
Sonntagmorgen – Honiggläser etikettieren und Bestellung über nearBees bearbeiten

Sonntagmorgen – Honiggläser etikettieren und Bestellung über nearBees bearbeiten

Immer am zweiten Sonntag im März findet der Hohenheimer Tag der Gesellschaft der Freunde der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim e.V. statt.
Den Tag trotz strahlendem Bienenflugwetter in einem Hörsaal am Uni-Campus zu verbringen, hat sich aber gelohnt. Am Vormittag standen anfangs die klassischen Themen einer Mitgliederversammlung an: Rechenschaftsbericht, Wahlen, Ehrungen, etc.
Anschließend wurden von Mitarbeitern der Landesanstalt Kurzvorträge zu aktuellen Themen und Projekten gehalten:
Am Nachmittag wurden drei Vorträge gehalten. Drei sehr unterschiedliche Themen, aber alle sehr interessant.
Nachfolgend einige Stichworte zu den Inhalten:
Waldtracht: Verlauf 2016 und Aussichten 2017 (Thomas Lorenz, stockwaage.de, LVWI Obmann für Trachtbeobachtung und Wanderung)
Bienenviren und ihre Bedeutung für die Imkerei (Dr. Marina Meixner, Bieneninstitut Kirchhain)
Flügeldeformations-Virus (DWV)
Chronischer Bienenparalyse-Virus (CBPV)
Tierethische Überlegungen in der Imkerpraxis (Erwerbsimker Albrecht Pausch, Scheyern)
Fazit: Bienen so achtsam wie möglich behandeln. Immer abwägen, was eine Aktivität bewirkt.
Im Grunde sind meine Ansätze bei den Bottwarbienen recht nah an den Ideen und der Betriebsweise vom Bienenhof Pausch.

Ja, es ist noch zu früh, um von einem stabilen Frühlngswetter zu sprechen. Aber es geht mächtig voran und die Bienen tragen bereits wieder kräftig Pollen ein. Was die Heuschnupfengeplagten nervt, freut eben den Imker.

Es macht Spass, sich einfach mal wieder zwischen die Beuten auf das Podest zu setzen und die Sonne und das Bienensummen zu geniessen. Die Bienen zeigen auch schon wieder ihre unterschiedlichen Eigenschaften. Die Chaoten, die am Bienenstand am Forstberg ganz am Rand stehen müssen, wollen dort offenbar keinesfalls weg und manifestieren das gleich mal zu Beginn.




Die klassischen Imkerjacken sind ja mehr oder weniger praktisch. Die letzten beiden Jahre war mein Favorit ein BienoProtect Schutzhemd. Diese Variante ist aufgrund der jackenähnlichen Art mit vorderen Reißverschluss schnell und einfach in der Handhabung. Leider ist die Sicht mit dem sehr großen Hutschleier recht eingeschränkt und selbst auf den Rücken geklappt ist er schnell im Weg, wenn man im Fahrzeug oder einem Geräteschuppen o.ä. arbeitet.
Ich habe daher schon länger nach einer Alternative geschaut. Letztes Jahr bin ich dann auch noch mit dem Kopf recht heftig an einem Baum hängen geblieben. Es musste genäht werden. Nein, nicht das Schutzhemd…
Eine deutlich schlankere Ausführung des Schleiers ist der offenbar mehr in Groß Britranien verbreitete Fechtschleier. Bei einem Händler habe ich vor kurzem dann das richtige gefunden: Den Honey Rustler von BJ Sherriff. Diese englische Firma bietet Schutzkleidung in verschiedenen Varianten mit Fechtmaske an.

