich auch der Futterbedarf recht gut erkennen, ohne die Völker zu sehr stören zu müssen.

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Neue Bauernregeln aus dem Bundesumweltministerium

Dabei war es doch so gut gemeint, solle man meinen…!

Das Bundesumweltministerium von Ministerin Barbara Hendricks hat in einer aktuellen Kampagne „Gut für die Umwelt. Gesund für Alle.“ neue Bauernregeln getextet. Damit sollen aktuelle Probleme, wie zum Beispiel Massentierhaltung, Belastung des Grundwassers mit Dünger, Ackergifte und so weiter thematisiert werden. Im Grunde eine charmante Idee. Denkt man so.

Der oberste Bauer in Deutschland, Agrarminister Christian Schmidt, denkt da offenbar ganz anders. Der Chef des Bundeslandwirtschaftsministeriums sieht mit diesen Reimen den Berufsstand des Landwirts verunglimpft. Die beiden Kabinettsmitglieder schreiben sich nun offene Briefe und im Netz formiert sich schon eine Initiative gegen das staatliche Mobbing des landwirtschaftlichen Berufsstandes.

Ich erspare uns an dieser Stelle die Argumentationen beider Seiten aufzuführen. Das führt im Grunde zu nichts und zeigt allenfalls, dass es diese beiden Ministerien nicht schaffen, an einem Strang zu ziehen. Wenn man sich zwar in einer Koalition befindet, aber unterschiedlichen Parteien angehört, mag das vielleicht zu erklärbar sein. Dass man das so wichtige Thema Umweltschutz und Tierwohl aber so leichtfertig und brachial unterpflügt, um verfrühten Wahlkampf zu betreiben, schadet der Sache. Sehr schade!

Hier sind die 11 kleinen Regeln zu finden: www.neue-bauernregeln.de.

Bilden Sie sich bitte Ihre eigene Meinung oder ignorieren Sie diesen medialen Aufstand ganz einfach. Hat übrigens 1,6 Mio. € gekostet. Wenig Geld für einen ministerialen Haushalt, aber eine ganze Menge, wenn man damit zum Beispiel Bieneninstitute unterstützen würde. Es macht durchaus Sinn, mit einem vertretbaren Aufwand für ökologische Ideen Werbung zu machen. Am Ende entscheidet aber das Handeln. Wir sollten die beiden Ministerien also besser an ihrem Tun messen und nicht an den Streitereien ihrer Chefs.

Quelle der Bilder: Bundesministerium für Umwelt- und Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, www.bmub.bund.de

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Kontrolle Mitte Januar

Man hat als Imker im Winter wenig zu tun bei den Bienen. Trotzdem ist es eine sehr spannende Zeit.

Wie geht es den Völkern?
Haben Sie genug Futter?
War die Varroabehandlung erfolgreich?
Bleibt der Totenfall im Rahmen?
Werden Sie den Winter also gut überstehen oder gibt es Schwierigkeiten?

Man ist zum warten verdonnert. Das einzige, das man jetzt tun kann, ist ab und an die Beuten zu kontrollieren.
Hat ein Specht versucht an die Bienen zu gelangen?
Versperrt der Totenfall das Flugloch?

Man könnte kurz an die Beute klopfen, um zu hören, ob die Wintertraube mit einem kurzen Summen reagieren. Aber auch diese Störung erspare ich meinen Bienen. Es bleibt also nur die Kontrolle der Fluglöcher. Bei den Wirtschaftsvölkern des Vorjahres bleibt mit den eingesetzten Mäusegittern immer genug Platz für die ausfliegenden Bienen. Bei den im vergangenen Jahr gebildeten Ablegern ist zum Schutz gegen Räuberei noch immer der Keil mit dem kleinen Flugloch eingesetzt. Man kann meistens gut sehen, ob dahinter frei ist. In einem Fall war das unklar und ich habe den Keil zur Kontrolle entnommen. Aber auch hier war alles in bester Ordnung.

Es bleibt also dabei: Warten.

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Sturmtief Egon

Zitat von Jörg Kachelmann vom 12.01.2017: ES IST ZEIT DEUTLICH ZU WERDEN #EGON – #STURM-ALARM

Natürlich hatte er recht. Die Schwerpunkte lagen zwar nördlicher, aber auch bei den Bottwarbienen hat es ordentlich gewindet. Nachdem es am frühen Morgen vom Freitag dem 13. ziemlich stürmisch zuging, habe ich sicherheitshalber die Bienenstände kontrolliert. Also zwischen Nacht und Dämmerung in die Weinberge.

Am Forstberg hat der Sturm einige Äste abgebrochen und den Blechdeckel einer Beute runtergeblasen. Da die Bienen den Holzdeckel mit Propolis festgeklebt haben, ist nichts schlimmeres passiert.

Ein befreundeter Imker nennt das ja gerne Steinzeitimkerei, wenn man Blechdeckel benutzt, die man mit Steinen beschweren muss. Aber da diese Konfiguration auch Vorteile hat, haben viele meiner Beuten konische Edelstahldeckel. Mehr Wind heißt dann eben mehr Steine.

Am Lerchenberg war es noch etwas heftiger. Offenbar ist die Lage durch die umliegenden Bäume und Hecken nur scheinbar geschützter. Der Wind fand in dem offenen Bereich des Bienenstandes seinen Windkanal und hat hier drei Blechdeckel runtergeblasen. Bei zwei Kisten lief es wieder nach dem Motto: Es stürmt, aber die Propolis hält.
Bei einem Volk hat es aber auch den Holzdeckel erwischt und die Abdeckfolie war natürlich auch mit weggeflogen. Die Bienen saßen sehr eng in der Wintertraube und da es bei rund 3°C keinen Niederschlag gab, scheint nochmal alles gut gegangen zu sein. Nach dem Auflegen einer neuen Folie wurden sie gleich etwas aktiver. Also auch an diesem Bienenstand mehr Steine auf die Deckel, um für weitere Winterstürme gewappnet zu sein.

Quelle: www.kachelmannwetter.com
Die Grafik von kachelmannwetter.com zeigt, dass die Bottwarbienen am Morgen des 13.01. sozusagen im roten Bereich lagen. Windböen mit >90km/h wurden von den umliegenden Stationen gemessen.

Fazit: Wenn das Wetter spannend wird, braucht es Kachelmann und Steine.