Die ersten Tests am Bienenstand sind sehr vielversprechend. Die Sicht nach vorne ist hervorragend aufgrund des sehr feinen schwarzen Gitters und auch die Sicht zur Seite ist besser wie gedacht. Es gibt diese Schutzjacken übrigens auch in vielen Farben. Ich habe mich allerdings für khaki entschieden. Meine Beuten sind bunt genug, oder?
Da die Wirtschaftsvölker zur Überwinterung rund 16-18kg Futtersirup bekommen haben, sollten sie eigentlich noch genug Futter haben. Man kann die Beuten mit Federwaagen wiegen, um die Restfuttermenge zu bestimmen, aber das finde ich recht aufwendig. In der Vergangenheit ist mir auch schon ein Volk verhungert, das noch jede Menge Futter hatte. Bei einem Kälteeinbruch konnte es die wenigen Zentimeter Abstand zum Futter nicht mehr überbrücken.
Um den Bienen einen sicheren „Futterkick“ zu geben und auch als eine Art Monitoring, erhalten Sie ein kleines Paket Futterteig. Dabei kommt ein vom Block abgeschnittenes Stück in einen Gefrierbeutel. Dieser Beutel kann flach auf die Rähmchen aufgelegt werden und passt damit noch unter den Deckel. Der Beutel wird nach hinten umgeschlagen, um den Bienen einen flachen Schlitz als Zugang zu geben. So kommen sie nicht sofort an den ganzen Futterteig, die Masse klebt auch nicht an Rähmchen oder Abdeckfolie fest und trocknet auch nicht aus.


Auf den beiden Fotos kann man sehr gut den Unterschied erkennen. Die Bienen arbeiten sich auf der ganzen Länge des offenen Schlitzes in den Beutel vor. Sie haben Futter abgenommen, aber es reicht bei gleichem Fortschritt noch mindestens eine weitere Woche. Vielleicht ist das Wetter und die Entwicklung der Natur dann auch schon eine Stück näher am Frühling und braucht kein zusätzliches Futter mehr. Aber man weiß ja nie. Sicher ist sicher…!

Jedes Frühjahr ist man gespannt, ob alles gut gegangen ist und die Verluste im Winter im Rahmen geblieben sind. Es sind jetzt schon ein paar Winter vergangen, seit ich mit dem Imkern begonnen habe, aber es ist jedes Mal wieder ein ungutes Gefühl dabei. Man kann alles bei der Varroabehandlung und beim Einfüttern richtig gemacht haben und trotzdem kann es zu Ausfällen kommen.
Am Samstag den 11.02.2017 waren es im Bottwartal am Nachmittag sonnige 8°C. Ein guter Zeitpunkt für eine Rundgang über alle Bienenstände. Und siehe da: Sie fliegen!
Leider gab es doch Verluste, aber sie sind gering. Jetzt heißt es die Völker zu beobachten und bei Bedarf noch etwas nachzufüttern. Vielleicht werde ich auch in nächster Zeit auf jedes der Völker eine kleine Portion Futterteig legen. Damit lässt sich auch der Futterbedarf recht gut erkennen, ohne die Völker zu sehr stören zu müssen.

Dabei war es doch so gut gemeint, solle man meinen…!
Das Bundesumweltministerium von Ministerin Barbara Hendricks hat in einer aktuellen Kampagne „Gut für die Umwelt. Gesund für Alle.“ neue Bauernregeln getextet. Damit sollen aktuelle Probleme, wie zum Beispiel Massentierhaltung, Belastung des Grundwassers mit Dünger, Ackergifte und so weiter thematisiert werden. Im Grunde eine charmante Idee. Denkt man so.
Der oberste Bauer in Deutschland, Agrarminister Christian Schmidt, denkt da offenbar ganz anders. Der Chef des Bundeslandwirtschaftsministeriums sieht mit diesen Reimen den Berufsstand des Landwirts verunglimpft. Die beiden Kabinettsmitglieder schreiben sich nun offene Briefe und im Netz formiert sich schon eine Initiative gegen das staatliche Mobbing des landwirtschaftlichen Berufsstandes.
Ich erspare uns an dieser Stelle die Argumentationen beider Seiten aufzuführen. Das führt im Grunde zu nichts und zeigt allenfalls, dass es diese beiden Ministerien nicht schaffen, an einem Strang zu ziehen. Wenn man sich zwar in einer Koalition befindet, aber unterschiedlichen Parteien angehört, mag das vielleicht zu erklärbar sein. Dass man das so wichtige Thema Umweltschutz und Tierwohl aber so leichtfertig und brachial unterpflügt, um verfrühten Wahlkampf zu betreiben, schadet der Sache. Sehr schade!
Hier sind die 11 kleinen Regeln zu finden: www.neue-bauernregeln.de.
Bilden Sie sich bitte Ihre eigene Meinung oder ignorieren Sie diesen medialen Aufstand ganz einfach. Hat übrigens 1,6 Mio. € gekostet. Wenig Geld für einen ministerialen Haushalt, aber eine ganze Menge, wenn man damit zum Beispiel Bieneninstitute unterstützen würde. Es macht durchaus Sinn, mit einem vertretbaren Aufwand für ökologische Ideen Werbung zu machen. Am Ende entscheidet aber das Handeln. Wir sollten die beiden Ministerien also besser an ihrem Tun messen und nicht an den Streitereien ihrer Chefs.
Quelle der Bilder: Bundesministerium für Umwelt- und Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, www.bmub.bund.de

Man hat als Imker im Winter wenig zu tun bei den Bienen. Trotzdem ist es eine sehr spannende Zeit.
Wie geht es den Völkern?
Haben Sie genug Futter?
War die Varroabehandlung erfolgreich?
Bleibt der Totenfall im Rahmen?
Werden Sie den Winter also gut überstehen oder gibt es Schwierigkeiten?
Man ist zum warten verdonnert. Das einzige, das man jetzt tun kann, ist ab und an die Beuten zu kontrollieren.
Hat ein Specht versucht an die Bienen zu gelangen?
Versperrt der Totenfall das Flugloch?
Man könnte kurz an die Beute klopfen, um zu hören, ob die Wintertraube mit einem kurzen Summen reagieren. Aber auch diese Störung erspare ich meinen Bienen. Es bleibt also nur die Kontrolle der Fluglöcher. Bei den Wirtschaftsvölkern des Vorjahres bleibt mit den eingesetzten Mäusegittern immer genug Platz für die ausfliegenden Bienen. Bei den im vergangenen Jahr gebildeten Ablegern ist zum Schutz gegen Räuberei noch immer der Keil mit dem kleinen Flugloch eingesetzt. Man kann meistens gut sehen, ob dahinter frei ist. In einem Fall war das unklar und ich habe den Keil zur Kontrolle entnommen. Aber auch hier war alles in bester Ordnung.
Es bleibt also dabei: Warten.

Zitat von Jörg Kachelmann vom 12.01.2017: ES IST ZEIT DEUTLICH ZU WERDEN #EGON – #STURM-ALARM
Natürlich hatte er recht. Die Schwerpunkte lagen zwar nördlicher, aber auch bei den Bottwarbienen hat es ordentlich gewindet. Nachdem es am frühen Morgen vom Freitag dem 13. ziemlich stürmisch zuging, habe ich sicherheitshalber die Bienenstände kontrolliert. Also zwischen Nacht und Dämmerung in die Weinberge.
Am Forstberg hat der Sturm einige Äste abgebrochen und den Blechdeckel einer Beute runtergeblasen. Da die Bienen den Holzdeckel mit Propolis festgeklebt haben, ist nichts schlimmeres passiert.
Ein befreundeter Imker nennt das ja gerne Steinzeitimkerei, wenn man Blechdeckel benutzt, die man mit Steinen beschweren muss. Aber da diese Konfiguration auch Vorteile hat, haben viele meiner Beuten konische Edelstahldeckel. Mehr Wind heißt dann eben mehr Steine.
Am Lerchenberg war es noch etwas heftiger. Offenbar ist die Lage durch die umliegenden Bäume und Hecken nur scheinbar geschützter. Der Wind fand in dem offenen Bereich des Bienenstandes seinen Windkanal und hat hier drei Blechdeckel runtergeblasen. Bei zwei Kisten lief es wieder nach dem Motto: Es stürmt, aber die Propolis hält.
Bei einem Volk hat es aber auch den Holzdeckel erwischt und die Abdeckfolie war natürlich auch mit weggeflogen. Die Bienen saßen sehr eng in der Wintertraube und da es bei rund 3°C keinen Niederschlag gab, scheint nochmal alles gut gegangen zu sein. Nach dem Auflegen einer neuen Folie wurden sie gleich etwas aktiver. Also auch an diesem Bienenstand mehr Steine auf die Deckel, um für weitere Winterstürme gewappnet zu sein.

Fazit: Wenn das Wetter spannend wird, braucht es Kachelmann und Steine.

Nach Weihnachten und zum Jahresbeginn läuft alles etwas langsamer. Draußen herrschen seit Tagen Minusgrade. Gerade die richtige Zeit, um den Honig aus den Edelstahl- und Kunststoffbehältern, in denen er seit der Ernte gelagert ist, in Gläser abzufüllen. Diese Arbeit passt ideal in diese entschleunigte Zeit.
Der Blütenhonig war in Abfüllkübeln aus Edelstahl mit bodengleichem Auslauf und mit Edelstahl-Quetschhahn gelagert. In diesen Behältern kann man den Honig nach dem Schleudern sehr gut cremig rühren und mit einer Größe von 50kg pro Behälter bleiben sie einigermaßen gut handhabbar. Zum Abfüllen wird der Blütenhonig nochmals mit dem Rührwerk gut durchgerührt. So ist er etwas fließfähiger und lässt sich leichter abfüllen.
Der Sommerhonig ist in diesem Jahr sehr dunkel und aromatisch. Er war in 12,5kg Honigeimern gelagert, da er nach der Ernte nicht wie der Blütenhonig gerührt werden muss. Da der Honig begonnen hatte in den Eimern zu kristallisieren, wurde er vor dem Abfüllen in rund 24 Stunden langsam auf ca. 30-35°C erwärmt.
Beschriftung der Gläser mit der „Terroir“-Angabe, hier „H“ für Heilbronner Straße, Oberstenfeld

Seit Jahren steht eine Figur aus Porzellan zwischen Laptop, Lautsprechern und den externen Festplatten auf dem Schreibtisch. Es ist nicht wirklich eindeutig, ob es sich bei diesem Gesellen um einen Gartenzwerg oder doch um eine Art Weihnachtsmännchen handelt. Irgendwie schaut er aber verschmitzt bei der Arbeit zu. Ab sofort hat der Porzellanmann ein Abbild aus Bienenwachs. Die selbst erstellte Silikonform war schon lange fertig und es ist jetzt einfach an der Zeit für den ersten Abguss.
Nett sieht er aus und im Gegensatz zum Original riecht er angenehm nach Bienenwachs. Gut, dafür ist er natürlich auch brennbar. Wir werden sehen, wie sich der Wachszwerg als Kerze so macht. Mit Sicherheit ist er also nicht so langlebig, wie sein originaler Bruder auf dem Schreibtisch.

01.01.2017, die Bienenstände sind bei -6°C in winterliches Weiß getaucht. Noch ist kein Schnee gefallen, aber der Raureif erzeugt eine wunderbare Winterlandschaft. Obwohl es schon fast Mittag ist und die Sonne scheint, sind nur ganz wenige Menschen unterwegs.
Kälte, Sonnenschein, Stille.
Da es besonders im Sommer, wenn man als Imker viele Gerätschaften mit sich führt, meist unpraktisch mit einer Spiegelreflex- oder auch Systemkamera zu fotografieren, sind die meisten Fotos der Bottwarbienen mit der Kamera eines Mobiltelefons aufgenommen. Meine Favoriten sind dabei eindeutig iPhones von Apple.
Diese Bilder wurden mit einem iPhone 7 Plus aufgenommen und für die Webseite lediglich in der Größe reduziert und mit der Signatur versehen. Bei den beiden Fotos der Bienenkästen #19 und #20 kam die neue Porträtfunktion zum Einsatz, d.h. Objekt im Vordergrund scharf und der Hintergrund unscharf.

Foto: Forstberg bei Oberstenfeld, Anfang November 2016
Der Begriff „Terroir“ wird am häufigsten im Zusammenhang mit Wein verwendet. Gut, so gesehen gibt es hier eine ganze Menge Terroir, denn das Bottwartal und die Landschaften im Umkreis sind ganz wesentlich durch den Weinbau geprägt. Dabei haben wir es auch nicht nur mit dem klassischen schwäbischen Trollinger und Lemberger zu tun, sondern mit vielen facettenreichen Sorten und Lagen.
Wikipedia:
„Terroir (franz. terroir m. ‚Gegend‘, von lat. terra ‚Erde‘) ist ein ursprünglich aus Frankreich stammender Begriff aus dem Agrarbereich, von dem es keine eindeutige deutsche Übersetzung des dahinter stehenden Grundgedankens gibt. Je nach Interpretation beschreibt Terroir die naturgegebenen Faktoren (Standortfaktoren) eines bestimmten Stückes Land, welche die Eigenschaften der dort angebauten Kulturpflanzen beeinflussen. Diese werden bestimmt vom Zusammenspiel zwischen der kulturprägenden Tätigkeit des Menschen und den Bedingungen der Natur wie (Mikro-)Klima, Geologie, Gelände, Bodenbeschaffenheit und Klima. Der Begriff beurteilt somit weitgehend den Charakter, die Eigenheit und den Wert, der einem bestimmten Gebiet und seinen agrikulturellen Erzeugnissen zugeschrieben wird.“
Aber nicht nur der Wein hat es verdient, dass man seinen räumlichen Ursprung beachtet. Auch beim Honig spielt die Herkunft eine wesentliche Rolle. Besonders einleuchtend ist das natürlich zum Beispiel beim Heidehonig oder Waldhonig. Hier steht die Herkunft sozusagen schon im Namen. Aber welche Heide und welcher Wald?
Bei den Bottwarbienen geht es noch einen Schritt weiter. Die Honige der unterschiedlichen Standorte werden grundsätzlich getrennt geerntet. Das bedeutet, dass es zum Beispiel den Blütenhonig oder den Sommerhonig der Ernte 2016 in jeweils 3 Varianten gibt. Jeder Standort wird getrennt geschleudert, ggf. getrennt cremig gerührt und getrennt in Gläser gefüllt. Wer gerade ein Honigglas der Bottwarbienen greifbar hat, kann es einfach mal auf den Kopf stellen. Neben den Prägungen des Glasherstellers (ja genau, die Gläser sind von Weck wie die bekannten Einweckgläser) findet sich ein handschriftlicher Buchstabe. Dieser Buchstabe gibt den Standort an, an dem die Bienen den Nektar gesammelt haben und ihn zu diesem leckeren Honig verarbeitet haben.
Das „Terroir“ der Bottwarbienen:
F = Forstberg bei Oberstenfeld
H = Heilbronner Straße, Oberstenfeld
L = Lerchenberg bei Großbottwar-Winzerhausen
G = Großbottwar am Harzberg
W = Schwäbisch-fränkischer Wald bei Großerlach
Genauso spannend wie eine Weinprobe kann also auch eine Honigprobe sein. Im Gegensatz zu den Honigen im Supermarkt, bei dem der Kunde immer den gewohnt gleichen Geschmack erwarten kann, dürfen die regionalen Honige der kleinen Imkereien und Hobbyimker überall und in jedem Jahr etwas anders schmecken. Vielfalt statt Standard ist dabei ganz klar eine Stärke und ein Zeichen für naturnahe Imkerei.

Letzte Runde beim Honig-Adventskalender!
Das Finale mit den letzten Probiergläschen aus dem Kalender von Christoph Koch aus Oppenau:
19. Ahornhonig
20. Fenchelhonig
21. Lindenhonig
22. Götterbaumhonig
23. Heidehonig
24. Weißtannenhonig
Nun ja, die ausgefallenen Sorten sind meistens besonders spannend, aber der Götterbaumhonig hat es in der letzten Runde nicht ganz nach vorne geschafft. Der ebenfalls geschmacklich ausgefallene würzig süße Fenchelhonig hat da mehr begeistert. Aber am besten gefallen haben zwei Klassiker: Der Heidehonig und der Weißtannenhonig.

Immer dieses hin und her. Erst war es lange warm, dann nicht so lange kalt und nun Richtung Heiligabend geht es wieder deutlich über 0°. Aber irgendwann haben die Bienen das wohl auch satt und gehen aus der Brut.
Es ist also Zeit für die Oxalsäurebehandlung. Die über den Imkerverein bezogenen Fertigpackungen sind sehr komfortabel in der Anwendung: Behälter mit Flüssigkeit im Wasserbad anwärmen, Glukosepulver rein, schütteln und fertig. Mit den ebenfalls beiliegenden Spritzen lassen sich die 50ml pro Volk sehr gut auf die Bienen träufeln.
Leider haben es nicht 100% der Völker bis hier hin geschafft, aber mit den Ablegern kann ein Verlust wieder ausgeglichen werden.
Damit ist die Arbeit an den Bienenständen nur wirklich final beendet. Jetzt bleibt nur noch das Wachs der übrigen Waben auszuschmelzen und natürlich den Honig in Gläser abzufüllen. Dann werden die Gerätschaften für das nächste Bienenjahr gerichtet und der Imker hat mal ein paar Wochen Pause.

Wochenbilanz am Sonntag. Was hat der Honig-Adventskalender diese Woche bereitgehalten:
12. Majoranhonig
13. Lecanienhonig
14. Edelkastanienhonig
15. Bergamottehonig
16. Kirschblütenhonig
17. Wiesen-Salbeihonig
18. Erdbeerbaumhonig
Diese Woche waren sehr interessante Honige dabei. Spannend ist es besonders, wenn man einen solchen Honig noch nie probiert hat oder sich nicht mehr genau an den Geschmack erinnert. Das ist die Stärke dieser 24 Probiergläschen: Ein Überblick verschiedenster Honige und Geschmackserlebnisse.
Die Favoriten dieser Woche sind Kirschblüten- und Bergamottehonig, gefolgt von Lecanien- und Wiesen-Salbeihonig.

Schon wieder Sonntag und der Honig-Adventskalender hat diese Woche wieder interessante Fundstücke bereit gehalten:
5. Kornblumenhonig
6. Vielblütenhonig
7. Löwenzahnhonig
8. Waldhonig
9. Buchweizenhonig
10. Bohnenhonig
11. Wald-Blüten-Honig
Dieses Mal ist auch etwas für Freunde von kräftigeren Honigen dabei. Meine Favoriten sind diese Woche der Buchweizenhonig und der Bohnenhonig. Auch der Kornblumenhonig hat ein besonderes Aroma. Mal sehen, was uns nächste Woche erwartet.

Mit dieses Mal etwas kleinerem Teilnehmerkreis fand der letzte Praxisteil des Neuimkerkurses bei der Imkerei Kranich statt:
Die Behandlung der Wintertraube mit Oxalsäure.
Es ist jetzt schon einige Zeit ziemlich kalt. Das bedeutet, dass die Königin keine Eier mehr legt und die Bienen aus der Brut gehen. Wartet man dann noch bis alle Bienen geschlüpft sind, dann ist der Bienenstock brutfrei. Das ist der richtige Moment um die Oxalsäurebehandlung zu machen. Sie ist der letzte Schritt der Varroabehandlung und dient der Restentmilbung. Es sollen möglichst viele der noch auf den Bienen befindlichen Milben dezimiert werden.
Die Behandlung erfolgt mit 50ml einer 3,5%igen Oxalsäurelösung, die mit Zucker angerührt ist (Zusammensetzung: 3,5 Gramm Oxalsäure und 100 Gramm Zucker in einem säurebeständigen Behälter auf 1 Liter Gesamtmenge mit warmem Wasser aufgießen, reicht für 20 Völker). Als Imker kann man fertige Präparate über den Imkerverein bestellen und hat damit einen einfach zu handhabenden Behälter und die entsprechende Spritze um die Säure zu applizieren.
Zuerst wird geprüft, wo die Bienen in der Beute sitzen und dann die 50ml mit der Spritze gleichmäßig auf die Bienen geträufelt. Die Bienen werden sich gegenseitig putzen und dabei das mit der Säure versetzte Zuckerwasser aufnehmen. Über das Blut der Bienen gelangt der Wirkstoff in die Varroamilbe und lässt diese absterben.
In einer der Beuten machten die Neuimker einen interessante Fund. Eine Spitzmaus war wohl schneller wie der Imker mit dem Anbringen des Mäusegitters. Die Maus hatte es sich wohnlich eingerichtet und im hinteren Teil der unteren Zarge ein Nest gebaut.